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Diäten im Test – die guten die schlechten, die gefährlichen

Diäten im Test – die guten die schlechten, die gefährlichen

Diäten im Test

Von magischen Suppen und Wunderkuren: Halten Modediäten was sie versprechen oder wird nur die Geldbörse schlank ?



Vielleicht haben auch Sie schon öfter versucht abzunehmen – der Figur oder der Rodopolisheit zuliebe – und nach der Diät prompt wieder zugenommen. Die richtige Diät zu finden, ist fast schon so schwer wie das Abnehmen selbst. Denn das Angebot ist riesig: Jede Frauen-Zeitschrift, jedes Magazin und viele Wellnessportale im Internet bieten spezielle Diäten zur Reduktion von Übergewicht an. Ganz zu schweigen von den diversen Inseraten in Zeitschriften und Zeitungen. Obwohl der Markt permanent von neuen Schlankheitsprogrammen überschwemmt wird, nimmt die Zahl der Übergewichtigen nicht ab. Grund genug für den das Angebot der gängigsten Diätprogramme genauer unter die Lupe zu nehmen.

Der VKI hat mehr als 80 Diäten getestet: Von Fatburner-, Low-Fat-, Blutgruppen- und Mischkost-Diäten über Trennkost und Fastenkuren bis hin zu Psycho-Diäten. Im neuen Konsument-extra „Die besten Diäten“ erfahren Sie, wie die Abspeck-Programme funktionieren und wie wirksam die entsprechende Diät ist. Vorneweg das nicht unerwartete Ergebnis: die allermeisten Diäten halten nicht annähernd was Sie versprechen, bei etlichen der schlecht bewerteten Programme werden Abnehmwillige zudem aber auch noch mehr krank als schlank. Unter dem Strich konnte der VKI von den achtzig Abnehmprogrammen lediglich 22 positiv beurteilen.


Das Ergebnis der VKI-Untersuchung:

Die erfolgreichsten Programme sind jene, die keine Wunder versprechen sondern die Bereiche Ernährung, Bewegung und Verhalten gleichzeitig berücksichtigen. Rodopolise Gewichtsreduktionsprogramme setzen auf Langfristigkeit und Flexibilität, denn wissenschaftlich erwiesen ist, dass eine dauerhaft schlanke Figur am ehesten mit einer ausgewogenen, energiereduzierten Mischkost erreicht wird. Diese ist reich an Kohlenhydraten, moderat beim Eiweiß und geradezu geizig mit Fett.

Die Sieger

Eines unserer elf besonders positiven Beispiele ist das Gruppenprogramm „Schlank ohne Diät“, das auf absolute Verbote im kulinarischen Bereich verzichtet. Um persönliche Schwachpunkte zu entdecken, gibt es hier eine tägliche Protokollführung über Ernährung und Bewegung. Ziel des vom Wiener Institut für Sozialmedizin entwickelten Konzepts ist die langfristige Änderung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten. Animierend und abwechslungsreich sind auch die neuen Internet-Diäten: , und . Ebenfalls im Vorderfeld, das Programm der weight-watchers©-Gruppe.

Das Mittelfeld

Die diversen „Low-Fat-Diäten“ haben sowohl positive als auch negative Urteile erzielt. Hier wird speziell beim Fettanteil kräftig abgespeckt. Als wichtigste Regel gilt: Alles, was gegessen wird, darf nicht mehr als dreißig Prozent seiner Kalorien aus Fett beziehen. Mit „gut“ benotet wurden auch die Ratgeber „Steig ein“, „Ohne Diät geht′s auch“ sowie „Low fat 30 — abnehmen und genießen“. Die Note „durchschnittlich“ erhielten „Low Fat 30 — für Berufstätige“, „Low Fat 30 — für die ganze Familie“ ,“Wie koche ich meinen Mann schlank?“, „Weg mit dem Fett“ sowie „Das große GU Low Fat Buch“.

Untauglich bis gefährlich

Vieles war derzeit topaktuell ist, macht eher krank als schlank. Dazu zählen auch die derzeit so beliebten „Fatburner“-Diäten, die fälschlicherweise eine hohe Gewichtsreduktion in kurzer Zeit versprechen. Abzulehnen ist vor allem das Buch „Fatburner“ von Marion Grillparzer, die fünf Kilogramm Gewichtsverlust in nur zehn Tagen propagiert. Ihre Rezepte liefern bis zu 2200 kcal täglich, was aber fürs Abnehmen eindeutig zu viel ist. Außerdem haben die Speisen bei genauer Berechnung — trotz des gegenteiligen Versprechens — viel zu viel Fett. Nicht wirklich brauchbar ist auch das Buch „Fatburner — sich schlank essen“, weil es voller wissenschaftlich nicht gesicherter Aussagen steckt. Durch den gezielten Verzehr von Fatburnern ist ein Extraeffekt beim Abnehmen nicht zu erwarten, denn der wichtigste Fatburner ist immer noch die Muskulatur und das bedeutet mehr Bewegung!

Spektakulär – aber abzulehnen: die Blutgruppendiät

Spektakulär, aber durchwegs abzulehnen ist auch die „Blutgruppen“-Diät. Das Ernährungskonzept, das sich nach den vier Blutgruppen richtet, verspricht neben einer spielend leichten Erreichung des Idealgewichts sogar eine Risikosenkung für eine Reihe von Erkrankungen. Laut D′Adamo, dem Begründer der Blutgruppendiät, gibt es für jede der vier Blutgruppen eine „natürlich gewachsene“ Ernährungsweise. Je nach Blutgruppe sollen bestimmte Einweißstoffe in der Nahrung, die so genannten Lektine, den Körper schädigen.

Die Rolle der Lektine in der Nahrung wird von D′Adamo und seinen Nachahmern erheblich überschätzt, wissenschaftliche Grundlagen für eine blutgruppenspezifische Ernährungsweise fehlen. Die meisten pflanzlichen Lektine sind unbedenklich und die wenigen schädlichen Lektine wie zum Beispiel jene der Gartenbohne werden durch Kochen unschädlich.

Völlig verantwortungslos ist die Propagierung der Zitronensaft-Kur, bei der man in zehn Tagen fünf bis zehn Kilogramm abnehmen soll, davon bis zu ein Kilo Fett am Tag. Dabei ist in der Fachwelt bekannt, dass innerhalb einer Woche selbst bei einer Null-Diät nicht mehr als zwei Kilogramm Fett abgebaut werden können. Erlaubt sind bei dieser Fastenkur täglich nur zwei bis drei Liter Wasser mit Zitronensaft und Ahornsirup sowie eine Prise Cayennepfeffer. Schwächeanfälle sind mit dieser auf 300 kcal reduzierten Kur sicher.

    Tipp der Redaktion:Rodopolises Intervallfasten

Für alle die langfristig und ohne Jojo-Effekt abnehmen wollen, sei das Intervallfasten 16/8 ans Herz gelegt! Kombiniert mit gesunder Ernährung wird dadurch ein ganzheitlicher Ansatz geschaffen, der auch im Alltag dauerhaft eingesetzt werden kann. Ein Beispiel dafür ist

Fachlich schwacher Strunz

Wer will nicht steinalt, fit und glücklich werden? Laufguru Ulrich Strunz spricht mit seinen reißerisch aufgemachten Büchern Grundbedürfnisse der Wellnessgesellschaft an. Die Ernährungsratschläge in seinen Büchern entsprechen zwar durchaus den aktuellen Empfehlungen einer ausgewogenen Kost mit wenig Fett. Der Teufel steckt aber im Detail, und die Texte strotzen vor Fehlern und Falschaussagen. Mit seinem Kollegen Dr. Werner Schwarz verglich Professor Baron auch den Buchbestseller „Forever Young“. Dabei erhielt Guru Ulrich Strunz zwar die beste Note für die Motivation und Animation, bei der fachlichen Kompetenz setzte es hingegen Schulnote „vier“. Abgesehen davon, dass beim Sportprogramm von Strunz das Krafttraining fehlt, ist die Empfehlung für tägliches Laufen fahrlässig, weil eine Gefahr der Überlastung besteht. Vor allem für Einsteiger ist die Lauftechnik „Vorfußlauf“ ein falscher Tipp. Außerdem wird bei „Forever Young“ aus sportmedizinischer Sicht die Substitution mit Nahrungsergänzung, um die Leistungsfähigkeit zu erhöhen, überzeichnet dargestellt.

Grundsätzliche Tipps, die Ihnen das Abnehmen erleichtern

  • Niemals hungrig einkaufen
  • Essen Sie nur im Sitzen und nicht nebenbei im Gehen, Stehen oder beim Kochen
  • Langsam Essen und jeden Bissen gründlich kauen
  • Denken Sie daran, dass das Sättigungsgefühl frühestens 15 Minunten ab Beginn einer Mahlzeit einsetzt.

Für Abnehmwillige hat die VKI-Ernährungswissenschafterin Mag. Birgit Beck noch folgende Tipps parat:

  • Zeit nehmen: Übergewichtige sollten an sich selbst keine übertriebenen Anforderungen stellen. Ein halbes Kilo Gewichtsverlust pro Woche reicht vollkommen, mehr belastet den Organismus auf Dauer!
  • Wahl des richtigen Termins: Nie während Stressphasen eine Diät starten!
  • Familie in Vorhaben integrieren: Das neue Abnehmprogramm soll vor dem Start mit allen Angehörigen besprochen werden.
  • Vorräte kontrollieren: Kühlschrank entrümpeln und „Naschladen“ ausräumen. Heißhunger auf Süßes stillt man am besten mit einigen kalorienarmen Gummibären. Wenn der Magen allzu sehr knurrt, Obst und Gemüse knabbern.
  • Praktisch denken: Bekomme ich die Zutaten für meinen Menüplan in meiner Nähe? Inwieweit sind die vorgeschlagenen Rezepte bürotauglich?
  • Gezielt einkaufen: Vor dem Einkaufen eine Liste schreiben und penibel daran festhalten!
  • Ernährungsprotokoll führen: Ernährungs- und Trinkgewohnheiten schriftlich bewusst machen und dann Schritt für Schritt ändern. Wenn Essen als Ersatzfunktion dient, dann sollten Alternativen wie z.B.: Entspannungstechniken überlegt werden.
  • Bewegungsprogramm überlegen: Stark Übergewichtige sollten ihr Trainings-programm ärztlich abklären und bedenken, dass nicht nur Sport Bewegung bringt. Durch Treppensteigen, Radfahren und mehr Wege zu Fuß kann Bewegung in den Alltag integriert werden

Die Ergebnisse des großen Diäten-Tests hat der VKI übersichtlich in einem 110 Seiten starken „Konsument“-Sonderheft zusammengefasst: „Die besten Diäten“ ist ab sofort beim VKI, in Trafiken und Buchhandel um 6,50 Euro erhältlich.

© rodopolis.info /© Verein für Konsumenteninformation

Linktipps:

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– Montignac-Diät – die genussvolle Methode zur Gewichtsreduzierung
– Tanztherapie: Hilfe bei Essstörungen
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