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Dickdarmkrebs – Ursachen, Symptome und Therapie

Dickdarmkrebs – Ursachen, Symptome und Therapie

Dickdarmkrebs

Darmkrebs tritt meist in der Dickdarmschleimhaut auf und geht häufig aus Darmpolypen hervor. Wenn er früh erkannt wird, gibt es gute Heilungschancen, auch beim Dickdarmkrebs. Dabei werden in der Praxis in Österreich nur rund 30 Prozent der Fälle von Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) bei einer Untersuchung im Frühstadium erkannt. Das liegt nicht daran, dass keine entsprechend moderne Technik vorhanden ist. Vielmehr suchen die meisten Betroffenen den Arzt erst viel zu spät auf.



Ursachen

Die Ursache von Dickdarmkrebs sind Darmpolypen. Hierbei handelt es sich um gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut, wobei die sogenannten adenomatöse Polypen (Adenome) sich zu Krebsgeschwüren verhärten können. Ein Risikofaktor hier ist der Lebensstil und die Ernährung und der Mangel an Bewegung und Übergewicht sowie langjähriges Rauchen und der Konsum von viel Alkohol. Doch auch die genetische Veranlagung spielt eine Rolle. Und auch bestimmte Vorerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn begünstigen das Darmkrebsrisiko. Dies alles kann zur krankhaften Veränderung der Darmpolypen führen. Ohne die vorherige Ausbildung von Polypen im Darm kann Dickdarmkrebs aber auch durch das Vorliegen einer bestimmten Gen-Mutation entstehen – dem Lynch-Syndrom.

Symptome

Ein Grund, warum nur so wenige von Dickdarmkrebs betroffene Menschen im Frühstadium behandelt werden können ist, dass das Kolonkarzinom gerade im Frühstadium keine bzw. kaum Beschwerden anzeigt. Die ersten Komplikationen treten erst dann auf, wenn eine Heilung schon nicht mehr möglich ist. Auf Darmkrebs allgemein weist normalerweise Blut im Stuhl hin und durch Änderung der Stuhlgewohnheiten sowie plötzlich auftretende Durchfälle und Verstopfungen. Müdigkeit, Leistungsminderung und Gewichtsverlust machen sich dann schnell als weitere Symptome bemerkbar. Häufig geht ein Betroffener erst dann zum Arzt bzw. lässt sich behandeln, wenn massive kolikartige Bauchschmerzen auftreten und ein Darmverschluss. Im Spätstadium ist dann auch häufig Nierenversagen und zum Harnleiterverschluss.

Therapie

Die Art der Therapie von Dickdarmkrebs richtet sich danach, in welchem Stadium das Kolonkarzinom entdeckt wurde. Und auch die Lage des Tumorherdes bestimmt die Behandlung. Im frühen Stadium lässt sich der Tumor durch eine Operation meist komplett entfernen, ohne dass andere Organe in Mitleidenschaft gezogen werden. Hat der Krebs bereits gestreut wird zusätzlich eine Chemotherapie nötig. Bei einer Operation am Darm wird das befallende Darmstück komplett entfernt, ebenso die benachbarten Lymphknoten. Für den Fall, dass der Krebs schon weit gestreut und weitere Organe befallen sind, wird eine Palliativtherapie durchgeführt, die den Tumor möglichst klein halten und die Lebensqualität des Patienten verbessern soll. In den meisten Fällen wird im Rahmen der Dickdarmkrebs-Operation auch ein künstlicher Darmausgang gelegt – vorübergehend oder dauerhaft. Meist wird auch künstlicher Ausgang für die Blase erforderlich.

Folgen und Nachsorge

Die Überlebenschancen bei Dickdarmkrebs hängen davon ab, in welchem Stadium der Krebs entdeckt wurde. Je früher entdeckt, desto größer sind die Heilungschancen. In Österreich werden jährlich ca. 5000 neue Erkrankungsfälle von Darmkrebs diagnostiziert, wovon ein Drittel davon das Kolon, also den Dickdarm betrifft. Dickdarmkrebs ist in der industrialisierten westlichen Welt die zweithäufigste Todesursache bei Krebs. Trotz meist radikaler Operation kommt es immer wieder zu Rückfällen innerhalb von fünf Jahren nach der eigentlich erfolgreichen Operation. In diesen Fällen hatte der Krebs schon vorher gestreut und befällt nun benachbarte Organe. Eine Dickdarmkrebserkrankung trifft nicht nur ältere Menschen, sondern auch junge Menschen, die vielleicht ihre Familienplanung im Kopf noch nicht abgeschlossen haben.

Durch die Erkrankung wird es allerdings schwer diese noch zu realisieren. War eine Chemotherapie nötig, kann es sein, dass hierdurch beim Mann die Samenzellen und bei der Frau die Eizellen geschädigt wurden. Bei Frauen kommt es durch die Operation im Bauchraum häufig zu Verwachsungen, was das Einnisten von einem befruchteten Ei erschwert. Ein Stoma stellt hingegen kein grundsätzliches Hindernis für eine Schwangerschaft dar. Bei Frauen kann nach der Operation zudem die Menophase früher als bei anderen Frauen einsetzen.

Früherkennung

Auch wenn in Österreich das Angebot einer Vorsorgeuntersuchung für die Früherkennung von Krebs besteht, nimmt dieses Angebot in Österreich nur eine Minderheit wahr. Dabei ist dieses Angebot kostenlos und umfasst eine Rektaluntersuchung und einen Okkultbluttest – also den Test auf verstecktes Blut im Stuhl. Ab dem 50. Lebensjahr ist zudem für alle eine Darmspiegelung vorgesehen und kostenlos. Diese kann ab dem 50. Lebensjahr alle 5 Jahre auch kostenlos wiederholt werden. Des Weiteren kann jeder bei unklaren Beschwerden altersunabhängig den Hausarzt aufsuchen und wird im Verdachtsfall zu einer Darmspiegelung überweisen.

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Quellen:


– The Missing Non-Coding Linc in Colorectal Cancer (Int J Mol Sci. 2017 Sep 20;18(9).) PMID:

Linktipps:

– Medizinlexikon: Darm [Organe]
– Krebs: vorsorgen ist besser als heilen
– Der Darm – Spiegel des körperlichen Befindens
– Vorsorgeuntersuchungen für Frauen

Kave Atefie





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