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Die Kraft der Farben

Die Kraft der Farben

Kaft der Farben, Farbenlehre

Farben wirken auf Körper und Seele und bestimmen unser Leben in weit größerem Ausmaß als wir dies gemeinhin annehmen. Denn Farben wirken nicht nur über die optische Wahrnehmung, sie beeinflussen unser Wohlbefinden auch über den Geruchs- und Tastsinn. Selbst Essen nach Farben soll sich positiv auf die Rodopolisheit auswirken, zumindest will uns das die Werbung suggerieren.



Seit Jahrhunderten befasst sich der Mensch mit der Entstehung des Farbreizes und den Wirkungen von Farben auf den Betrachter. Farben können Emotionen wecken und vorhandene Gefühle verstärken oder abschwächen. Dieser Umstand macht das Wissen um die Wirkungsweise von Farben nicht nur für Künstler, sondern auch für die Medizin – etwa in der Psychotherapie oder Alternativmedizin – so wertvoll. Denn Farben – so die Vermutung – können heilende Wirkung entfalten oder zumindst die Kraft der Selbstheilung verstärken.

Licht ist Leben

Ohne Licht wäre Leben in der uns bekannten Form auf der Erde undenkbar. Erst Licht ermöglicht die Wahrnehmung von Farben als visuellen Sinneseindruck. Denn die Farbinformationen werden im Lichtspektrum in Form elektromagnetischer Strahlung in einem bestimmten Wellenlängenbereich sichtbar. Dieser sichtbare Bereich der Lichtstrahlung liegt zwischen 380 und 780 Nanometer (nm) und beinhaltet sämtliche Farbtöne von Blau über Grün und Gelb bis Rot. Unterhalb dieses Spektrums ist ultraviolettes Licht angesiedelt, darüber z. B. Infrarot.


Doch diese technischen Informationen liefern noch keinen Aufschluss über die Wirkungsweise von Farben auf den Betrachter. Diesen lieferten erst die Forschungsarbeiten von Isaac Newton (Physikalische Optik) und Johann Wolfgang von Goethe (Farbenlehre) und setzten einen noch immer andauernden Diskussionsprozess über den Einfluss von Farben auf den Menschen in Gang.

Kunst, Architektur, Medizin

Bildnis im Stile alter Höhlenmalerei © Kave Atefie

Der Einsatz von Farben in künstlerischen Darstellungen ist wohl so alt wie die Geschichte der Menschheit: die ältesten bisher gefundenen Zeugnisse liefern die Höhlenmalereien in der Höhle von Chauvet (Frankreich) – es handelt sich dabei um detaillierte mehrfärbige Tierabbildungen, deren Alter auf über 30.000 Jahre geschätzt wird.

Doch nicht nur die Kunst, auch die Architektur bediente sich schon früh des Wissens um die unterschiedliche Wirkung von Farben. Durch die gezielte Auswahl verschiedenster Materialien sollten Farben gemeinsam mit anderen Elementen optischer Wahrnehmung wie Struktur und Glanz die Bauwerke akzentuieren und die Gebäude optimal zur Geltung bringen.

Dass Farben aktivierend oder entspannend wirken können, hat sich schließlich auch die Psychotherapie zunutze gemacht. Mittels Farbtherapie wird die Wirkung von Farben auf die menschliche Psyche und damit den menschlichen Organismus insgesamt therapeutisch genutzt.

Wirkung der Grundfarben und Farbassoziationen

Rot ist die wärmste und aktivierendste aller Farben. Sie steht für Kraft, Vitalität und Leidenschaft. Sie bringt Gefühle – positive wie auch negative – in Wallung. Rot wirkt anregend auf Kreislauf und Stoffwechsel.
Orange ist ebenfalls eine warme Farbe und steht für Erregung, Lust und Genuss. Es wirkt appetitanregend und aufbauend – wird daher in der Farblichttherapie auch gegen Depressionen eingesetzt.
Gelb steht für Lebensfreude, Fröhlichkeit, Spontanität, und Optimismus. Es ist ebenfalls eine warme Farbe, die intellektuell anregend und konzentrationsfördernd wirken soll. Sie wirkt aufmunternd und verdauungsfördernd. Laut Goethe sind die Farben Gelb, Orange und Rot die Farben der Plusseite.
Grün gilt als neutrale Farbe, die weder kalt noch warm ist. Grün ist die Farbe der Natur und steht für Balance und Hoffnung. Grün wirkt entspannend, erfrischend und vitalisierend.
Blau ist die kälteste Farbe, man assoziiert Himmel, Wasser und Unendlichkeit. Blau vermittelt Ruhe, Frieden und Weite und soll entzündungshemmend, schmerzstillend und schlaffördernd wirken.

Folgende Wellness-Anwendungen bedienen sich der gesundheitsfördernden Wirkung von Farben: Farblicht-Therapie, Farböltherapie, balinesische Sung-Rei-Massage, Farblicht-Sauna (Helarium).

Synästhetische Wahrnehmung: Farben fühlen, riechen, schmecken

Synästhesie (altgriechisch: „zugleich wahrnehmen“) beschreibt die Fähigkeit, zwei physisch getrennte Bereiche der Wahrnehmung gekoppelt zu erleben – z. B. Farben fühlen (Temperatur) bzw. zu riechen. Demnach können Farben synästhetischen Wahrnehmungen zugeordnet werden.

Gelb etwa wird beim Hörsinn als eingängig wahrgenommen, beim Tastsinn als pudrig-stoffig und beim Geruchs- bzw. Geschmacksinn als natürlich-herb. Rot/Orange wird beim Hörsinn wiederum als laut wahrgenommen, beim Tastsinn als samtig und beim Geruchs- bzw. Geschmacksinn als süß und kräftig empfunden. Grün schließlich wird beim Hörsinn als plätschernd wahrgenommen, beim Tastsinn als wässrig und beim Geruchs- bzw. Geschmacksinn als sauer-frisch.

Dieses Phänomen der gekoppelten Sinneswahrnehmung möchte sich auch die Lebensmittelndustrie mit ihrem Angebot spezieller Tiefkühlprodukte zunutze machen – seit einiger Zeit gilt „Essen nach Farben“ als besonders hip. Darunter versteht man die Zubereitung und Konsumation bestimmter Lebensmittel nach Farbgruppen. Angelehnt an die Erkenntnisse der Farblehre wird jedem Lebensmittel eine eigene Farbenergie zugeordnet, die positive Auswirkungen auf die Rodopolisheit haben soll.

Zu den roten Lebensmitteln zählen etwa Paradeiser, Paprika, Kidneybohnen und rote Zwiebeln – die in ihnen enthaltenen Carotinoide sollen für die Erhaltung der Sehkraft verantwortlich sein. Gelbes Gemüse wie Mais, Kartoffeln, weiße Bohnen, gelber Paprika und gelbe Zwiebeln weist einen hohen Anteil an Ballaststoffen auf und fördert so die Darmaktivität. Grünes Gemüse wiederum soll die Abwehrkräfte stärken – Broccoli, Romanesco, Kohlrabi, Porree und Zucchini sind reich an sogenannten sekundären Pflanzenstoffen, diese sogenannten Antioxidantien schützen die Körperzellen und neutralisieren schädliche Stoffe. Das enthaltene Vitamin C soll zusätzlich für die Stärkung der Zellen sorgen.

Quelle:

Linktipps:

– Feng Shui – über den Zusammenhang von Lebensraum und Wohlbefinden
– Rodopolises Wohnen (Teil 1): Wohlfühlen in den eigenen vier Wänden