Mistel | Heilpflanzenlexikon

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Mistel, Druidenfuß, Hausmittel

Die (Weiße) Mistel ist ein auf Laubbäumen sitzender Halbschmarotzer. Sie entzieht den Bäumen Flüssigkeit und die darin enthaltenen Mineralsalze. Die Mistel ist ein immergrüner, kugelig wachsender Strauch mit einem Durchmesser von bis zu 100 cm. Bereits im Altertum wurde die Mistel von Druiden als Heilmittel und für allerlei Zauber verwendet. Sie wurde als Heiligtum verehrt, und so durfte die Mistel von den Druiden nur mit goldenen Sicheln geschnitten werden. Dies findet auch im berühmten Comic „Asterix, der Gallier“ Erwähnung, wo die Mistel nicht nur ein wichtiger Bestandteil des Zaubertranks ist, der übermenschliche Kräfte verleiht, sondern eben auch nur mit einer goldenen Sichel geschnitten werden darf.

Tatsächlich verleiht die Mistel zwar keine Zauberkräfte, sie wird aber von der Volksmedizin als Heilpflanze sehr geschätzt. Das Haupteinsatzgebiet der Mistel ist die Behandlung von Bluthochdruck, sie wird aber unter anderem auch bei Herzschwäche, Verdauungsproblemen, Arteriosklerose oder Frauenleiden eingesetzt.

Die Mistel findet außerdem therapiebegleitende Anwendung bei Krebs. Dieser Einsatz ist jedoch sehr umstritten, vor allem weil ein Wirksamkeitsnachweis nach wissenschaftlichen Kriterien bisher nicht erbracht wurde.

Kenndaten

  • Wissenschaftlicher Name: Viscum album
  • Familie: Sandelholzgewächse (Santalaceae)
  • Wuchsgröße: bis zu 100 cm Durchmesser
  • Farbe der Blüten: gelblich
  • Sammelzeit: März bis April
  • Vorkommen: Europa und Asien
  • Standorte: auf Laubbäumen
  • verwendete Pflanzenteile: Kraut

Synonyme

Affalter, Affolter, Albranken, Birnäpsel, Bocksbutter, Bocksfutter, Donarbesen, Donnerbesen, Donnerkraut, Drudenfuß, Druidenfuß, Elfklatte, Geißechrut, Geißkraut, Geißkrut, Guomol, Heil aller Schäden, Heiligkreuzfuß, Heiligkreuzholz, Hexenbesen, Hexenchrut, Hexenkraut, Hexenkrut, Hexennest, Immergrün, Kenster, Kinster, Klüster, Knisterholz, Laubholzmistel, Leimmistel, Marenstocken, Marentaken, Mistelsenker, Nistel, Offölterholz, Vogelchrut, Vogelleimholz, Vogelmistel, Wespe, Wintergrün, Wintersamen, Wispen

Wirksame Inhaltsstoffe

Acetylcholin, Alkaloide, Asparagin, Bitterstoffe, Cholin, Harz, Histamin, Inosit, Lektine, Oleanolsäure, Pyridin, Saponine, Schleimstoffe, Tyramin, Viscalbin, Viscin, Viscotoxin, Xanthophyll, Zink

EUR 14,99

Heilwirkung und Anwendungsgebiete

Die Mistel wirkt beruhigend, blutstillend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend und tonisierend. Darüber hinaus stärkt sie die Blutgefäßwände, verlangsamt den Herzschlag und wirkt positiv auf das Immunsystem. Auf folgenden Gebieten findet die Mistel Anwendung:

  • Arterienverkalkung
  • Arteriosklerose
  • Arthritis
  • Arthrose
  • Bauchspeicheldrüsenschwäche
  • beschleunigter Puls
  • Bluthochdruck
  • chronisches Rheuma
  • Diabetes (leichte Formen)
  • eitrige Wunden
  • Ekzeme
  • Epilepsie
  • Fallsucht
  • Fieber
  • Gallenschwäche
  • Gebärmutterblutungen
  • Gebärmuttergeschwülste
  • Gebärmutterschmerzen
  • Gelenkentzündung
  • Geschwüre
  • Herzschwäche
  • Heuschnupfen
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Krampfadern
  • Krebs (therapiebegleitend)
  • Kreislaufprobleme
  • Lungen- und Darmblutungen
  • Magenschwäche
  • Menstruationsbeschwerden
  • Nasenbluten
  • Nervenschwäche
  • nervöse Herzstörung
  • Ödeme
  • Ohrensausen
  • Schlaganfall
  • Schwindelanfälle
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Verdauungsschwäche
  • Verstopfung
  • Wechseljahrsbeschwerden
  • Weißfluss


Dosierung und Anwendung

Die Mistel ist Bestandteil vieler Fertigpräparate, Injektionslösungen und anderer teilweise verschreibungspflichtiger Arzneimittel. Hier sind die Angaben des Herstellers oder die Anweisungen des Arztes zu befolgen. Die Mistel wird aber auch gerne als Tee oder Kaltansatz zubereitet. Auch eine Tinktur lässt sich mit dem Kraut der Mistel zubereiten.

Tee:
2 TL Kraut mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Davon mehrere Wochen hindurch morgens und abends je eine Tasse trinken.

Kaltansatz:
1 EL Kraut mit ¼ Liter kaltem Wasser übergießen und am nächsten Tag abseihen. Davon täglich 3 Tassen trinken.

Tinktur:
20 g zerkleinerte Misteln mit 150 ml 70 %igem Alkohol ansetzen und eine Woche an einem dunklen Ort ziehen lassen. Danach die Misteln auspressen, die Tinktur abseihen und in eine dunkle Flasche füllen. Dreimal täglich 20 Tropfen mit Wasser verdünnt einnehmen.

Warnhinweise

  • Nicht während der Schwangerschaft und der Stillzeit anwenden.
  • Mistelpräparate, wie zum Beispiel Injektionslösungen, können Nebenwirkungen wie Fieber, Schüttelfrost, Herz-Kreislaufstörungen oder allergische Reaktionen auslösen.
  • Die Beeren der Mistel sollten nicht eingenommen werden. Die früher behauptete Giftigkeit wird zwar heute bestritten, die Einnahme der innen sehr zähschleimig-klebrigen Beeren kann aber zu Erbrechen führen.

Wichtiger Hinweis: Allfällige in diesem Artikel angeführte mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und Zubereitungen sind nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen und ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

Linktipps


– Was ist eigentlich Epilepsie?
– Heilpflanzenlexikon – Index

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