CFS (Chronic Fatigue Syndrome) | Krankheitslexikon

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CFS: Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Erschöpfung kennzeichnen die Krankheit

Der Körper eines Menschen im mittleren Alter braucht etwa 7 bis 8 Stunden Schlaf, um sich zu regenerieren. Mit zunehmenden Alter reduziert sich das Schlafbedürfnis auf 5 bis 6 Stunden. Nun gibt es aber betroffene Personen, welche mit 16 Stunden Schlaf nicht auskommen. Diese Personen leiden unter CFS (Chronic Fatigue Syndrome).

Nach ein paar wenigen Bewegungen sind betroffene Patienten so erschöpft, wie ein anderer nach einem ganzen Arbeitstag auf einer Baustelle. Das Arbeits- und Privatleben wird zur unlösbaren Aufgabe. Neun von zehn Patienten mit Chronic Fatigue Syndrome (CFS) haben psychische Störungen. Die meisten CFS-Kranken lehnen jedoch eine Psychotherapie ab, weil sie hinter der chronischen Müdigkeit eine organische Krankheit vermuten. Dies hat sich in einer Studie am Universitätsklinikum Mainz bestätigt.

Diagnose schwierig

Das größte Problem aller Betroffenen ist, das die Krankheit bei Ihnen überhaupt festgestellt wird, denn es gibt für das CFS bislang keine diagnostischen Labortests oder objektivierende technischen Untersuchungen. Erschwerend für die Feststellung dieser Erkrankung kommt hinzu, dass beim Chronischen Erschöpfungssyndrom viele Symptome vorkommen, die auch andere Krankheiten begleiten. So leiden etwa 10-25% aller Patienten, die ihren Hausarzt aufsuchen, unter allgemeinen Erschöpfungszuständen. Das CFS kann daher bisher nur über eine sogenannte Ausschlussdiagnose festgestellt werden.

Studie an 78 Patienten mit CFS durchgeführt

Von 78 CFS-Kranken, die in der Klinik für Psychosomatische Medizin fünf Tage lang stationär untersucht worden sind, hatten nur drei organische Krankheiten, die CFS-Symptome wie Müdigkeit und Erschöpfung ausgelöst haben könnten. Wie Professor Ulrich Egle bei einer Fachtagung zu Psychosomatik in Hannover berichtet hat, wurden bei diesen Patienten ein Diabetes mellitus, eine Multiple Sklerose und eine gluteninduzierte Enteropathie festgestellt.

Sechs weitere Patienten hatten weder organische noch irgendwelche psychischen Störungen, waren somit an CFS unbekannter Ätiologie erkrankt und sollten mit bildgebenden Verfahren weiter untersucht werden, sagte Egle. Die übrigen Patienten waren psychisch krank; es überwogen Depressionen, Angsterkrankungen und Zwangsstörungen. „Diese Befunde standen im krassen Widerspruch zur Selbsteinschätzung der Patienten“, sagte Egle. Denn nur zwei Patienten teilten die Ansicht, dass ihre chronischen Beschwerden psychogen seien. 33 der befragten Patienten hingegen schlossen eine psychische Krankheitsursache völlig aus. Die übrigen Patienten meinten, dass es für ihre Krankheit sowohl organische als auch seelische Auslöser gegeben habe.

Dennoch lehnen die meisten Patienten eine psychotherapeutische Betreuung ab. Diejenigen, welche einer Therapie zugestimmt haben, verbesserte sich die Lebensqualität zusehens. Die Therapie des CFS ist langwierig und verlangt vom Patienten und seinen Angehörigen Geduld, Toleranz und manchmal auch den Willen zur gemeinsamen Veränderung von Lebensgewohnheiten, die unter Verdacht stehen, zur psychischen Belastung des Patienten beizutragen.

Ist die Krankheit noch im Anfangsstadium, kann man versuchen deren Übergang ins chronische Stadium zu stoppen, und zwar durch:

* richtigen Schlaf (gut gebettet, in gesund temperierten und gelüfteten Räumen, optimierte Schlaflänge)
* Verzicht auf Alkohol und Nikotin
* gesunde Ernährung (eventuell Nahrungsergänzung durch Bioenergetika / Tonika; siehe auch Stichwort Leistungsfähigkeit)
* Gymnastik, Sport
* richtige Atmung, gute Umgebungsluft (zuhause und an der Arbeitsstätte)
* genug Sonnenlicht (auch bzw. gerade im Winter)
* Erlernen von Entspannungsmethoden (z.B. Autogenes Training)
* Stressverminderung (beruflich, in der Partnerschaft und/oder familiär; oft nur mit psychologischer Fachbetreuung erreichbar)

Therapie

Da es zur Zeit keine allgemein anerkannte ursächliche Behandlung des CFS gibt, kann und soll eine Therapie daher individuell und symptombezogen erfolgen. Vermeiden von Intoxikationen, Ernährungsumstellung, Physiotherapie, Schmerztherapie und, insbesondere bei Depression oder Angststörungen, auch eine Psychotherapie können hilfreich sein.

Zudem kann es das Leben mit der Erkrankung entlasten, sich darauf im Sinne des Coping so gut wie möglich einzustellen. Manchen CFS-Kranken bringt eine naturheilkundliche Behandlung Besserung. Zur Behandlung werden häufig, nicht zuletzt von Herstellerseite, auch verschiedene Nahrungsergänzungsmittel empfohlen. Die entsprechende Wirksamkeit ist dabei in der Regel nicht oder aber noch nicht ausreichend untersucht worden.

Hinweis: der Artikel ist veraltet und entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand der Forschung. Die Überarbeitung wird demnächst durchgeführt.

Linktipps


– Ich kann nicht schlafen – 10 einfache Schlafregeln
– Müdigkeitssyndrom in Zusammenhang mit Krebs besser behandelbar
– Risikofaktor Schlafstörung

www.medicaments-24.net

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