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Intersexualität

Intersexualität

Intersexualität - Leben zwischen den Geschlechtern

Sie kennen sicher Worte wie homosexuell, heterosexuell, schwul, transsexuell usw. Aber haben Sie auch schon einmal von „Intersexualität“ gehört? Keine Angst, das ist nicht eines der neuen Modeworte wie etwa „metrosexuell“, die sich eine gewiefte Marketingabteilung ausgedacht hat, um Kosmetik an den Mann zu bringen – nein, Intersexualität kennen Sie alle. Hermaphroditen oder Zwitter sagen Ihnen doch was!



Zweigeschlechtigkeit ist in der Natur nichts seltenes. Pflanzen und Tiere vermehren sich so schon seit 100.000 von Jahren. Wir bewundern Fische, die das Geschlecht wechseln können und bei den Schnecken gibt es gar kein anderes Geschlecht als den Zwitter. Schaut man nun bei den Menschen, bekommt aber das „Wunder der Natur“ einen komischen Beigeschmack. Nicht selten werden zweigeschlechtlich geborene Kinder sogar als „Monster“ oder auf gut deutsch gesagt „Freaks of Nature“ bezeichnet.

Es gibt Völker in denen das Geschlecht durch den Beruf bestimmt wird oder die Navajo zum Beispiel hatten 5 soziale Geschlechter wie Mann, Frau, Mannfrau, Fraumann und Zwitter.

Intersexualität

In Indien kennt man die Hijras oder Kinnars, unter denen viele Intersexuele leben weil sie oft nach der Geburt von den Eltern in deren Obhut übergeben wurden. Zu Festen und besonderen anlässen tanzen sie und geben ihren Segen.

Diese Zweigeschlechtigkeit gibt es also schon so lange wie den Menschen selber. Das Wort „Hermaphrodit“ selber leitet sich von dem – zum Zwitter gewordenen Sohn der griechischen Gottheiten Hermes und Aphrodite ab.

Wird bei uns ein Kind nun mit einem nicht klar definierbaren Geschlecht geboren, stehen nicht nur die Eltern unter Schock, sondern beginnt für das Kind ein langer Leidensweg durch Operationen, Hänseleien und Psychiatrien. Geschätzte 4000 Menschen in Österreich sind mit diesem Lebensweg nur zu gut vertraut. Was bleibt ist die Flucht in Lügen und in die Anonymität sowie ewige Narben in der Seele.

Zum Glück leben wir nicht mehr im Mittelalter, wo die Kirche diese Kinder sogar auf den Scheiterhaufen verbrennen ließ. Durch den Mut und die Kraft vieler Betroffener wurde eine Basis geschaffen die es zulässt, offen über die Ängste, Hoffnungen und Wünsche von intersexuellen zu sprechen.

Die Aufklärung und Betreuung der Eltern und deren Kinder sollten auch bei uns in Österreich verstärkt, das „Outing“ nicht zur Exekution werden und ein offener Umgang mit diesem uralten Thema im jetzigen 21. Jahrhundert kein Problem mehr sein!

Bekannte intersexuelle Menschen aus der Geschichte:

Jeanne d`Arc
Königin Elisabeth I
Paracelsus

Wie und warum kommt es eigentlich zur Ausbildung differierender Geschlechtsorgane?

Mit sieben Wochen besitzt der Embryo ein Genitalsystem aus paarweise angelegten Gonaden, die sich entweder zu Eierstöcken oder Hoden weiterentwickeln und den Genitalfalten, aus denen sich die äußeren Geschlechtsorgane aufbauen. Fehlt das Hormon Testosteron, das hauptsächlich in den Hoden produziert wird, erfolgt die Entwicklung hin zum weiblichen Geschlecht.

Selbst bei einer XY-Konstellation und testosteronproduzierenden Hoden, entwickeln sich weibliche Geschlechtsorgane, wenn der passende Rezeptor fehlt, das Testosteron umzuwandeln. Die Hormone übernehmen, was die genitale Weiterentwicklung betriff, nach der Ausbildung der Gonaden die Schüsselposition. Zwei zueinander passende und sich ergänzende Geschlechtsorgane sind zur inneren Befruchtung unabdingbar.

Die innere Befruchtung ist sinnvoll, denn sie stellt die effizienteste und sicherste Methode der Fortpflanzung dar. Da die Spermatozoen aufgrund ihrer geringeren Größe der Eizelle an Beweglichkeit überlegen sind, hat sich eine Theorie geformt, die davon ausgeht, dass sich der Organismus, der die weiblichen und größeren Gameten produziert, auch zum empfangende Partner entwickelt hat. Weiter folgt in dieser Annahme, dass das Ei im Lauf der Weiterentwicklung zum ‚Schutz‘ im Inneren des weiblichen Körpers verblieben sei, da die Entwicklung der Eizelle sehr aufwendig ist. Und dies würde nun eine innere Befruchtung und somit auch Kopulation notwendig machen.

Am Ende dieser Entwicklung stehen nun zwei getrenntgeschlechtliche Individuen, die sich äußerlich hauptsächlich durch ihre Geschlechtsfunktion unterscheiden. Aber stellen die verschiedenen Geschlechtsfunktionen eine ausreichende Erklärung der verschiedenen Rollenzuweisungen dar? Oder spielen andere Faktoren eine bedeutende Rolle?

Die Entwicklung von zwei verschiedenen Geschlechter bedeutet auch, wenn man von der Annahme ausgeht, dass biologische Unterschiede existieren, die über die Fortpflanzung und ihre dazu benötigten Organe hinausgehen, zudem neben dem Vorteil der genetischen Vielfalt auch die Ausbildung zweier ‚Arten‘ von Menschen: Nämlich weibliche und männliche Menschen, die sich, neben zahlreichen Gemeinsamkeiten, eben in manchen ‚Fähigkeiten‘ unterscheiden. Mit der gesamten Grauzone dazwischen. Scheinbar haben sich Männer und Frauen in manchen Punkten unterschiedlich entwickelt, weil für Frauen und Männer in Teilbereichen unterschiedliche Eigenschaften wichtig waren. Welche Unterschiede könnten existieren, die über die reinen Geschlechtsfunktionen hinausgehen und geschlechtsdimorphe Verhaltensunterschiede erklären helfen?

Linktipps:



– Lust & Liebe-Corner

Kave Atefie





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