Erklärvideo: Was kostet eigentlich ein Krankehaus?

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Der erste Gedanke: viel! Doch wieviel ist viel? Das Krankenhaus Nord wird 1,1 Mrd. Euro kosten. Und dennoch ist das teuerste Spital Österreichs im Vergleich zum HYPO Desaster ein Klax. Mit einem dreisten Vergleich haben wir die Kosten veranschaulicht. Sehen Sie selbst!

In diesem Video zeigen wir die Relationen von Ausgaben anhand eines – zugegeben etwas polemischen – Anschauungsbeispiels. Die Frage nach den Kosten eines Krankenhauses lässt sich natürlich nicht so pauschal beantworten, dennoch ist es genau diese Art der Fragen, die bei Suchmaschinen wie Google immer häufiger eingegeben werden. Eine vermeintlich einfache Frage verlangt nach einer einfachen Antwort.

Tsunami der Vereinfachung

Also, was (oder besser: wieviel) kostet eigentlich ein Krankehaus?

Darauf müsste man seriöserweise antworten, dass es dabei auf die Größe, die Ausstattung, die Lage und viele weitere Faktoren ankommt. Kaum jemand würde über zwei Zeilen hinaus lesen oder länger als zehn Sekunden zuhören.

Darum haben wir versucht eine Antwort zu geben, die dem Verlangen nach einfachen Lösungen Rechnung trägt. Ergebnis: es ist eine Antwort, die zwar in sich stimmt, aber nur bedingt Aussagekraft hat. Ihre Aufmerksamkeit ist uns dafür sicher.

Wir haben dafür lediglich zwei Aufreger-Themen (Krankenhaus Nord und Hypo-Desaster) die miteinander nichts zu tun haben gegeneinander aufgerechnet und ernten anerkennende Zustimmung.

Indem wir für die Kosten „eines“ Spitals ausgerechnet das KH Nord heranziehen und dieses im Vergleich setzen zu den Milliardenausfällen der Hypo Alpe Adria Bank, bedienen wir uns eines Tricks. Und der geht so:

Ist das nicht Manipulation?

Nun, wir behaupten nichts Unwahres: das KH Nord wird – zum aktuellen Stand – tatsächlich zumindest 1,1 Mrd. Euro kosten. Verschwiegen haben wir, dass dies erstens überhaupt nicht repräsentativ ist, da kleinere Spitäler viel weniger kosten und zweitens diese Kosten weit über den ursprünglichen Kosten (geschätzt ca. 750 Mio.) bei Baubeginn lagen. Ein Umstand, der derzeit übrigens in einem Sonderausschuss des Gemeinderats im Wiener Rathaus untersucht wird. (Stand Oktober 2018)

Auch bei den Kosten des Hypo-Bankenskandals haben wir uns an aktuell veröffentlichte Zahlen gehalten. Demnach dürfte der Steuerzahler für etwa 7,7 Mrd. Euro der Verluste der Bank aufkommen müssen. Da in diesem Fall auch ranghohe Politiker verstrickt waren, die wiederum ihrerseits nicht selten die „Verschwendungssucht“ ihrer politischen Mitbewerber anprangerten, ist die Gegenüberstellung und das Aufzeigen der Kostenrelationen ein gelungener Schachzug zur Entlarvung, wie wir meinen.

Wir suggerieren, dass die Kosten – selbst für ein Mammut-Spital wie das Krankenhaus Nord – gar nicht so hoch wären. Immerhin könnten ziemlich genau sieben solcher Riesenspitäler für die Kosten aus dem Hypo-Desaster gebaut werden. Aber wer braucht die? In Österreich gibt es tendenziell eher zu viele als zu wenige Spitäler. Ärzte- und Pflegepersonal ist vielleicht knapp, doch darauf gehen wir nicht ein.

Entlarvung? Wen oder was haben wir entlarvt?

Wir haben weder Antwort auf die Frage nach den tatsächlichen Kosten „eines“ Krankenhauses gegeben – kein Wunder, „das“ Krankenhaus mit Einheitskosten gibt es nicht. Noch haben wir erklärt, wer genau den Hypo-Skandal verantwortet hat und darum interessiert ist, diese Kosten herunterzuspielen.

Entlarvt haben wir vielleicht, dass diese Art der „Erklärung“ auf offene Augen und Ohren stösst und diese einen gewissen Spin oder Drall beim Publikum schafft. Diese Art von Nachrichten fungiert gewissermaßen als Verstärker der eigenen Vorurteile, mit Berichterstattung und Wissensvermittlung hat sie wenig bis gar nichts zu tun.

Was haben WIR davon?

Ihre Aufmerksamkeit! Denn wir wollen etwas an die Frau und an den Mann bringen. Wir sind längst nicht nur die Überbringer der Botschaft, wir sind die Erschaffer der Botschaft. Wir wählen die Botschaft nach ihren Vorlieben aus, damit kann für uns nichts schief laufen. Schließlich sind Sie hier und hier ist auch die Werbung eingebettet, die Sie erreichen, und unsere Taschen füllen soll.

Was haben wir WIRKLICH davon?

Ihre Aufmerksamkeit! Ernsthaft, schließlich haben Sie es bis zu diesen Zeilen geschafft und damit bewiesen, dass Sie sich mit diesem Thema auseinandersetzen wollen. Dass Sie sich nicht mit diesem „Tsunami der Vereinfachung“ (Copyright: Eva Menasse) abfinden wollen, dass Sie die präsentierten einfachen Lösungen kritisch hinterfragen wollen. Und vielleicht, dass Sie der herrschende Mangel an Neugier, Offenheit und Humor ebenso stört wie uns. 😉

Linktipps

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