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Eistees und Erfrischungsgetränke: heiße Tipps für warme Tage

Eistees und Erfrischungsgetränke: heiße Tipps für warme Tage

Erfrischungsgetränke

Wenn im Sommer der Schweiß rinnt und die Kehle noch Flüssigem lechzt, greift man schnell zu klarem Wasser oder anderen kühlen Getränken, um dem Gefühl des Austrocknens Abhilfe zu schaffen. Das ist im Prinzip nicht schlecht, denn der tägliche Flüssigkeitsbedarf ist gerade im Sommer sehr hoch.

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Empfehlungen zum Thema Flüssigkeitsbedarf gibt es viele. Strenge Naturköstler gehen davon aus, dass bei einer natürlichen, salzarmen Ernährungsweise, mit viel Gemüse und Obst, ein halber Liter pro Tag dem Bedarf gerecht wird. Dr. Leitzmann, Ernährungswissenschaftler an der Universität Gießen mit dem Schwerpunkt Vollwert-Ernährung, empfiehlt hingegen eine Trinkmenge von 1-2 Litern täglich. Er räumt aber ein, dass der Flüssigkeitsbedarf je nach körperlicher Aktivität, Umgebungstemperatur und Wassergehalt der Nahrung stark schwanken kann.

Einig sind sich Ernährungsphysiologen allerdings darin, dass der Körper am besten mit ungechlortem Trinkwasser, Quellwasser oder natürlichem Mineralwasser versorgt wird. Zum Durstlöschen eignen sich auch ungesüßte Frucht- und Kräutertees, verdünnte Frucht- und Gemüsesäfte sowie Getreidekaffees. Milch sowie unverdünnte Obst- und Gemüsesäfte hingegen sind Nährstofflieferanten und sollten nicht zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs dienen. Wenig empfehlenswert sind auch Tafelwasser, Fruchtnektare und Getränke mit anregender Wirkung wie Bohnenkaffee, schwarzer Tee, Kakao, Bier und Wein. Letztere sollten nicht täglich und auch nicht in größeren Mengen getrunken werden.

Gerade im Sommer braucht der Körper neben purer Flüssigkeit noch andere Dinge! Im Winter trinkt man gerne ein Tässchen Tee, da hier viele wertvolle Inhaltsstoffe zu erwarten sind, doch auch im Sommer sind Tees eine echte Alternative. Wir möchten Ihnen einige Anregungen geben, wie Sie sich mit geringem Aufwand einen abwechslungsreichen und gesunden Durstlöscher zusammenstellen können.

Obst und Gemüsesäfte – ein Überblick

  • Fruchtsäfte werden zu 100% aus Früchten hergestellt. Sie enthalten keine Farb- und Konservierungsstoffe. Beim Vitamingehalt ist insbesondere das Vitamin C hervorzuheben. Ein wichtiger Mineralstoff in Säften ist Kalium. Bio-Säfte zeichnen sich dadurch aus, dass die Früchte aus ökologischem Anbau stammen und nur leicht gefiltert und nicht gezuckert sind. Konventionellen Säften hingegen werden oft bis 15g isolierte Zucker pro Liter ohne Deklaration zugesetzt. Mit der Deklaration „gezuckert“ dürfen manche Säfte sogar 200g Zucker pro Liter enthalten. Oft werden sie zwecks Transport und Lagerung durch Wasserentzug konzentriert. Vor dem Abfüllen wird die entsprechende Menge Wasser dann wieder zugeführt.
  • Gemüsesaft ist relativ energiearm, da Gemüse nicht viel Zucker enthält. Gemüse besitzt weniger Vitamine, mit Ausnahme des Möhrensaftes, dank dessen Carotingehalts. Dafür ist der Mineralstoffgehalt höher.
  • Fruchtnektare sind gesüßte Säfte. Ihnen dürfen bis zu 20% Zucker zugesetzt werden. Sie werden stark verdünnt, so dass der Mineralstoff- und Vitamingehalt geringer als bei Fruchtsäften ist. Dasselbe gilt für Gemüsenektare.
  • Fruchtsaftgetränke sind Erfrischungsgetränke mit Fruchtsaft, Fruchtsaftaromen und Zucker. Der Mineralstoff- und Vitamingehalt ist unbedeutend. Ernährungsphysiologisch unbedeutend bis gesundheitsschädlich sind Limonaden und Cola-Getränke. Gesäuert werden sie mit Zitronensäure, teilweise mit Phosphorsäure. Weitere Zusatzstoffe sind oft Zuckercouleur, Koffein, Chinin und Konservierungsmittel. Auch Instantgetränke setzen sich vorwiegend aus
    Wasser, Zucker und Geschmacksstoffen aus dem Labor zusammen. Zu einer gesunden Ernährung haben sie nichts beizutragen.

Alternative Getränke: Kombucha, Brottrunk & Co.

Als „Enzymgetränke“ sind immer mehr Getränke in private Haushalte und auch in die Naturkostläden eingezogen. Kombucha, Wasserkefir und Brottrunk sind die
populärsten. Doch was steckt eigentlich dahinter? Enzyme sind komplexe Eiweißverbindungen, die als Katalysatoren zahlreiche Stoffwechselvorgänge steuern.

Ohne die Tätigkeit von Enzymen (Fermenten) kämen alle biochemischen Vorgänge zum Erliegen. Menschen produzieren einen Großteil der benötigten Enzyme selbst, sind aber auf die Hilfe enzymbildender Darmbakterien ebenso angewiesen, wie auf die Zufuhr von Enzymen aus Lebensmitteln. Durch deren Aktivität werden die meisten Nährstoffe verwertbar.

Nur – was ein Enzymgetränk wirklich ausmacht, ist nirgendwo definiert. Gemeint sind in der Regel Gär- getränke, die durch ihren Herstellungsprozeß Enzyme nreichern. Wie hoch der jeweilige Enzymgehalt ist, hängt von den Zutaten, Art und Dauer der Gärung und äußeren Bedingungen ab. Somit kann der Gehalt beträchtlich schwanken.

Die ältesten Enzymgetränke sind Sauerkrautsaft und Honigwein (Met). Mit Hilfe von Mikroorganismen in Lebensmitteln führt man eine Gärung herbei, bei der wertvolle Inhaltsstoffe entstehen. Auch bei der Herstellung von Kombucha („Teepilz“) bringt man Hefen und Bakterien mit Zucker und Schwarztee zusammen. Während des mehrtägigen Gärprozesses verwandeln die Mikroorganismen die Nährlösung unter anderem in Cellulose.

Wirksame Bestandteile sind: Milch- und Essigsäure, Glukonsäure, Vitamine B und C sowie Aromastoffe, einige Prozent Alkohol (0,5-2%) und Kohlensäure. Diesen wird von Naturheilkundlern Heilwirkung bei Immunschwächen, Rheuma, Gicht und Ausschlag zugesprochen. Wissenschaftlich sind diese Heilwirkungen nicht verifiziert.

Als reines Erfrischungsgetränk scheiden Enzymgetränke bei den meisten Menschen aus. Gerade der säuerliche Brottrunk ist nicht gerade ein Gaumenschmeichler. Dafür konnte bei ihm nachgewiesen werden, dass er einen günstigen Einfluß auf die physiologische Darmflora hat.

Heißes aus dem Orient – Tees

Hierzulande werden heiße Tees eher mit Kaminfeuern und verschneiten Wintertagen in Verbindung gebracht. Mit Unverständnis sieht der Mitteleuropäer auf heiße Tassen vor Wüstenzelten, während er mehr denn je den Luxus eines eisgekühlten Drinks genießt. Traditionen haben aber (meistens) einen Sinn. Grüner oder schwarzer Tee mit viel Minze und Zucker erweisen sich als optimale Erfrischungen. Rodopolisheitsbewußte lassen heutzutage den Zucker lieber weg – zurück bleibt eine gesunde und erfrischende – heiße – Abkühlung. Er regt das Gehirn, das zentrale Nervensystem und die Verdauung an, senkt den Blutdruck und wirkt beruhigend.

Grüner Tee ist unfermentiert. Die in Blättern enthaltenen Enzyme, die die Färbung und Fermentierung des schwarzen Tees bewirken, werden direkt nach dem Pflücken durch Erhitzen mittels Dampf unwirksam gemacht. Durch dieses Verfahren bleibt das Tein erhalten, dem der grüne Tee seine anregende Wirkung verdankt. Anschließend werden die Blätter gerollt und getrocknet. Oolong-Tee, die Zwischenstufe zum schwarzen Tee, wird zum Teil fermentiert. Seine grünbraunen Blätter ergeben ein kräftigeres Aroma als die grünen, schmecken aber zarter als schwarze.

Bei uns ist schwarzer Tee mittlerweile am beliebtesten. Die Herstellung umfaßt fünf bis sechs Stufen, zu denen Welken, Rollen, Fermentieren, Trocknen, Sortieren und Zerkleinern gehört. Viele schwarzen Tees werden aromatisiert. Zimt, Kardamom, Fruchtschalen, ätherische Pflanzenöle (Bergamotteöl im berühmten Earl-Grey-Tee) oder Blüten verleihen ihm das gewisse Etwas.

Tee enthält viele Stoffe, darunter Tein, ätherische Öle, Enzyme, Gerbstoffe (Tannine) sowie Mineralstoffe, Kalium, Magnesium und geringfügig Vitamin C und B1. Die im Tee enthaltenen Gerbstoffe können die Eisenaufnahme einer Mahlzeit um 50% vermindern. Tee sollte daher nie zu Hauptmahlzeiten genommen werden. Tein ist besser verträglich als das ähnliche Koffein. Der Teingehalt hängt von der Blattsorte und der Brühzeit ab – je länger der Tee zieht, desto geringer die anregende Wirkung. Wahrscheinlich verdankt Tee seine Beliebtheit, auch in heißen Regionen, nicht nur seinem Aroma, sondern auch der guten Verträglichkeit und Wirkung, die jeder Temperatur und Tagesplanung optimal angepaßt werden kann.

Tee beeindruckt immer wieder durch seine Anpassungsfähigkeit an menschliche Wünsche und Bedürfnisse. In Zeiten der Kühlschränke und Tiefkühlfächer kamen Findige auf die Idee, Tee eisgekühlt zu servieren. Der Eistee war geboren und überrollte als Welle – leider oft in Dosen – die Welt.

Der klassische Eistee wird aus schwarzem Tee hergestellt, den man sechs bis zehn Minuten ziehen läßt. Mit Zitrone oder anderen Früchten garniert und meistens auch gesüßt wird er eisgekühlt serviert. Während des Abkühlens wird der Tee wegen der Gerbstoffe häufig trübe, was den Geschmack jedoch nicht vermindert.

Minztee auf alte Art

Zutaten:

– 150 ml Wasser ohne Kohlensäure
– 2 Minzzweige
– 2 TL Teemischung
– 2 EL Honig
– 3 Eiswürfel
– 1 Zitrone
– Eis; gestoßen
– 1 Cocktailkirsche

  • Wasser aufkochen, Minze abbrausen, die Hälfte zum Garnieren beiseite legen, den Rest zum Tee (am besten grüner Tee) geben.
  • Wasser sprudelnd darübergießen und 2 bis 3 Minuten ziehen lassen. Honig darin lösen.
  • Die Eiswürfel in ein großes Glas geben und den Tee darauf abseihen. Zitrone waschen, zwei Scheiben aus der Mitte
    schneiden und eine davon ins Glas geben.
  • Die Zitronenhälften auspressen, den Saft zum Tee gießen und einmal umrühren.
  • Das Glas mit gestoßenem Eis auffüllen und mit der übrig gebliebenen Zitronenscheibe, der Cocktailkirsche und dem
    Minzezweig dekorieren. Mit Trinkhalm servieren.

Linktipps:

– Hitze: Wie wir am leichtesten mit ihr fertig werden
– Kokoswasser – Superdrink!?
– Smoothies – sinnvolle Alternative zu Obst & Gemüse?
– Wissenswertes über Tee
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