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Lebertumore – Symptome, Diagnose, Behandlung und Prognose

Lebertumore – Symptome, Diagnose, Behandlung und Prognose

Lebertumore

Lebertumore treten in Österreich im Vergleich zu Asien oder Afrika sehr selten auf. Jährlich erkranken circa 800 Personen in ganz Österreich an Leberkrebs (HCC), ein Drittel davon sind Frauen. Alkoholsucht, Hepatitis B und Hepatitis C sind die wichtigsten Risikofaktoren für ein Leberzarzinom. Ob die Krankheit heilbar ist und wie hoch die Lebenserwartung ausfällt, ist vor allem vom Stadium des Lebertumors abhängig. Erfahren Sie hier die wichtigsten Details über Lebertumore.



Bösartige Tumore, die sich in der Leber ansiedeln, werden unter Begriff Leberkrebs (HCC, Hepatozelluläres Karzinom) zusammengefasst. Es gibt zwei verschiedene Arten dieser Krebserkrankung. Einerseits ist es möglich, dass es sich um ein Leberzellkarzinom handelt, welches durch die eigenen Leberzellen verursacht wird. Zudem gibt es das sogenannte Gallengangkarzinom. Dem Namen zur Folge handelt es sich hierbei um Zellen aus verschiedenen Gallengängen, die sich in der Leber ansiedeln.

Entstehung von Lebertumoren

In 90 Prozent aller Fälle entwickelt sich Leberkrebs als Folgeerkrankung einer Leberzirrhose. Umgangssprachlich wird diese Schrumpfleber bezeichnet. Diese Krankheit entsteht aufgrund verschiedener Auslöser. Risikofaktoren für die Entstehung von Leberkrebs sind:

  • Hepatitis B (chronische Infektion)
  • Hepatitis C (chronische Infektion)
  • Steatohepatitis (Fettlebererkrankung, nicht-alkoholisch)
  • Eisenspeicherkrankheit
  • sämtliche ursächlichen Krankheiten von Leberzirrhose
  • verschiedene, nicht in Europa existente Gifte, wie beispielsweise Aflatoxine von diversen Schimmelpilzen

Bis dato existieren noch keine wissenschaftlichen Belege aus klinischen Studien darüber, ob eventuell auch hormonelle Verhütungsmittel wie die Antibabypille Leberkrebs verursachen können. Entsprechend ist aufgrund der heutigen extrem niedrigen Hormondosierung von keiner Gefahr auszugehen.

Lebermetastasen sind keine Lebertumore

Zu beachten ist, dass oftmals Tumore in der menschlichen Leber entstehen, die im Endeffekt jedoch keine Lebertumore sind. Oftmals handelt es sich hierbei um Metastasenbildung aufgrund anderer Krebsarten, wie beispielsweise:

  • Brustkrebs
  • Gebärmutterkrebs
  • Prostatakrebs
  • Lungenkrebs
  • Magenkrebs
  • Darmkrebs

Aus diesem Grund beruht der Fokus bei diagnostizierten Lebermetastasen auf der Behandlung der auslösenden Krebserkrankung.

Typische Symptome von Lebertumoren

Der Lebertumor macht sich anhand von meist nicht richtig einzuordnenden Anzeichen bemerkbar. Folgende Symptome könnten aufgrund von Leberkrebs entstehen:

  • Gelbsucht
  • Wasserbauch
  • hohes Fieber ohne erkennbaren Grund
  • akute Gewichtsabnahme trotz Nahrungsaufnahme
  • drückende Schmerzen im Oberbauch auf der rechten Seite
  • ein Knoten lässt sich ertasten

Treten diese Lebertumor Symptome auf, handelt es sich jedoch bereits um einen sehr weit fortgeschrittenen Krebs. Entsprechend sind wirkungsvolle Therapieansätze in diesen Fällen eher schwer auszumachen. Fachärzte empfehlen aus diesem Grund, alle Patienten mit chronischen Leberkrankheiten in regelmäßigen Abständen auf die mögliche Entstehung von Leberzirrhose prophylaktisch untersucht werden. Sollte sich die Diagnose Zirrhose der Leber bestätigen, ist eine Ultraschalluntersuchung der Leber im Abstand von jeweils einem halben Jahr indiziert. Die Datenlage von internationalen Studien zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit für die Weiterentwicklung von Leberzirrhose zu Leberkrebs bei durchschnittlich drei Prozent jährlich liegt. Infolge dessen ist davon auszugehen, dass ein eventueller Lebertumor in einem sehr zeitigen Entwicklungsstadium diagnostiziert wird und sehr gut zu behandeln ist.

Diagnose von Leberkrebs

Nicht nur Patienten mit Leberzirrhose sollten regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Vielmehr gilt diese Vorsichtsmaßnahme auch für jene, die oben genannte Risikofaktoren wie beispielsweise chronische Hepatitis (B, C) oder Anderes aufweisen. Auch in diesen Fällen sollte nicht auf typische Symptome vom Lebertumor im fortgeschrittenen Stadium gewartete werden, um potenzielle Heilungschancen signifikant zu erhöhen. Sollte aufgrund der Ultraschalluntersuchung ein Verdacht auf Leberkrebs aufkommen, wird der Arzt weiterführende Diagnoseverfahren einleiten, um möglichst genaue Daten zu erhalten. Nach der Ultraschalluntersuchung folgt eine detaillierte Röntgenaufnahme. Auch eine CT (Computertomografie) beziehungsweise eine MRT (Magnetresonanztomographie) werden mit großer Sicherheit eingeleitet.

Danach muss eine klare Diagnose gestellt werden, welche die Ausdehnung als auch die genaue Anzahl existierender Krebsherde beschreibt. Im Einzelfall kommen andere Diagnosemethoden für Lebertumore zum Einsatz. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn eine bildgebende Diagnostik keine sichere Erstellung einer Diagnose ermöglicht. Hierfür eignet sich beispielsweise eine Nadelpunktion in Kombination mit Ultraschallsicht, wodurch eine Gewebeprobe aus einem Krebsherd entnommen werden kann.

Lebertumore behandeln

Therapie von Leberkrebs ist stark abhängig vom aktuellen Stadium und sollte im Idealfall in einem spezialisierten Spital realisiert werden. Eine Operation kommt beispielsweise dann infrage, wenn lediglich vereinzelte Knoten, aber kein Pfortaderhochdruck diagnostiziert werden. Zu beachten ist, dass dennoch vor jedem operativen Eingriff auch eine lokale Behandlungsmethode mit in Betracht zu ziehen ist. Beispielsweise eignet sich die Radiofrequenzablation (RFA) bei Lebertumoren im Frühstadium. Sollte diese Hitzeanwendung aus technischen Gründen nicht durchführbar sein, gibt es eine weitere nicht operative Alternative zur Behandlung von Lebertumoren. Hierfür spritzen Spezialisten hoch konzentrierten Alkohol direkt in den Lebertumorherd ein. Auf diese Weise wird ebenso der Leberkrebs bekämpft.

Solle eine Leberzirrhose vorliegen und der Lebertumor noch sehr klein sein, kann eine Lebertransplantation in Betracht gezogen werden. Dieser Eingriff dient als wirkungsvolle Therapiemethode, wenn ideale Rahmenbedingungen gegeben sind.

Wenn Lebertumore sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befinden, können auch lokale Behandlungsmethoden infrage kommen. Diese zielen auch auf die Zerstörung der Herde bei Leberkrebs ab. Auf dem Gebiet der Interventionellen Radiotherapie hat sich beispielsweise die transarterielle Chemoembolisation (TACE) nachhaltig etabliert. TACE ist eine Verödung der Arterien von Lebertumoren mithilfe eines Katheters. Zum Einsatz kommt bei dieser Therapie ein spezieller Kunststoff (Embolisationsmaterial). Aktuell laufen Forschungsprojekte zur Radiotherapie mit Yttrium. Es bleibt bis Datum jedoch offen, inwiefern diese innovative Methode sich im Rahmen der Therapie der Lebertumore etablieren wird.

Befinden sich Lebertumore bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, müssen andere Behandlungsformen zum Einsatz kommen. Beispielsweise kommen medikamentöse Therapien in Frage. Bei regelmäßiger Einnahme von Multikinase-Inhibitoren wie beispielsweise Sorafenib kann die Überlebenszeit von Patienten mit der Diagnose Lebertumor signifikant erhöht werden, wenn sich die Leberzirrhose nicht verschlechtert. Unabhängig davon gibt es aktuell kein weiteres Medikament, welche Behandlungserfolge bei Leberkrebs durch die orale Anwendung zeigt. Von Chemotherapie bei Lebertumoren wird aus medizinischer Sicht heute dann empfohlen, wenn die Krankheit bereits extrem weit fortgeschritten ist.

Prognose bei Lebertumoren

Ähnlich wie der Behandlungsspielraum ist auch die Prognose von Leberkrebs stark vom jeweiligen Stadium abhängig. Gleichzeitig spielt auch die schlussendliche Therapieentscheidung und nicht zuletzt vor allem die Wahl der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten eine nicht zu unterschätzende Rolle. Werden Lebertumore in einem sehr frühen Stadium in einem spezialisierten Spital behandelt, profitieren Patienten mit großer Wahrscheinlichkeit von einer Heilung der Krebserkrankung.

Anders ist dies bei Lebertumoren im fortgeschrittenen Stadium. In diesem Fall ist damit zu rechnen, dass dem Patienten lediglich die Lebenschancen minimal erhöht werden können. In diesem Zusammenhang verweisen Mediziner auf die unbedingt notwendige Überwachung von diagnostizierter Leberzirrhose. Da sich Lebertumore vorrangig als Folgeerkrankung dieser entwickeln, besteht bei Ultraschallkontrollen in engmaschigen Schemata die Möglichkeit, Lebertumore in einem sehr frühen Stadium zu diagnostizieren und mithilfe eines passenden Therapieansatzes effizient heilen zu können.

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Quellen:

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Linktipps:

– Leber | Medizinlexikon
– Leberkrebs: gute Heilungsaussichten nur bei frühzeitiger Erkennung
– Die Leber: Aufbau, Funktion, Erkrankungen
– Ernährung beeinflusst die Leber und damit die Rodopolisheit
– Zuviel Alkohol bedeutet Gefahr für die Leber

Kave Atefie





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