Gehirntumor: heimtückische Krankheit ohne klare Frühwarnzeichen

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Gehirntumor

Trotz intensiver Forschung sind mögliche auslösende Ursachen oder Risikofaktoren für Hirntumoren nach wie vor unklar, jetzt gibt es allerdings völlig neue Therapiemöglichkeiten, die entscheidende Verbesserungen versprechen.

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Formen von Hirntumoren, die sich jeweils nach dem Typ der entarteten Zellen, der Tumorart oder der befallenen Hirnarealen unterscheiden lassen. Man unterscheidet zwischen primären oder so genannten hirneigenen Tumoren, die von den Zellen der Gehirnsubstanz ausgehen, intrakraniellen extrazerebralen Tumoren die von Hirnhäuten, Hirnnerven und Hirnanhangsgebilden ausgehen, und sekundären Hirntumoren. Letztere werden durch Metastasierung anderer Krebserkrankungen wie zum Beispiel Brust- oder Lungenkrebs im Gehirn gebildet.

Ursachen oder Risikofaktoren unklar – kaum klar erkennbare typische Frühwarnzeichen

Trotz intensiver Forschung sind mögliche auslösende Ursachen oder Risikofaktoren für Hirntumoren nach wie vor unklar, lediglich bei seltenen genetisch bedingten Erkrankungen besteht eine Häufung von Gliomen. Lebensgewohnheiten und Umwelteinflüsse stellen nach derzeitigem Wissenstand kein Risiko dar. Es besteht auch kein Zusammenhang mit Schädelhirntrauma, Stress oder außergewöhnlichen psychischen Belastungen, wie dies manchmal gemutmaßt wird.

Gutartige Tumoren verdrängen das umgebende Gewebe, wachsen jedoch nicht hinein und entwickeln keine Metastasen. Innerhalb des Schädels können sie jedoch durch Verlegung des Liquorsystems zu einem erhöhten Hirndruck führen. Da sie auch lebenswichtige Strukturen verdrängen können, ist der Begriff „gutartig“ hier irreführend und bezieht sich in erster Linie auf eine mögliche Heilung, da die Tumoren nicht in das umliegende Gewebe infiltrieren. Bösartige Hirntumoren wachsen infiltrierend, das heißt sie sind nicht scharf vom umliegenden Gewebe getrennt. Nach einer Operation verbleiben einzelne Zellen im Randbereich, die dann wieder wachsen, so dass es zu einem Rezidiv (Rückfall) kommt.

Das Glioblastom ist bei Erwachsenen der häufigste bösartige Primärtumor im Gehirn: Im gesamten EU-Raum erkranken rund 20.000 Menschen jährlich an dieser heimtückischen Krebsform. In Österreich sind es hochgerechnet zwischen 500 und 600 Neuerkrankungen pro Jahr. Besonders tückisch ist bei einem Hirntumor, dass es kaum klar erkennbare typische Frühwarnzeichen gibt, eine systematische Vorsorgeuntersuchung wie bei anderen Krebsformen ist nicht möglich. Manchmal ist ein plötzlich auftretender Krampfanfall ein erstes Anzeichen der Erkrankung. Weitere Symptome können neurologisch fokale Ausfälle sein, die zu Gesichtsmuskellähmungen, Seh- oder Sprach- oder Sprechstörungen, unkoordinierten Bewegungen, Ungeschicklichkeiten oder schlaganfallartigen Symptomen führen. Als andere Anzeichen gelten Übelkeit, Erbrechen, hormonelle Störungen, Rückzugstendenzen, ein besonders hohes Schlafbedürfnis oder Persönlichkeits- und Wesensveränderungen, die man aber oft erst im Nachhinein richtig deuten kann. Kopfschmerzen sind selten das Erstsymptom.

Diagnose

Die wichtigste Rolle spielen bei der Diagnose von Hirntumoren bildgebende Verfahren, insbesondere die Computertomograpie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT). Aufgrund der modernen und präzisen bildgebenden Diagnostik kann die exakte Lage der Geschwulst präoperativ bestimmt werden. Moderne OP Methoden wie Neuronavigation kommen intraoperativ zur Anwendung. Bei neurologisch sensiblen Arealen (z.B. Sprachzentrum, motorische Zentren) werden zunehmend intraoperative diagnostische Maßnahmen entwickelt, um den Hirntumor möglichst „schonend“, das bedeutet ohne zusätzliche operationsbedingte Verschlechterung, zu entfernen.

Neue Therapiemöglichkeiten bei bösartigen Gehirntumoren

Bis vor Kurzem galt bei der Behandlung des bösartigen Gehirntumors die Operation mit einer folgenden Bestrahlung als Standard. Bislang gelang es allerdings weder chirurgisch noch strahlentherapeutisch, sämtliche Tumorzellen, die satellitenartig auch in gesundes Gewebe eingestreut sind – wie bei Glioblastomen der Fall -, zu erfassen. Im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studienergebnisse, an denen auch österreichische Experten mitgewirkt haben, zeigen nun, dass eine Chemotherapie mit der Substanz Temozolomid in Kombination mit einer Strahlentherapie nach einer Operation das Leben von Glioblastom-Patienten verlängert.

Das neue Chemotherapeutikum kann oral verabreicht werden, dass heißt die Patienten können es auch zu Hause einnehmen. Weiters wird die kombinierte Strahlentherapie/Chemotherapie ambulant durchgeführt, sogar bei Patienten die lange Anfahrtswege haben. Generell wird Temozolomid sowohl bei der kombinierten Strahlentherapie/Chemotherapie als auch bei der adjuvanten Chemotherapie von den meisten Patienten gut vertragen: Unter Antiemetika-Schutz verspüren die Patienten keine Übelkeit.

Enorme Entwicklungen auch in der Strahlentherapie

Die technische Seite der Strahlentherapie hat sich in den letzten 15-20 Jahren enorm gewandelt. Die Strahlentherapie hat sich zu einem hochpräzisen therapeutischen Verfahren entwickelt, wodurch Nebenwirkungen deutlich reduziert werden konnten. Mit computergestützer Technik lassen sich Tumore wie kritische Organe heute dreidimensional darstellen und behandeln.

Je besser ein Tumor lokal kontrolliert werden kann, desto höher ist auch die Chance auf eine Heilung. Bei einer 100-prozentigen lokalen Tumorkontrolle, so Prof. Lukas, könnten die derzeitigen Heilungsraten um rund 15 Prozent erhöht werden.

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Linktipps

– Krankheitslexikon: Krebs
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– Handystrahlen: Experten plädieren für verantwortungsvollen Umgang mit Mobiltelefonen
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