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Künstliche Hüften und ihre Lebensdauer

Künstliche Hüften und ihre Lebensdauer

Hüftoperation

Die Privatklinik Althofen ist eine der besten Adressen Österreichs, wenn es um orthopädische Chirurgie geht. Primarius Dr. Hans Leber, der Leiter der Klinik, gehört zu den Wegbereitern der Hüft- und Knieprothetik in österreich. Zu den am häufigsten an ihn gestellten Fragen gehört die nach der Lebensdauer der „neuen“ Hüfte.



Insbesondere jüngere PatientInnen zwischen fünfzig und sechzig Jahren möchten wissen, wie lange die neue Hüfte hält, ob und wie man eine zweite Operation hinausschieben kann und ob es möglich ist, an der ständig fortschreitenden Verbesserung der „Ersatzteile“ teilzuhaben. Diese Patienten können wir beruhigen: Das „Baukastensystem“ macht die Entwicklung mit, die neuen Materialien und Operationstechniken erhöhen die Chance auf eine lange Lebensdauer.

Lesen Sie bitte folgendes Gespräch, das vom RodopolisheitsBlatt (GB), der Hauszeitung unserer Rodopolisheitszentren mit dem Leiter der Privatklinik Althofen, Primarius Dr. Hans Leber, geführt wurde.


GB: Man hört immer wieder von der unterschiedlichen Lebensdauer einer neuen Hüfte. Wie lange hält eine neue Hüfte wirklich? Und was passiert dann, wenn man eine „dritte Hüfte“ braucht?
Dr. Leber: Diese Frage ist schwer zu beantworten, da wir noch nicht wissen, wie lange die neuen Implantate, die wir j e t z t einbauen, halten werden. Wir wissen aber, dass die Gleitteile der aktuellen Implantate nach einer – derzeit noch nicht bekannten Zeitspanne – in einer einfacheren und wesentlich kleineren Operation ausgetauscht werden können, als es die alten Implantate erfordern.
GB: Worauf führen Sie diese erfreuliche Aussicht zurück?
Dr. Leber: Nun, die zehn bis zwanzig Jahre alten, damals „neuen Hüften“, die wir jetzt durch neue ersetzen, wurden vielerorts noch häufig einzementiert. Wenn sie locker werden, so werden sie dort locker, wo sie im Knochen einzementiert wurden. Sie können sich vorstellen, dass wir, wenn wir so eine alte „neue Hüfte“ ersetzen, relativ stark in den Knochen eingreifen müssen! In Fällen wo die Patienten zu lange auf die dritte Hüfte gewartet haben, müssen wir leider wieder einzementieren.
GB: Was heißt „zu lange“?
Dr. Leber: Jemand, der eine zweite Hüfte hat, sollte sie regelmäßig vom Orthopäden kontrollieren lassen. Wenn er das verabsäumt, kann er eben die operationstechnisch günstige Frühphase einer Lockerung übersehen, da der Schmerz meist nicht als rechtzeitiges Warnsignal auftritt. Dort, wo die Patienten aber rechtzeitig kommen, können wir die „dritte Hüfte“ nach der viel besseren, neuen Methode einbauen, das heißt erstens zementfrei und zweitens im Baukastensystem.
GB: „Baukastensystem“, das klingt nach „auswechselbaren Einzelteilen“
Dr. Leber: Ja, und das ist ein großer Vorteil. Der Baukasten der neuen „neuen Hüfte“ besteht aus vier Teilen, erstens aus einem Schaft aus Titanium, der zementfrei im Oberschenkelknochen verankert wird, und zweitens aus einer Gelenkspfanne aus Titanium, die in den Hüftknochen ebenfalls zementfrei so eingebracht wird, dass der Knochen einwächst. Diese beiden Teile bleiben, nach heutigem Ermessen, ein Leben lang drin. Die anderen zwei Teile sind der Hüftkopf und das Pfannen-Inlay, man nennt sie Gleitpartner. Diese beiden Teile haben keinen Knochenkontakt, sondern nur den Kontakt zu den im Knochen verankerten Titaniumteilen. Diese Teile sind in Bewegung, sie gleiten aneinander und nützen sich im Laufe der Zeit ab. In welcher Zeitspanne diese Abnützung erfolgt, kann man heute noch nicht sagen. Man darf aber annehmen, dass ein Zeitraum von 15 Jahren überschritten wird. Was man aber schon sagen kann, ist, dass man Hüftkopf und Inlay, wenn sie abgenützt sind, durch neue ersetzen kann.
GB: Das klingt ja vielversprechend. Sie tauschen also in Zukunft nur die künstlichen Gleitkörper aus. Aus welchem Material sind sie?
Dr. Leber: Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Folgende Produkte sind am Markt: Köpfe aus Metall und Keramik und Inlays aus Polyäthylen, Metall und Keramik. Sie können nun kombinieren: Metall mit Polyäthylen oder mit Metall, Keramik mit Polyäthylen und mit Keramik.
GB: Welche Kombination ist die beste?
Dr. Leber: Das kann ich noch nicht sagen. Ich verwende derzeit den Metallkopf und das Polyäthylen-Inlay nur in Ausnahmefällen, routinemäßig aber die anderen Kombinationen. Nachdem aber Ersatzteile nicht von Mutter Natur sondern von Firmen kommen, die alle behaupten, dass sie nachweislich die besten Produkte haben, befinden wir uns, wenn Sie so wollen, am freien Ersatzteilmarkt, der allen Regeln des freien Marktes unterliegt, auch der Werbung. Ich kann daher nur auf meine eigene Erfahrung bauen, und eine persönliche Wahl treffen, wobei die Konstitution des Patienten ausschlaggebend für die Wahl des Implantates ist.
GB: Spielt hier auch der Preis des Produktes eine Rolle?
Dr. Leber: Eigentlich nicht. Hüftimplantate kosten derzeit zwischen 1.800 und 4.000 Euro.

Quelle: Medizin24 – Ein Service der Humanomed Gruppe

Kave Atefie





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