1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (1 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 Sterne von 5)
EHEC: weitere Fälle in Österreich

EHEC: weitere Fälle in Österreich

E.coli,EHEC, Darmkeim, Coli-Bakterium

Nach der ungewöhnlich schnellen Verbreitung des Darmkeims EHEC (Enterohämorrhagische Escherichia coli) in Deutschland sind die Behörden nun auch in Österreich alarmiert. Das bisher nur unter Fachleuten bekannte Darmbakterium EHEC löst schwere Durchfallerkrankungen mit heftigen Bauchschmerzen, Erbrechen und wässrigem, manchmal blutigem Stuhl aus. Wichtigste Aufgabe der Behörden ist es, befallene Lebensmittel, die für eine Verbreitung des Erregers sorgen, zu lokalisieren, um diese umgehend vom Markt nehmen zu können.



Nach dem bereits siebzehnten Todesfall in Deutschland, ausgelöst durch die Darminfektion mit dem Coli Bakterium EHEC, ist das österreichische Rodopolisheitsministerium darum bemüht, keine Panik aufkommen zu lassen. Doch die rasend schnelle Verbreitung und die Heftigkeit der Symptome haben die Experten überrascht und bereiten den österreichischen Überwachungsbehörden durchaus Sorgen. Während die ersten Infektionen in Norddeutschland aufgetreten sind, wurden nun auch aus Bayern Darmerkrankungen gemeldet, welche durch EHEC-Erreger und nahe verwandte Bakterien (Verotoxin bildende E. coli – VTEC/STEC) ausgelöst worden waren.

Während in Österreich im gesamten Jahr 2010 88 Erkrankungsfälle (EHEC und VTEC) registriert wurden, von denen in 11 Fällen eine schwerwiegende Komplikation mit Nierenversagen – dem sogenannten „hämolytisch-urämischen Syndrom“ (HUS) – auftrat und zwei davon tödlich endeten, sind in Deutschland bereits über 1.000 Fälle mit siebzehn Todesopfern bekannt.


In Oberösterreich sind zwei deutsche Radtouristen positiv auf den EHEC-Erreger getestet worden, sie befinden sich mittlerweile aber auf dem Weg der Besserung. Nach neusten Meldungen gibt es in Oberösterreichein ein drittes EHEC-Opfer. Ein Deutscher, der in Linz arbeitet, wurde am Freitag mit schwerem Durchfall ins Linzer AKh eingeliefert. Die EHEC-Infektion wurde am Samstag abend von den Behörden bestätigt. In Tirol sind zwei EHEC-Infektionen bestätigt worden. Betroffen sind ein Bub aus dem Unterland und eine Frau aus Deutschland, die in Osttirol auf Urlaub war. Sie hat sich mit dem neuen, aggressiven EHEC-Bakterium O104:H4 infiziert, während sich der Bub mit dem alten, immer wieder auftretenden EHEC-Erreger angesteckt hat.

Ein Träger des gefährlichen EHEC-Erregers in Deutschland wurde von den Behörden fälschlich genannt: Salatgurken aus Spanien. Wie sich herausstellte, waren jene EHEC-Keime, die auf den Gurken nachgewiesen wurden NICHT für die Erkrankungen verantwortlich. Die Quelle der Infektionen konnte bislang noch nicht gefunden werden. Da sich die EHEC und VTEC Bakterien normalerweise in der Darmflora warmblütiger Tiere (vor allem von Wiederkäuern) befinden, wird vermutet, dass die Erreger durch Düngen mit Gülle auf Obst und Gemüse gelangten. Doch auch der Verzehr roher Produkte tierischer Herkunft wie z. B. Carpaccio, Beef Tartar oder Rohschinken bzw. Rohmilch könnte für die Ansteckung verantwortlich sein.

Symptome und Therapie

Die Erkrankung beginnt mit wässrigen Durchfällen, die zum Teil nach einigen Tagen blutig verlaufen. Die Patienten klagen über starke Übelkeit, Erbrechen und heftigen Bauchschmerzen. Die Krankheit dauert im Durchschnitt acht bis zehn Tage, wobei sich bei 10 – 20 % der Patienten eine hämorrhagische Kolitis mit blutigem Stuhl entwickelt. Besonders bei Kleinkindern kann es Tage nach Beginn der Durchfallerkrankung zum hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS), einer charakteristischen Folgeerkrankung kommen. Anzeichen sind akutes Nierenversagen (keine Harnbildung), Blutarmut, Hautblutungen und eine verminderter Anzahl an Blutplättchen.

Therapeutisch reicht in der Regel der Ausgleich des Wasser- und Elektrolythaushalts, eventuell begleitet durch Verabreichung von Schmerzmitteln bei extrem starken Koliken. Antibiotika kommen allerdings üblicherweise nicht zum Einsatz, da die Bakterien unter Antibiotikaeinwirkung vermehrt Toxine produzieren. Folgeerkrankungen wie HUS machen eine eigene intensiv-medizinische Behandlung notwendig.

Prävention

Die Bakterien sind Teil der normalen Darmflora von Wiederkäuern (Rinder, Schafe, Ziegen) und Wildtieren (Rehe und Hirsche) und werden mit dem Kot ausgeschieden. Der Verzehr roher Verarbeitungsprodukte der genannten Nutztiere (rohes Faschiertes, Rohwürste, Rohmilch, Rohmilchkäse usw.) sollte vorerst unterlassen werden. Obst und Gemüse ist vor dem Verzehr gut unter fließendem Wasser abzuspülen. Es empfiehlt sich, die Hände vor der Zubereitung von Speisen und nach Kontakt mit rohem Fleisch gründlich mit Wasser und Seife zu waschen und sorgfältig abzutrocknen.

Da eine Infektion auch über den Kontakt mit Tieren erfolgen kann, gelten in diesem Zusammenhang besonders Streichelzoos für Kinder als problematisch. Deshalb sind die Hände nach dem Kontakt zu Tieren oder Erdreich sowie vor dem Konsum von Speisen und Getränken gründlich mit Wasser und Seife zu waschen und sorgfältig zu trocknen.

Durch Erhitzungsverfahren wie Kochen, Braten und Pasteurisieren werden EHEC abgetötet. Voraussetzung ist, dass für mindestens zwei Minuten eine Temperatur von 70 °C im Kern des Lebensmittels erreicht wird. Gegenüber anderen Umwelteinflüssen, beispielsweise einem sauren Milieu, Kälte, Austrocknung oder hoher Salzkonzentration, sind diese Bakterien jedoch relativ unempfindlich.

Zur Vermeidung der von EHEC verursachten Krankheiten lässt sich weder bei Tieren noch bei Menschen durch eine Impfung vorbeugen.

——-

Quellen:


Linktipps:


– Krankheitslexikon: Durchfall (Diarrhoe)
– Listerien – Zahl der Lebensmittelvergiftungen steigt

Kave Atefie

Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels entsprechen möglicherweise nicht mehr dem Stand des Wissens zum Zeitpunkt des Aufrufs!




SEO-Consultant und Gründer des unabhängigen österreichischen Rodopolisheitsportals rodopolis.info, das seit Jahren zu einem der beliebtesten Themenportale im deutschen Sprachraum zählt. Der Anspruch auch komplexe Themen leicht verständlich für interessierte Laien aufzubereiten wurde zum Markenzeichen des Portals.