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Magersucht frühzeitig erkennen – die wichtigsten Infos & besten Tipps

Magersucht frühzeitig erkennen – die wichtigsten Infos & besten Tipps

Magersucht fühzeitig erkennen

Vor allem am charakteristischen Gewichtsverlust bei ansonsten gesunden Menschen lässt sich eine Magersucht (Anorexie) erkennen. Das Untergewicht geht allerdings oft mit weiteren Symptomen einher, die Ursachen sind oft psychischer Natur. Wenn sich das Denken und Sein eines Menschen nur noch um die Themen Ernährung, Kalorien, Körpergewicht und Gewichtsverlust dreht, kann ein erster Verdacht auf Magersucht vorliegen. Kommt dann noch ein extremes Untergewicht hinzu, lohnt sich ein genauer Blick auf die typischen Symptome von Magersucht.

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Die Essstörung Magersucht ist eine psychosomatische Erkrankung, die besonders Mädchen und junge Frauen im Alter von zwölf bis 25 Jahren betrifft. Auf sozialen Medien wie der Fotoplattform Instagram wird Schönheitswahn besonders inszeniert. Dort glorifizieren Mädchen und junge Frauen ihre Essstörung geradezu, sie eifern sich gegenseitig nach, stacheln sich mit immer extremeren Fotos an. Der absurde Wettkampf heißt Pro-Ana (für Pro Anorexie) und ist eine Bewegung von Magersüchtigen oder Bulimiekranken, deren Ziel es ist, immer weiter abzunehmen. Dabei wird die Erkrankung idealisiert und mittels Hashtags wie #probulimia oder #proanorexia propagiert. Die Folgen für die Mädchen und jungen Frauen sind oft verheerend.

Typisch für die Diagnose Magersucht (Anorexia nervosa) ist, dass oftmals in nur kurzer Zeit starkes Untergewicht erreicht wird. Je nach Ausprägung der Symptome unterscheiden Mediziner verschiedene Formen der Erkrankung Magersucht. Bei der restriktiven Anorexia nervosa realsisieren Betroffene alle nur denkbaren Maßnahmen, um Körpergewicht in möglichst kurzer Zeit zu verlieren.

In Kombination mit dem Einsatz von Entwässerungs- oder Abführpräparaten entsteht aus dieser Form die Magersucht vom Purging-Typ. Nicht selten müssen Patienten dieser Art mit bösartigen Folgewirkungen im Verlaufe der Erkrankungen auf ganzkörperlicher Ebene rechnen. Grundsätzlich lassen sich beide Magersucht Formen anhand typischer Symptome erkennen.

Magersucht: Symptome gemäß ICD-10

Die internationale Klassifikikation definiert die Diagnose Anorexia nervosa als zutreffend, wenn folgende vier Schwerpunkte zutreffen:

  • Störung des Körperschemas
  • Gewichtsverlust wurde selbst initiiert
  • Untergewicht liegt deutlich unter dem Normalgewicht (mindestens 15 Prozent)
  • endokrine Störung wird diagnostiziert (gestörter Hormonhaushalt)

Symptom: Unnatürliches Körperschema

Die Körperschemastörung (Dysmorphophobie) ist eine Leibgefühlsstörung, bei der sich magersüchtige Patienten in Bezug auf ihre eigene Körperform stets sehr unrealistisch wahrnehmen. Auch dann, wenn bereits starkes Untergewicht vorliegt, blicken Betroffene in den Spiegel und sehen ausschließlich ein übergewichtiges Wesen. Obwohl dieser Umstand für Dritte völlig unverständlich erscheint, können meist auch objektivierbare Argumente den Eindruck bei Betroffenen nicht ändern. Eine Körperschemastörung erfordert daher professionelle Hilfe über einen längeren Zeitraum durch in Form einer Therapie.

Symptom: Untergewicht

Durchschnittlich verlieren magersüchtige Personen 40 bis 50 Prozent ihres vorherigen Körpergewichts. Bei Erwachsenen dient als klinische Diagnoserichtlinie ein BMI (Body Mass Index) ≤ 17,5 Meter pro Kilogramm ins Quadrat. Dies entspricht durchschnittlich einem mindestens 15 Prozent niedrigerem Gewicht als bei normalgewichtigen Personen. Mediziner ziehen zur Diagnose von Magersucht bei Kindern und Jugendliche andere BMI Werte heran.

Gleichzeitig betonen sie auch, dass der BMI lediglich als erste Orientierung gilt. Hinzukommen die hier aufgeführten Symptome.
Bei einer bereits stark fortgeschrittenen Magersucht nutzen Fachkräfte häufig den Begriff Kachexie. Es handelt sich hierbei um ein derartig akutes Untergewicht, dass bereits die körpereigene Muskelmasse als auch Fettreserven angegriffen wurden. Typische Symptome von Kachexie sind äußerlich erkennbar:

  • Knochenkonturen stehen hervor
  • Augen sind tiefliegend
  • Wangen wirken hohl

In den meisten Fällen gelingt es jedoch nur manchmal, typische Magersucht Symptome dieser Art zu erkennen. Betroffene verstehen es, diese gezielt durch sehr weite Bekleidungsstücke gekonnt zu verstecken.

Magersucht Symptom: Gewichtsverlust

Ist von Magersucht die Rede, verbinden selbst Laien diese Erkrankung mit extrem starkem Untergewicht. Werden Betroffene im Alltag begleitet, sind klare Strategien erkennbar, um eine möglichst starke Gewichtsreduzierung in nur kurzer Zeit zu erzielen. Folgende Methoden kommen bei Magersucht zum Einsatz:

  • Nahrungsmittel mit hohem Kalorienanteil werden gemieden.
  • Betroffene lesen überaus aufmerksam sämtliche Inhaltsangaben aller Lebensmittel
  • Vereinzelt erfolgt eine akute Reduzierung einzelner Mahlzeiten, dass lediglich Wasser aufgenommen wird.
  • Auch exzessiver Sport kann zum schnellen Gewichtsverlust beitragen.

Nicht zuletzt geht es so weit, dass sich an Magersucht erkrankte Personen nur noch auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten zur Verminderung des Körpergewichts befinden. In diesem Zusammenhang gilt auch die ständige Gewichtskontrolle bei Magersüchtigen zum Alltag. Sobald die Abnahme stagniert oder sich in eine Gewichtszunahme verwandelt, folgt eine extreme Neudefinition aller bisher angewandten Methoden.

Magersucht Symptom: endokrine Störung

Ein weiteres sehr typisches Symptom für Magersucht ist ein gestörter Hormonhaushalt, bei dem einige Hormone nicht in genügenden Mengen produziert werden. Im Grunde genommen gilt dieses Symptom bereits als Folgeerscheinung des extremen Untergewichts aufgrund einer anhaltenden Mangelernährung.

Aufgrund der fehlenden Hormone kommt es bei jungen Mädchen, Jugendlichen oder Frauen zur Amenorrhö. Die monatliche Blutung setzt plötzlich aus. Ebenso bedingen fehlende Sexualhormone den Libidoverlust. Entsprechend gilt ein stark vermindertes sexuelles Verlangen als typisches Symptom von Magersucht. Evolutionsbiologen argumentieren in diesem Zusammenhang, dass dieser körpereigene Schutzmechanismus tatsächlich sinnvoll sein. So kann der Körper einer magersüchtigen Frau keine ausreichende Versorgung des Ungeborenen während der Schwangerschaft gewährleisten. Interessanterweise werden sexuelle Kontakte aufgrund fehlender Sexualhormone quasi von Natur aus unterbunden. Auch bei magersüchtigen Jungen beziehungsweise Männern kann Anorexia nervosa Potenzstörungen und einen Libidoverlust verursachen.

Weitere Symptome somatischer Art

Oben ausgeführte Symptome von Anorexia belegen, dass der gesamte Körper durch unterschiedliche Faktoren unterschiedlich beeinflusst wird. So fährt der menschliche Organismus bei Magersucht auf die minimalsten Funktionen herunter, um ein Überleben der Betroffenen vorübergehend zu gewährleisten. In diesem Sinne sind typische Anzeichen von Magersucht auf ganzkörperlicher Ebene zu erkennen:

  • Amenorrhö (monatliche Regelblutung bleibt aus)
  • Bradykardie (Herzschlag ist stark verlangsamt)
  • Entwicklungsverzögerung in der Kindheit oder im Jugendalter (geistig und körperlich)
  • Elektrolythaushalt gestört
  • Haarausfall
  • Haut ist sehr trocken
  • Herzrhythmusstörungen
  • Hirnatrophie (Hirnschwund)
  • Hypothermie (starke Unterkühlung beziehungsweise permanentes Frieren)
  • Hypotonie (niedriger Blutdruck)
  • Konzentrationsstörungen im beruflichen als auch privaten Kontext
  • Lanugo Behaarung (anstatt altersgerechter Köperbehaarung kommt es zu flaumartigen Ausprägungen einzelner Partien)
  • Leberfunktionsstörungen
  • Libidoverlust bei weiblichen und männlichen Magersüchtigen
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Osteoporose (Knochenmasse nimmt stark ab)
  • Panzytopenie (stark verminderte Anzahl an Blutplättchen, weißen als auch roten Blutkörperchen)
  • Pubertätsbeginn stark verzögert
  • Unfruchtbarkeit bei Frauen
  • Vitaminhaushalt gestört

Symptome psychischer Art

Tatsächlich muss die andauernde Angst bei Magersüchtigen ernst genommen werden. Ab einem bestimmten Stadium kann diese so akute Ausprägungen annehmen, dass Betroffene regelmäßig panische Verhaltenszustände erleiden. Extrem, oftmals sehr gereizt reagieren Magersüchtige vor allem auch dann, wenn sie von Dritten auf ihr Körpergewicht angesprochen werden.

Oftmals sind sehr intelligente als auch leistungsorientierte Personen, welche typische Magersucht Symptome aufweisen. In Bezug auf ihr Verhalten streben sie stets danach, die bestmöglichsten Ergebnisse zu erzielen. Dies versuchen im Beruf ebenso, wie in der Schule oder Freizeit. Dennoch weisen sie ein weiteres Magersucht Symptom auf, welches nicht nur aus fachpraktischer Perspektive ernstzunehmen ist. Magersüchtige ziehen sich oft häufig zurück.

Experten fordern Bekannte, Familienangehörige als auch Freunde dazu auf, genau diese Art von erwünschter sozialer Isolation besonders ernst zu nehmen. Hinzu kommen Anorexia Symptome wie regelmäßige depressive Verstimmungen als auch akute Stimmungsschwankungen. Experten nehmen an, dass diese Symptome aufgrund des persistierenden Drucks in Bezug auf das stets fernliegende Idealgewicht entstehen.

Zudem treten bei Magersüchtigen zahlreiche Begleiterkrankung (Komorbiditäten) auf. Meist handelt es sich dabei um psychische Störungen, die sich aufgrund der typischen Magersucht Symptome entwickeln: Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Zwangserkrankungen, Depressionen und Suchterkrankungen.

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Quellen:

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Linktipps:

– Bulimie und Magersucht | Krankheitslexikon
– Essstörungen bei Kindern
– Psychotherapeut/Innen Suche
– Ess-Störungen: wenn Diäten zur Sucht werden
– Ernährungsirrtümer – Mythen & Missverständnisse

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Kave Atefie





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