Krebsprävention – durch Snips-Methode Krebs angeblich vorhersehbar

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Im Grunde ist das Genom, der biologische Bauplan, bei jedem Menschen gleich. Mit Ausnahme von winzigen Genvariationen, die jede Person unverwechselbar machen. Diese „Snips“ (single-nucleotide polymorphisms) bestimmen auch unsere Veranlagungen für Krankheiten und das Tempo unseres Alterungsprozesses. Revolutionärer Schritt oder Mosaiksteinchen? Die Neue „Snips-Methode“ erkennt kleinste genetische Veränderungen. So könnte bei gezielter Intervention die Entstehung etwa von Krebs im Keim erstickt werden.

„Polymorphismus-Diagnostik ist die Vorsorgemedizin der Zukunft und hat schon jetzt einen revolutionären Schritt in der Krebsprävention gebracht“, berichtet Univ.-Prof. DDr. Johannes Huber, Leiter der Klinischen Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde am AKH Wien. „Mittels relativ einfacher genetischer Tests lassen sich heute mögliche Risiken und Veranlagungen zu Krebserkrankungen so früh erkennen, dass die Entstehung einer bösartigen Geschwulst mit gezielten Maßnahmen in vielen Fällen verhindert werden kann.“

Snips bestimmen Veranlagung zu Krebs

Die sogenannte Snips-Methode bestimmt mittels Genchips anhand eines Zellabstrichs von der Mundschleimhaut gezielt einzelne Gene, Genmutationen und genetische Variationen – die „Snips“ (von „Single nucleotide polymorphism“). Snips (oder Polymorphismen) sind Stellen im Genom, an denen ein Basenpaar von der üblichen Bausteinfolge abweicht. Ihr Vorhandensein beeinflusst erheblich die Wahrscheinlichkeit, ob eine Person eine bestimmte Krankheit entwickeln wird, erklärt Prof. Huber im Vorfeld des Kongresses der Österreichischen Gesellschaft für Psychoonkologie, der 2006 in Bad Ischl stattfindet.

„So ist zum Beispiel heute bekannt, dass ein Polymorphismus im Faktor 5-Gen das Thromboserisiko bei Pillen-Einnehmerinnen fast um das Vierzigfache erhöht“, erklärt Prof. Huber. „Bestimmte polymorphe Genstrukturen im Progesteron-Rezeptor-B wiederum sind mit einem erhöhten Brustkrebs- und Gebärmutterkrebs verbunden, und auch im Vitamin-D-Rezeptor fand sich ein signifikant assoziierter Polymorphismus zum Mammakarzinom.“

Prof. Dr. Huber und Dr. Klentze haben die wichtigsten Snips analysiert und daraus das Snips-Programm entwickelt. Damit hat jeder die Möglichkeit, durch Ernährung und Lebensweise gezielt auf seine Snips einzuwirken, um Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson oder Diabetes mellitus zu vermeiden, den Verschleiß des Organismus zu bremsen und bei bereits bestehenden Krankheiten ausgleichende Prozesse in Gang zu setzen.

Von Anti-Aging und Präventivmedizin

Die Entschlüsselung des menschlichen Genoms hat die gesamte medizinische Diagnostik revolutioniert. Die Bestimmung der Polymorphismen erlaubt eine frühste Prävention, wie sie bisher nicht möglich war. Jahrzehnte vor Entstehen einer Krankheit können Risiken aufgespürt und bewertet, vor allem aber durch gezielte Maßnahmen positiv beeinflusst werden.

Polymorphismusdiagnostik: Mit Hilfe eines Zellabstrichs der Mundschleimhaut kann auf einem Genchip mit anschließender Fluoreszenzfärbung erkannt werden, welche genetischen Voraussetzungen und Risiken in der DNS eines Patienten vorliegen. Über Generationen übertragene Mutationen (Polymorphismen) können so in der DNS entdeckt werden und es lassen sich folgende klare, durch Studien gesicherte Aussagen treffen:

  • Medikamentenunverträglichkeiten (Pharmacogenetics)
  • Abbau von Hormonen, Wegweiser für hormonelle Einstellung, Verträglichkeit von Hormonen (Risiken und Vorteile)
  • Abbau von Schadstoffen (Krebsprophylaxe, Entgiftung)
  • Testung Nahrungsmittelintoleranz, Gewichtsrisiken, Ernährungsrisiken
  • Testung der Entzündungsneigung (Altern ist ein entzündlicher Prozess)

Risikoeinschätzung:

Wer seine Risiken kennt, kann ihnen daher auch gezielt und individuell entgegensteuern. Prof. Huber: „Finden sich etwa polymorphe Genstrukturen am Progesteron-Rezeptor-B, so kann man eine Hormonsubstitution mit einem Progestogen durchführen, das nicht vorzugsweise die physiologische Wirkung dieses Rezeptors fördert. Liegen Polymorphismen am Androgen-Rezeptor vor, welche die auf die Brust schützend wirkenden Androgene negativ beeinflussen, kann bei Vorhandensein weiterer Risikofaktoren wie zum Beispiel einer erhöhten Brustdichte eine Androgen-Substituion erwogen werden.“

Neben medizinischen Gegenstrategien können aber auch Lebensstilmaßnahmen ein erhöhtes Krebsrisiko effizient bekämpfen. Ernährung spielt dabei neben Bewegung eine entscheidende Rolle, und auch hier bringt die Polymorphismus-Diagnostik neue Erkenntnisse. „Aufgrund der vererbten SNPs in der DNS lässt sich gezielt erkennen, welche spezifischen Wirkungen bestimmte Nahrungsmittel bei einzelnen Patienten haben“, so Prof. Huber. Tatsächlich wird von den Genen mitbestimmt, wie bestimmte Nahrungsstoffe im Körper verarbeitet werden, so dass nicht für alle gleich gültig ist, was schädlich, gesund oder krebsschützend ist. Zielführend sei hingegen, sich aufgrund der Polymorphismus-Diagnostik einen individuell maßgeschneiderten Ernährungsplan aufstellen zu lassen.

Bisher wurde die Methode „lediglich“ im Bereich der Anti-Aging Medizin eingesetzt: Viele Einschätzungen, die mittels Snips-Methode zu Tage kommen, sind allerdings nicht neu. So können Sie über die Bestimmung Ihres Snips-Typs lediglich herausfinden, ob bei Ihnen Rauchen noch eine Spur riskanter ist. Bewegung, Ernährung und Entspannung sind darüber hinaus für alle Snips-Typen die drei wichtigsten Rodopolisheitssäulen, auf die auch im Buch von Prof. Huber eingegangen wird. Hatten diese Forschungsergebnisse noch eher populärmedizinischen Charakter, so soll nun der Wandel zum seriösen Diagnose-Instrument vollzogen werden.

Die neue Snips-Methode zur exakten Risiko-Abschätzung, die besonders für Patienten mit familiärer Vorbelastung interessant ist, stellt für Prof. Huber ein höchst wertvolles und zukunftsweisendes Instrument dar: „Diese Form der genetischen Diagnostik verhilft uns zur eindeutigen Identifizierung von Risikopatienten und zur Entwicklung von gezielten Präventionsstrategien. Wir sind auf dem Weg zu einer echten präventiven Onkologie.“

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