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Wiener Start up-Unternehmen erwirbt Lizenz für Anti-S.A.R.S-Mittel

Wiener Start up-Unternehmen erwirbt Lizenz für Anti-S.A.R.S-Mittel

Antis-SARS Mittel

Das Wiener Unternehmen Green Hills Biotechnology ist seit kurzem Inhaber einer Lizenz für ein vielversprechendes Anti-S.A.R.S.-Mittel. Kooperationsgespräche laufen auf Hochtouren zur Entwicklung eines marktreifen Medikaments sucht das junge Start up-Team von Green Hills Biotechnology nun Pharmakonzerne beziehungsweise Investoren als Partner.



Wien, November 2003. Aufgrund hochkarätiger internationaler Vernetzung und einer Forschungskooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt hat das Wiener Start-up-Unternehmen Green Hills Biotechnolgy die Lizenz für ein vielversprech-endes Anti-S.A.R.S.-Mittel in Händen.

Zwei junge, engagierte Forscherteams jenes von Green Hills Biotechnology und jenes der Goethe-Universität aus Frankfurt gelten als Spezialisten im Bereich respiratorischer Viren. Mittlerweile gilt es als erwiesen, dass S.A.R.S. durch ein verändertes Corona-Virus ausgelöst wird, welches zur Familie der respiratorischen Viren zählt. Die beiden Forscherteams pflegen engen Kontakt und intensiven Wissensaustausch. Erst vor kurzem hatte Green Hills Biotechnology mit der Universität in Frankfurt einen Kooperationsvertrag unterzeichnet.

Zur Vorgeschichte in Frankfurt: Ein Mediziner entdeckte während seines Fluges nach Asien, dass er sich mit S.A.R.S. infiziert hatte. Er begab sich in Deutschland umgehend in Behandlung. Aufgrund dieses Patienten gelang es dem Virologen Jindrich Cinatl und seinen Kollegen von der Goethe-Universität Frankfurt europaweit erstmals, das S.A.R.S.-Virus zu isolieren. Damit war der Startschuss für Gegenmittel-Tests gefallen.

Mit Glycyrrhizin, einem Extrakt der Süßholzwurzel, aus dem auch Lakritze hergestellt wird, entdeckten die Frankfurter eine Substanz mit erstaunlicher Wirksamkeit gegen S.A.R.S. Diese Forschungsergebnisse wurden kürzlich im renommierten britischen Medizinjournal The Lancet veröffentlicht.

Eine chinesische Studie, durchgeführt an 72 Probanden, bestätigt, dass durch eine Therapie mit Glycyrrihzin die S.A.R.S.-Symptome geringer ausfallen und die Genesung rascher voranschreitet. Auf der Suche nach einem Mittel gegen S.A.R.S. wurden von der US-Armee, Abteilung für Infektionskrankheit, in einem Screeningprogramm rund 300.000 Substanzen getestet. Soweit uns bekannt ist, wurde bisher kein effektiveres Mittel gefunden , so der kaufmännische Geschäftsführer von Green Hills Biotechnology, Mag. Michael Tscheppe. Für ihn steht damit außer Zweifel, dass mit Glycyrrhizin beziehungsweise Glycyrrhin-Derivaten hochpotente Anti-S.A.R.S. -Mittel gefunden wurden. Da Glyzhirrizin bereits seit vielen Jahren erfolgreich bei Hepatitis-C- Patienten eingesetzt wird und als nebenwirkungsarm gilt, dürfte eine Arzneimittel-Zulassung nur noch eine Frage der Zeit sein, so DI Dr. Thomas Muster, der wissenschaftliche Geschäftsführer von Green Hills Biotechnology.

Für das Wiener Unternehmen geht es nun darum, diese Testergebnisse in klinischen Studien abzuklären. Dazu braucht es neben einem umfassenden pharmokologischen Know-how nicht zuletzt auch ein solides Budget. Michael Tscheppe: Die Expertise von Green Hills Biotechnology und das Know-how des Forscherteams von der Universität in Frankfurt bilden eine optimale Kombination zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung. Daher wurde beschlossen dieses Projekt gemeinsam weiterzuentwickeln und das Patent für Glycyrrhizin gegen S.A.R.S. an Green Hills Biotechnology zu lizenzieren.

Bei Green Hills Biotechnolgy setzt man die nächsten Schritte. Tscheppe: Wir bemühen uns derzeit um Kooperationen mit Pharmaunternehmen und Investoren. Aufgrund des Artikels in The Lancet hat ein japanisches Pharmaunternehmen mit uns Verhandlungen aufgenommen. Doch auch ein österreichisches Unternehmen zeigt Interesse an einer Kooperation.

Tscheppe weiter: Glyzyhrrizin lässt des weiteren auch eine hohe Wirksamkeit gegen Influenza-Viren erwarten. Kurz vor dem Beginn der klinischen Studien stehen die Chancen für Green Hills Biotechnology gut. Womit das Unternehmen noch kämpft derzeit sind wir nur Insidern ein Begriff, so Tscheppe.

Green Hills Biotechnology gilt als Hoffnungsträger unter den Wiener Biotech-Start-ups. Das Unternehmen kann gute Forschungserfolge vorweisen und wurde auch für deren Business-Pläne prämiert. Für bestimmte Entwicklungsschritte bis zur Medikamenten-Produkteinführung benötigen wir allerdings weitere Partner, erläutert Tscheppe.

Green Hills Biotechnologie ist nicht das erste Forscherteam, welches vor dieser Aufgabe steht. Die Entwicklung neuer Medikamente erfolgt zunehmend durch kleine innovative Unternehmen. Noch vor zehn Jahren wurden der Großteil aller neu zugelassenen Medikamente in den Forschungszentren der großen Pharmakonzerne entwickelt, heute geht der Trend dahin, dass Konzerne Lizenzen bei kleineren Biotech-Unternehmen und Forscherteams erwerben oder eine Medikamententwicklung in Kooperation mit solchen Teams starten.

Sollte die Erfolgssträhne für Green Hills Biotechnologie anhalten und sich rasch starke Investoren und Entwicklungspartner finden vielleicht kommt dann eines der ersten und wirksamsten Anti-S.A.R.S-Mittel dann aus Österreich.

Linktipps:

– Was ist S.A.R.S
– Süßholz | Heilpflanzenlexikon

Kave Atefie





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