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Giftpflanze Rittersporn

Giftpflanze Rittersporn

Rittersporn, Delphinium

Rittersporn – eigentlich Rittersporne, denn es gibt rund 350 verschiedene Arten – sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). 2015 war der Rittersporn, auch Delphinium, genannt, Giftpflanze des Jahres – dennoch ist die blau, violett, rot und manchmal auch weiß blühende Pflanze eine der beliebtesten Zierpflanzen für Parks und Gärten.



Der Rittersporn gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse, lateinisch Ranunculaceae – eine Pflanzenfamilie mit besonders vielen Giftpflanzen.

Neben dem Rittersporn sind z.B. auch das Buschröschen, diverse Eisenhutarten, das Scharfbockskraut, der Hahnenfuß und Arten der Küchenschellen Hahnenfußgewächse. Bei aller Schönheit dieser Pflanzen sollte man nie vergessen, dass es sich um Giftpflanzen handelt.


Altbekannte Wirkweisen des Rittersporns

In früheren Jahrhunderten war Rittersporn auch für medizinische Anwendungen im Einsatz. Man sagte der Pflanze harn- und wurmtreibende Wirkung nach; in der Antike wurden ihr auch empfängnisverhütende Eigenschaften zugeschrieben. Auch gegen Skorpione, meinte man, sei sie wirksam: man dachte, dass der Rittersporn in der Lage sei, Skorpione zu lähmen.

Im Mittelalter dann fand die Pflanze als Heilkraut bei Augenleiden Anwendung, aber auch gegen Harnsteine und als Gegengift bei Schlangenbissen kam sie zum Einsatz. Bei Augenbeschwerden setzte man auch magische Wirkungsweisen. Eine Variante war ein Kranz aus Rittersporn: einzelne Blüten wurden mit flüssigem Wachs umhüllt zu einer Kette gebunden – das bewahre vor Augenleiden, hieß es, umso mehr, wenn man in die Kirche im Namen der Odilia dreimal ein Almosen gebe.

Die Heilwirkung des Rittersporns wird heute jedoch allgemein als sehr gering eingestuft. In entschlackenden und blutreinigenden Tees findet die Pflanze manchmal noch als schonendes Entwässerungsmittel Verwendung – allerdings eher wegen der Eigenschaft des Rittersporns auch nach der Trocknung seine satte Farbe zu behalten – Teemischungen werden durch die farbintensiven Blüten optisch gern aufgewertet.

Äußerlich kann der Pflanzensaft zur Reinigung von Wunden verwendet werden; auch gegen Prostatabeschwerden kann das aufgekochte frische Kraut der Pflanze – äußerlich aufgelegt – Linderung verschaffen.

Bei der Einnahme von Rittersporn oder Pflanzenbestandteilen ist aber Vorsicht geboten: Es handelt sich beim Rittersporn um eine Giftpflanze und die Einnahme kann im schlimmsten Fall zu lebensbedrohenden Herz-Kreislauf-Problemen führen.

In getrockneter Form verliert der Rittersporn allerdings seine Unverträglichkeit: getrocknet und zerrieben kann das aus dem Rittersporn gewonnene Pulver in Wasser gelöst gegen Husten, Sodbrennen oder Verstopfung helfen; auch wohltuende Wirkung bei Koliken wird berichtet.

Eine Tinktur aus den Samen des Rittersporn hergestellt, kann zudem helfen, Läuse und Nissen aus dem Haar zu beseitigen.

Rittersporn: Giftige Pflanzenteile und Inhaltsstoffe

Rittersporne enthalten giftige Alkaloide in allen Pflanzenteilen, besonders aber in den Samen: am stärksten ist Elatin vertreten, aber auch Delphinin, Delphisin, Delphinoidin, Delcosin, Delsonin sowie Lycoctonin und Methyllycaconitin sind im Rittersporn enthalten. Die höchsten Giftgehalte weisen der Garten-Rittersporn und der Hohe Rittersporn auf.

Die Pflanze ist übrigens auch für Tiere giftig und kann bei Pferden, Rindern, Hunden, Katzen, Hasen, Meerschweinchen und Hamstern zu ähnliche Symptomen wie beim Menschen führen.

Eine Vergiftung zeigt sich durch verstärkten Speichelfluss, Magen- Darmentzündungen, Durchfall, Bewegungsstörungen, Benommenheit und Blutdruckabfall; bei entsprechend schwerer Vergiftung kann Tod durch Atemlähmung eintreten. Auch Vögel vertragen den Rittersporn nicht.

Vergiftungssymptome

Eine Vergiftung mit Rittersporn zeigt sich zunächst durch Taubheitsgefühle an Zunge und Gliedmaßen, Kribbeln an Händen und Füßen und Hautausschlägen bis hin zu Magenkrämpfen mit Erbrechen und Durchfall. Typische Anzeichen sind auch Nervosität und Bewegungsstörungen. Sollte eine verlangsamte Herz- und Atemfrequenz auftreten ist bei Verdacht einer Vergiftung umgehend die nächste Klinik aufzusuchen!

Die Vergiftungserscheinungen können vielfältig sein: Magenreizungen mit Durchfall ebenso wie Verstopfung, Muskelzuckungen und -lähmungen, Bewegungsstörungen und nervöse Symptome. Die Giftstoffe können aber auch Hautreizungen verursachen, zu unregelmäßigem Puls führen und die Herzmuskulatur angreifen – Atemnot, Kollaps und Tod durch Atemlähmung können fatale Folgen sein.

Bei Verdacht einer Vergiftung empfiehlt sich als akute Sofortmaßnahme die Einnahme von Aktivkohle-Tabletten. Auch bei reinem Berührungskontakt sollte man die Haut reinigen, um Ausschläge zu verhindern, und vor allem die Hände umgehend waschen, bevor man andere Lebensmittel anfasst.

Kenndaten

Rittersporn wächst als ein- bis zweijährige krautige Pflanze. Ihre kelchartigen Blüten stehen meist traubig zusammen; einzelne Blüten sind selten.

  • Wissenschaftlicher Name: Delphinium
  • Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
  • Wuchshöhe: 60 bis 200 cm
  • Blütenfarbe: weiß, blau, violett, rot,
  • Vorkommen: warmgemäßigtes bis kühles Europa, Nordamerika, bis nach Asien in Höhenlagen bis zu 2000 Meter. Wenige Arten in den Gebirgsregionen Zentralafrikas
  • Standorte: kalkreiche, humose Böden, lichte Gebirgswälder

Synonyme

Delphinium L., Chienia, Diedropetala, Hornkümmel, Lerchenklau, Adebarsnibben, Kreienfot, Läusepfeffer, Läusezahn, Stephanskraut

Delphinium stammt übrigens aus dem Griechischen und soll auf die Ähnlichkeit der Rittersporblüte mit dem Delphin hinweisen.

Fazit

Obwohl der Rittersporn eine sehr verbreitete und beliebte Pflanze in heimischen Gärten ist, sollte man nie vergessen, dass es sich um eine giftige Pflanze – für Mensch und Tier – handelt.

Alle Teile des Rittersporns sind giftig, besonders aber die Samen. Bloßer Hautkontakt ist in den meisten Fällen harmlos und wird eistens höchstens von leichten Hautreizungen begleitet, real gefährdet sind jedoch Tiere und auch Kinder, die Teile der Pflanzen verschlucken. Beim Verdacht einer Vergiftung muss umgehend ein Arzt – oder Tierarzt – aufgesucht werden.

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Quelle:

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