1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (7 Bewertungen, Durchschnitt: 3,29 Sterne von 5)
Cannabidiol-Öl: Hanföl als Mittel gegen zahlreiche Krankheiten

Cannabidiol-Öl: Hanföl als Mittel gegen zahlreiche Krankheiten

Hanfblätter und Hanföl auf Holztisch

Das Cannabidiol aus der weiblichen Hanfpflanze hat Eigenschaften, die es als Arzneimittel wirksam machen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, dass vielen Menschen mit unterschiedlichen Beschwerden mit Wirkstoffen aus der Cannabispflanze geholfen werden kann. Deshalb dürfen Ärzte seit Beginn des Jahres auch in Deutschland Cannabis auf Rezept verschreiben. Vor allem das Cannabidiol-Öl erfreut sich großer Beliebtheit bei den Patienten. Was das ist und gegen welche Krankheiten es helfen kann, erfahren Sie in diesem Artikel.



Seit März 2017 ist es kranken Menschen in Deutschland möglich, Cannabis auf Rezept in der Apotheke zu erhalten. Die Krankenkassen übernehmen dafür die Kosten. Bislang mussten vor allem Schmerzpatienten eine Ausnahmegenehmigung vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte vorweisen, um Cannabis vom Apotheker zu erhalten. Die Kosten wurden nicht übernommen. Für viele Patienten werden die Hürden dadurch geringer und Besserung ist in Sicht. Vor allem mit Extrakten wie dem Cannabidiol-Öl sollen Erfolge erzielt werden, ohne schwerwiegende Begleiterscheinungen oder Nebenwirkungen auszulösen.

In Österreich besteht die Möglichkeit schon länger, doch nur wenige Ärzte verschreiben die teuren Medikamente und die Kosten werden von Krankenkassen nach wie vor nur in den seltensten Fällen gedeckt. An eine Lockerung der Bestimmungen denkt das österreichische Rodopolisheitsministerium derzeit nicht, auch wenn es festhält, dass „die klinische Wirksamkeit von aus Cannabispflanzen gewonnenen Cannabinoiden bei verschiedenen Indikationen als belegt gilt.“


Eine Vorgangsweise, die dem Wiener Allgemeinmediziner Kurt Blaas nicht einleuchten will. Er kämpft mit der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (Arge CAM) um Aufklärung und sieht viel Potenzial in der Cannabismedizin, vor allem bei chronischem Schmerz, Rheuma, Tourette-Syndrom, Spastik, Epilepsie, Parkinson oder Alzheimer. Vor allem zwei der über achzig Inhaltsstoffe stehen im Focus der Forschung: Cannabidiol (CBD) (gilt als antitumorös, antipsychotisch, angstlindernd, entzündungshemmend und nervenschützend) und Tetrahydrocannabinol (THC), das eine schmerzstillende, entspannende, angstlösende und appetitanregende Wirkung hat. Letzterer ist aber auch jener Stoff, der berauschend wirkt und Cannabis zur Droge macht.

Was ist Cannabidiol-Öl?

Cannabidiol (CBD) gehört genau wie Tetrahydrocannabinol, besser bekannt als THC, zu den Cannabinoiden aus der Hanfpflanze. Im Gegensatz zu THC hat CBD jedoch keine psychoaktive, das heißt keine bewusstseinsverändernde Wirkung, so dass der therapeutische Nutzen im Vordergrund steht und nicht von einem Rauschzustand überlagert oder gar zunichtegemacht wird.
CBD-Öl wird aus industriellem Hanf gewonnen, der in der Regel über einen sehr hohen CBD-Anteil, aber kein bis sehr wenig THC enthält. Meist liegt der CBD-Gehalt bei etwa 4 Prozent und der THC-Anteil bei weniger als 0,2 Prozent.

Werden weitere Maßnahmen ergriffen, um das THC zu extrahieren, kann es zu Einschränkungen bei der medizinischen Wirkung kommen. Es kann also wichtig sein, ob es sich beim Cannabidiol-Öl um ein gereinigtes Produkt oder um ein natürliches handelt. Neben den Cannabinoiden enthält das Öl aber noch weitere wichtige Inhaltstoffe, von denen der Körper viele nicht selbst herstellen kann. Dazu zählen:

• Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren in der optimal verwertbaren Zusammensetzung 3 zu 1
• Gamma-Linolen-Säure
• Die Vitamine B1, B2 und E
• Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium, Zink und weitere
• Carotinoide wie Beta-Carotin

Wie wird das Öl eingenommen?

In der Regel nimmt man das Öl oral ein. Je nach Person und Beschwerden werden ein bis zwei Tropfen ein- bis zweimal am Tag zugeführt. Wer den Geschmack nicht mag, kann das Öl auch beispielsweise auf ein Stück Brot tröpfeln und verzehren. Bei der normalen Verwendung treten keine bis wenige Nebenwirkungen des CBD-Öls auf. Vor allem das Fehlen einer Rauschwirkung macht es arm an Nebenwirkungen. Bekannte Nebenwirkungen bei einigen Probanden sind bislang:

• Benommenheit
• Müdigkeit
• Durchfall
• Größerer oder kleinerer Appetit und damit einhergehend Gewichtszunahme oder -verlust

Welche Wirkung hat CBD-Öl? Welche Einsatzgebiete gibt es?

CBD wirkt krampflösend, entzündungshemmend, angstlösend und gegen Übelkeit. Dadurch ist der Wirkstoff bei vielen Krankheiten einsetzbar, um Ursachen oder Symptome zu bekämpfen. Die Wissenschaft ist derweil noch dabei, die heilende Wirkung der Cannabinoide zu untersuchen. Bekannt ist jedoch bereits, dass die Beschwerden vieler Krankheiten durch die Einnahme des Öls gelindert werden können. Dazu zählen:

• ADHS
• Asthma
• Alzheimer
• Entzündliche Krankheiten wie Rheuma und Arthrose
• Krebs
• Multiple Sklerose
• Schlaflosigkeit
• Fibromyalgie
• Depression
• Migräne
• u.v.m.

Daneben hat CBD auch vorbeugende Wirkungen. So kann es beispielsweise vor Diabetes schützen. Die entzündungshemmende Wirkung kann auch Hautprobleme wie Neurodermitis oder Schuppenflechte lindern. Selbst in der Suchttherapie bei Rauchern konnten durch die Einnahme von CBD Erfolge verzeichnet werden.

Aufgrund der vielfältigen Anwendungsgebiete sind viele Ärzte vom CBD-Öl überzeugt. Insgesamt haben jedoch noch zu wenig Ärzte ausreichend Fachwissen über die heilende Wirkung der Hanfpflanze. Es bedarf weiterer Studien, um die medizinische Wirkung zu bestätigen oder sogar noch neue Anwendungsgebiete zu finden.

Das neue Gesetz für die Rezeptausgabe für Arzneimittel auf Cannabisbasis stellt hier die Weichen in die richtige Richtung, so dass sich mehr Forscher, mehr Ärzte und auch mehr Patienten für solch alternative Behandlungsmöglichkeiten interessieren.

———————-

Quellen:



Linktipps:

– Wundermittel Hanf: vom Rausch- zum Arzneimittel
– Cannabis gegen Schmerzen
– Cannabis und Rodopolisheit
– Multiple Sklerose | Krankheitslexikon
– Pharmazie – Apotheken, Medikamente, Forschung & Entwicklung

Fotocredit: FabrikaSimf – 669072949 / Shutterstock.com