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Bettmilben – ungebetene Gäste im trauten Heim

Bettmilben – ungebetene Gäste im trauten Heim

Hausstaubmilben, Allergie, Bettmilben

Wussten Sie, dass ein Haufen Schlafzimmerstaub gut und gerne eine Million Kotkugeln von Hausstaubmilben enthalten kann? Wenn nicht, wird es Sie vielleicht auch wundern, dass Ihr Bettzeug durchaus eine fünfstellige Anzahl der putzigen Tierchen enthalten kann. Bettmilben, im Bett befindliche Hausstaubmilben, fühlen sich ganz und gar wohl an der Seite des Menschen. Sehr zum Leidwesen von Allergikern.



Ehe Sie jetzt, von Panik erfasst, beginnen, zum Kammerjäger in der eigenen Wohnung zu werden, lassen Sie sich beruhigen: Nur Allergikern können die unvermeidbaren Begleiter der menschlichen Zivilisation etwas anhaben. Die achtbeinigen Spinnentiere mit einer Körperlänge von maximal 0,4 mm zählen allerdings zu den häufigsten Allergieauslösern, wobei der Mensch nicht auf die Tiere selbst, sondern auf deren Ausscheidungsprodukt – winzige Kotkügelchen – reagiert.

Hitchcock im Schlafzimmer


Selbst während der Heizsaison, wo aufgrund der trockenen Luft nur wenige Milben überleben, verbleiben die zuvor ausgeschiedenen Partikel im Raum und werden immer wieder aufgewirbelt und in der Luft verteilt. Auch der Staubsauger kann dabei eine Rolle spielen: Die Kotkugeln sind so klein, dass sie oft nicht im Filter hängen bleiben, sondern mit der Abluft des Geräts wieder ausgeblasen werden. Wie in einem Hitchcock-Film bleibt der Mensch chancenlos gegen die Übermacht der so gut wie unsichtbaren Schädlinge.

Das Vorhandensein der Bettmilben ist allerdings, entgegen oft geäußerter Meinung, kein Hinweis auf mangelhafte hygienische Verhältnisse. Im Gegenteil: die Tiere finden sich so gut wie überall zurecht, wo es Menschen gibt. Im Norden wie im Süden, in den Tropen wie in Skandinavien. Die Schuppen der menschlichen Haut dienen ihnen dabei als Nahrung. Von den von einem Menschen im Laufe eines Tages abgestoßenen Hautresten können sich theoretisch 100.000 Bettmilben ernähren.

Bettmilben – die Überlebenskünstler

Bei dem Begriff „Bettmilben“ handelt es sich streng genommen um keinen Fachbegriff. Der Ausdruck wird vielmehr als Sammelbezeichnung für jene Arten von Hausstaubmilben verwendet, die sich gerne im Umfeld menschlicher Betten aufhalten: die Dermatophagoides farinae oder Amerikanische Hausstaubmilbe, sowie die Dermatophagoides pteronyssinus bzw. Europäische Hausstaubmilbe. Beste Überlebenschancen bieten sich Bettmilben bei Temperaturen rund um 25 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 75 %.

Verhältnisse, die sich in Matratzen und Kopfpölstern vorfinden. Gibt doch der Mensch im Laufe einer Nacht durchschnittlich einen halben Liter Wasser ab und liefert damit neben der Nahrung auch die entsprechende Feuchte. Die Schlafstatt des Menschen kann also geradezu als Traumdomizil für Hausstaubmilben bezeichnet werden. Überdies sind die Tiere lichtscheu – gut, dass es sich da im Bett hervorragend verkriechen lässt. Doch nicht nur dort: auch in Polstermöbeln und Dekorkissen, Teppichen oder Büchern lassen sie es sich gut gehen.

Hausstaubmilbenallergie und therapeutische Möglichkeiten

Allergische Reaktionen wie Niesen oder Husten, überhaupt wenn sie vermehrt in der Nacht auftreten, sind ein Hinweis darauf, dass es sich um eine Hausstaubmilbenallergie handeln könnte. Über die Ursachen der allergischen Reaktion sollten sich Betroffene mithilfe eines Arztes umgehend Klarheit verschaffen. Dieser wird bei entsprechender Diagnose zu den notwendigen Therapieschritten raten. Oft kann durch eine Hyposensibilisierung eine Verbesserung der Symptome erreicht werden.

Bei dieser spezifischen Immuntherapie wird dem Patienten ein Präparat injiziert, welches die jeweiligen allergieauslösenden Substanzen (Allergene) enthält. Eine Kur besteht aus mehreren Spritzen, die den Allergiker zunehmend an das Allergen gewöhnen und damit unempfindlich machen. Die vorher vorhandenen Symptome gehen zurück oder verschwinden gänzlich. Unterbleibt eine fachgerechte Behandlung der Allergien hingegen, können die Symptome in weiterer Folge zu schwerem Asthma führen.

Alternativ zu Injektionsbehandlungen kann die Immuntherapie durch die Einnahme von Tropfen oder Tabletten erfolgen. Dies wird vor allem bei Kleinkindern bevorzugt angewandt. Neben Symptomen im Bereich der Atemwege kann sich eine Hausstaubmilbenallergie auch in Form einer Neurodermitis äußern bzw. kann eine solche nachteilig beeinflussen.

Schlafzimmer-Tipps für Allergiker

Bettmilben machen Allergikern das Leben zur Qual. Doch mit der Beachtung einiger Tipps lassen sich die Folgen der Allergie wenigstens mildern und die Lebensqualität deutlich verbessern:

1. Verbannen Sie möglichst alle Teppiche, Stofftiere und unnötigen textilen Gegenstände aus dem Schlafraum.
2. Unverzichtbare Stofftiere – falls waschbar – wöchentlich waschen, andernfalls mindestens einmal pro Woche im Backrohr desinfizieren (10 Minuten bei 80 °C).
3. Die Böden sollten mindestens dreimal pro Woche feucht aufgewischt werden.
4. Die Böden nicht trocken kehren, Staubsaugen nur mit eingesetztem Microfilter!
5. Räume so oft wie möglich stoßlüften.
6. Die Bettwäsche spätestens nach einer Woche wechseln, die Polsterbezüge möglichst zweimal.
7. Bettwäsche mit mindestens 60 °C waschen.
8. Zwischen Bettzeug/Matratzen und Überzügen/Leintüchern milbendichte Zwischenbezüge (genannt Encasings) einziehen. Diese sind in Apotheken oder im Sanitätshandel erhältlich.
9. Matratzen einmal jährlich einem Fachbetrieb zur Reinigung übergeben.
10. Keine Bücher frei herumstehen lassen.

Linktipps:


– Hausstaubmilbenallergie – Allergene meiden statt leiden

Kave Atefie





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