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Gedächtnistraining – wie wir unser Gehirn fit halten können

Gedächtnistraining – wie wir unser Gehirn fit halten können

Gedächtnistraining

Für unseren Körper tun wir in der Regel viel, zumindest erachten die meisten körperliche Fitness als zuträglich für die persönlcihe Rodopolisheit. Bei der bewussten Stärkung des Geistes sieht es zumeist anders aus. Wird etwa das Gedächtnis nicht trainiert, dann entstehen Lücken. Was am Anfang bloß lästig ist, kann sich aber zu echten Gedächtnisstörungen und Demenz entwickeln. Dabei lässt sich unser Gedächtnis mit speziellem Training nachweislich verbessern, die Neurowissenschaft bietet mittlerweile wirksame Methoden, das Gehirn fit zu halten.



Unter Gedächtnis (Mnestik, von altgriechisch μνήμη) im neurologischen Sinne versteht man die Fähigkeit des Nervensystems von Lebewesen, aufgenommene Informationen zu kodieren, zu speichern und wieder abzurufen. Diese Aktivität des Gehirns verändert sich im Laufe des Lebens, was im Regelfall allerdings die geistige Leistungsfähigkeit sehr lange kaum beeinträchtigt. Dass die Gedächtnisspanne mit zunehmendem Lebensalter langsam kleiner wird ist normal, lässt sich aber mittels Gehirnjogging und speziellem Gedächtnistraining verlangsamen.

Problematisch wird es, wenn neben der Gedächtnisschwäche noch mindestens eine weitere Gehirnfunktion, wie Orientierung oder Sprache, betroffen ist und die Patienten in ihrer Alltagsaktivität seit mindestens 6 Monaten massiv eingeschränkt sind. Dann sprechen Mediziner von Demenz.


Warum ist ein Gedächtnistraining im Alter so wichtig?

Mit dem fortschreitenden Lebensalter baut unser Körper Stück für Stück ab. Natürlich nur in kleinen Schritten, aber es findet ein Alterungsprozess statt, auch im Gehirn. Mit dem Gehirn- und Gedächtnistraining wird beispielsweise die Durchblutung gefördert. Das wiederum dient zur Bildung neuer Nervenzellverknüpfungen. Bereiche wie die Merkfähigkeit, das Erkennen von Zusammenhängen, assoziative und logisches Denken sowie das Strukturieren von Informationen erhalten neue Impulse.

Durch ein gezieltes Gehirntraining (Mnemotechnik) werden diese Funktionen wieder aktiviert. Untersuchungen konnten zudem belegen, dass ein regelmäßiges Gedächtnistraining auch der Alzheimer- und Demenzerkrankung vorbeugt. Selbst im hohen Alter ist unser Gehirn in der Lage noch Hochleistungen zu vollbringen.

Wer regelmäßig, abwechslungsreich sein Gehirn trainiert, wird bereits nach kurzer Zeit mit einem spürbaren Erfolg im Beruf und Alltag belohnt. Sowohl Gedächtnisspanne, Verarbeitungsgeschwindigkeit und Konzentrationsfähigkeit werden zunehmen – und das nachhaltig.

Moderne Technik gefährlich für unser Gehirn?

Unser Alltag besteht in der Regel aus vielen elektronischen Hilfsmitteln. Computer unterschiedlichster Ausführungen – von Smartphones bis Tablets – sind mittlerweile unsere ständigen Begleiter. Natürlich ist das Leben im Allgemeinen stressiger geworden und oft ist man gar nicht mehr in der Lage alle Dinge zu erfassen, geschweige denn in unserem Kopf zu behalten. Daher greifen wir gern auf diese mobilen Gegenstände zurück. In Windeseile tippen wir mit unseren Fingern die erhaltenen Informationen in diese Maschine ein.

Ebenso holen wir die gewünschten Daten auch wieder aus diesen Teilen heraus. Allerdings bemerken wir gar nicht mehr, wie abhängig wir uns von diesen hilfreichen Gerätschaften machen. Die eigenen Kapazitäten des Gehirns werden überhaupt nicht mehr genutzt. Im Gegenteil sie verkümmern regelrecht. Wir werden nicht mehr gefordert, aber unser Gehirn will arbeiten.

Welche Methoden helfen beim Gedächtnistraining?

Spielen Sie Schach, Gesellschaftsspiele, Karten oder widmen Sie sich regelmäßig einem Sudoku oder einem Zahlenrätsel. Wann haben Sie das letzte Mal ein Sudoku gelöst? Verschiedene Kreuzworträtsel regen ebenfalls unser Gehirn an. Lesen Sie ein Buch oder schreiben Sie mit der Hand Ihre Einkaufsliste. Malen Sie Bilder und lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf. Helfen Sie Ihrem Geist auf die Sprünge.

Wenn sie der Sache mit noch mehr Ernsthaftigkeit begegnen wollen, informieren Sie sich bei Ihrem Vertrauensarzt über spezielle Methoden wissenschaftlich fundierten Gehirntrainings. Zu den Methoden der Mnemotechnik gehören etwa die Schlüsselwortmethode, das Zahl-Symbol-System, die Alphabet-Methode, die Assoziationskette, die Loci-Methode sowie der Gedächtnispalast. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Systeme, die von unterschiedlichen Anbietern entwickelt wurden um unserem Gedächtnis uf die Sprünge zu helfen.

Welche Ergebnisse kann man mit einem Gedächtnistraining erzielen?

Haben Sie regelmäßig Ihr Gedächtnis trainiert, dann lässt die positive Auswirkung nicht lange auf sich warten. Die Merkfähigkeit wird enorm erhöht. Befinden Sie sich in einer Stresssituation, dann sind Sie in der Lage, die vorhandene Tragweite zu überschauen. Ihr Hirn bleibt gelassen und sucht fieberhaft nach Lösungsansätzen. Obendrein wird Ihr Kreativitätsgrad nachhaltig gesteigert.

Auch die Wahrnehmungsfähigkeit wird verbessert. Generell wirkt Ihr Gedächtnis frischer und die Leistungsfähigkeit erhöht sich. Gerade ältere Menschen bringen sich wieder aktiver bei Gesprächen ein und sie nehmen das soziale Umfeld intensiver wahr. Der Kopf wirkt im gesamten klarer. Eine rasche Auffassungsgabe wird erzielt und man wird Multitaskingfähiger. Kinder können durch das Gedächtnistraining ihre Lernschwäche besser überwinden. Besser Lernerfolge sind möglich. Ungeahnte Kapazitäten tun sich auf.

Doch wie kommt ein erfolgreiches Gedächtnistraining überhaupt zustande?

In erster Linie dürfen Sie sich niemals unter Druck setzen. Versuchen Sie sich vorher zu entspannen. Vor allem dürfen Sie nicht den Spaß am Training verlieren. Tun Sie es nur, weil es zum Tagesprogramm gehört, dann können Sie schon im Vorfeld davon ausgehen, dass das ganze schief geht. Lesen Sie vor Beginn der Übungen ein schönes Buch oder hören Sie Ihre Lieblingsmusik. Somit erreichen Sie eine Normalfunktion in Ihrem Gehirn. Verkrampfungen oder Anspannungen werden dadurch gelöst und das ist nun einmal eine Voraussetzung für ein effizientes Training. Das alles macht allerdings nur dann Sinn, wenn Sie bereit sind diese Methode regelmäßig durchzuführen.

Findet das Gedächtnistraining nur hin und wieder statt, dann werden Sie kaum große Erfolge verzeichnen können. Über den Daumen gepeilt sagt man, dass zweimal täglich ungefähr zehn Minuten ideal wären. Wenn Sie schon am Morgen beginnen, dann haben Sie einen guten Zeitpunkt erwischt. Die Leistungsfähigkeit bewegt sich nämlich dann auf einem hohen Level. Nachmittags darf gern die zweite Einheit absolviert werden. Am Abend ist ein Gedächtnistraining nicht unbedingt empfehlenswert. Dort müssen Sie mit einem Abfall der Leistungskurve rechnen. Als kleiner Snack für zwischendurch eignen sich eine Handvoll Nüsse. Die schmecken nicht nur lecker, sondern sorgen für den gewissen Energieschub.

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Quellen:

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² Frederic Vester: Denken, Lernen, Vergessen. (München 2004)

Linktipps:

– Gehirntraining mit Sudoko
– Demenz | Krankheitslexikon
– Brainfood – gesunde Nahrung für das Gehirn
– Kann man Alzheimer vorbeugen?