1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 Bewertungen, Durchschnitt: 4,00 Sterne von 5)
Diabetiker: kein Schokoladeverbot mehr

Diabetiker: kein Schokoladeverbot mehr

Diabetikerschokolade

Dank dem neuen Süßstoff Xylit, der den Zuckerhaushalt bei Diabetikern nicht ansteigen lässt, gibt es für Diabetiker kein Schokoladeverbot mehr.



Dresden – Es ist der Stoff, aus dem Träume wahr werden sollen: Der Süßstoff Xylit bedeutet zumindest für Diabetiker, dass sie endlich essen dürfen, was sie wollen. Er kann vom menschlichen Organismus nicht aufgenommen werden und lässt dadurch den Zuckerhaushalt des Diabetikers nicht bedrohlich ansteigen.

Allerdings gibt es Xylit heutzutage noch nicht in Lebensmitteln, weil die Herstellung zu teuer ist. Doch ein Dresdner Wissenschafter hat jetzt eine mathematische Formel entwickelt, mit deren Hilfe das Verfahren zur Gewinnung des Süßstoffes, der auch gegen Karies wirkt, optimiert werden kann. Es sei ein wichtiger Beitrag auf dem Wege zur industriellen Produktion, sagt der 28 Jahre alte Diplomingenieur für Biotechnologie, Thomas Walther. Der Lohn der Mühe ist der Karl-Schügerl-Forschungspreis, der alle zwei Jahre für die beste Diplomarbeit auf dem Gebiet der Biotechnologie verliehen wird. Walther hatte seine Formel während seines Studiums im Rahmen einer achtmonatigen Arbeit an der Universität Blacksburg im US-Staat Virginia entwickelt.


Zur Zeit nur in Zahnpflegekaugummis

„Xylit“ wird bereits seit Jahren in einem chemischen Verfahren hergestellt. Wegen der hohen Kosten wird er aber derzeit nur zum Beispiel in Zahnpflegekaugummis verwendet, aber eben nicht im Kuchen oder anderen Leckereien. Walther hatte sich bei seinen Studien dagegen auf das wesentlich billigere und umweltschonende biologische Verfahren zur Gewinnung des Süßstoffes konzentriert.

Das Prinzip ist einfach: Wenn man pflanzliche Abfälle wie Stroh oder Heu nehme und diese mit Säure übergieße, entstehe ein Saft aus Zucker, betont der Wissenschaftler. Im zweiten Schritt müsse man einzellige Mikroorganismen wie Hefe hinzufügen. Die Zellen wiederum hätten die Fähigkeit, den Zucker in den begehrten Süßstoff umzuwandeln. Da es aber chemisch gesehen verschiedene Zuckerarten gebe, hätten diese auch unterschiedliche Einflüsse auf den Umwandlungsprozess.

Durch die neue Formel von Walther können nun die Einflüsse der verschiedenen Zuckerarten zum ersten Mal nachgewiesen werden. Das führe zu einem Optimierungsprozess, was für die industrielle Herstellung entscheidend sei. Eine Leipziger Firma habe sich bereits für die Entwicklung interessiert, sagt der Diplom-Ingenieur. Sie prüfe jetzt die Erfindung auf ihre
kommerzielle Nutzung hin. Das werde allerdings noch Jahre dauern.

Linktipps:

– Diabetes und Sport
– Ist Schokolade gesund?
– Die gute Seite der Schokolade
– Was Sie schon immer über Schokolade wissen wollten
– Diäten im Test
– Tipps zum gesunden Abnehmen
– Süßstoffe
– Rezept: flüssiger Schokokuchen
– Rezept: Heiße Gewürzschokolade mit Marshmallows