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Muttermal (Melanom) | Krankheitslexikon

Muttermal (Melanom) | Krankheitslexikon

Melanom

Ein jeder hat sie – manchmal größer, manchmal kleiner. Einige Menschen haben fast gar keine, andere wiederum haben unzählige: gutartige Muttermale, fachsprachlich auch Nävi genannt. Nun kommt es vor, dass manche dieser Muttermale – durch zu viel Sonne etwa – wachsen. Ist dies der Fall, so spricht man von einem Melanom.



Nävus, Melanom – wo ist der Unterschied?

Das gutartige Muttermal (Nävus) ist ein pigmentierter Fleck mit regelmäßiger Begrenzung. Das maligne Melanom ist ein bösartiger Krebs der Haut. Der Fachausdruck „maligne“ ist ein anderes Wort für bösartig. Als bösartig wird ein Tumor bezeichnet, wenn er bei seinem Wachstum das umliegende Gewebe zerstört und in andere Körperregionen oder Organe streut, d. h. Metastasen bildet. Ungefähr zehn von 100.000 Einwohnern erkranken an einem malignen Melanom, Tendenz steigend.

Besonders stark betroffen sind hellhäutige Menschen mit ungenügender Bräunungstendenz. Das Melanom entwickelt sich bevorzugt auf Hautbereichen, die der Sonne ausgesetzt sind: Gesicht, Hals, Arme, Unterschenkel. Etwa 60 % der Melanome entwickeln sich dabei aus Muttermalen (Nävi), die oft über Jahre völlig unauffällig waren. Bei der schwarzen Bevölkerung beträgt die Zahl der Erkrankungen nur ein Sechstel der hellhäutigen Bevölkerung. Bei ihnen werden besonders die wenig pigmentierten Körperteile wie Schleimhäute, Hand- und Fußflächen befallen.


Welche Arten gibt es?

Ihrer äußeren Erscheinung nach lassen sich vier Typen unterscheiden: das oberflächlich spreitende Melanom, das knotige Melanom, das Lenitgo-maligna-Melanom und das akral-lentiginöse Melanom. Das oberflächlich spreitende Melanom ist mit 70 % der häufigste Melanomtyp. Es wächst über längere Zeit nur an der Oberfläche und bildet flache, unregelmäßig geformte Herde mit unterschiedlicher Färbung von Schwarz, Grau, Blau, Braun bis Weiß. Manchmal erst nach Jahren wandelt es sich in eine knotige Form, verbunden mit einem vertikalen Wachstum.

Die Häufigkeit des knotigen Melanoms beträgt 15 %. Es wölbt sich halbkugelig über das Hautniveau hinaus und ist von graubrauner bis rötlich-blauschwarzer Farbe. Wegen seines raschen vertikalen Wachstums ist seine Prognose besonders schlecht. 7 % der Fälle erkranken am akral-knotigen Melanom. Es tritt vor allem an den Hand- und Fußflächen und im Nagelbereich auf. Es handelt sich im Frühstadium um braune bis braunschwarze Flecken, die später zum Nässen und Bluten neigen.

Mit 5 % nicht so häufig ist das Lentigo-Maligna-Melanom. Besonders ältere Menschen werden davon im Gesicht befallen. Die zunächst flachen, später knotigen Herde sind unregelmäßig und unscharf begrenzt. Die Farbe ist braun, gelegentlich mit schwarzer Fleckung. Selten ist das amelanotische Melanom. Es ist nicht gefärbt und daher besonders schwer zu erkennen.

Das maligne Melanom geht von den pigmentbildenden Zellen (Melanozyten), die in der Oberhaut liegen, aus. Die Tumorzellen wachsen dabei sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Richtung. Das horizontale Wachstum führt zu einer sichtbaren Größenzunahme des Melanoms auf der Haut. Das vertikale Wachstum ist für die Prognose wichtig. Die Basalmembran als unterste Schicht der Oberhaut stellt vorübergehend eine gewisse Barriere zu den Blut- und Lymphgefäßen der Oberhaut dar. Wird sie durchdrungen, können sich die Krebszellen über Blut- und Lymphbahnen im ganzen Körper verbreiten, in anderen Organen festsetzen und dort vermehren. Auch bei äußerlich sehr kleinen Tumoren kann diese Streuung (Metastasierung) bereits stattgefunden haben.

Diagnose

Eine möglichst frühe Diagnosestellung ist für die Prognose von entscheidender Bedeutung. Als Hilfe zur Unterscheidung von harmlosen Hautveränderungen gibt es die sogenannte ABCD-Regel. Melanome wachsen bevorzugt in eine Richtung. Sie sind daher asymmetrisch („A“). Sie gehen übergangslos in die gesunde helle Haut über. Ihre Begrenzung („B“) ist unscharf, zackig und unregelmäßig. Die Färbung („C“ für colour) des Melanoms ist in sich uneinheitlich und reicht von rötlich über braun und schwarz bis grau. Der Durchmesser („D“) nimmt langsam immer weiter zu.

Gibt es verschiedene Stadien?

Ja, man unterscheidet drei Stadien:

*) Im Stadium I gibt es keine Lymphknoten und keine Fernmetastasen. Die Prognose ist daher günstig.
*) Im Stadium II sind die regionalen Lymphknoten zusätzlich befallen.
*) Im Stadium III bestehen außerdem Fernmetastasen.

Wie sieht die Therapie aus?

Das wichtigste Behandlungsverfahren ist die Chirurgie. Dazu wird die befallene Haut mit einem etwa 3 cm breitem Sicherheitsabstand einschließlich des Unterhautfettgewebes entfernt. Im Stadium II werden zusätzlich alle regionalen Lymphknoten entfernt. Obgleich im Stadium III eine Heilung nicht mehr möglich ist, kann durch die Operation die Tumorlast gesenkt und lokale Beschwerden gebessert werden. Die Strahlentherapie wird bei der Bekämpfung von Metastasen eingesetzt, die sich der chirurgischen Therapie entziehen (z. B. Hirnmetastasen). Die Chemotherapie kann ebenfalls unter lindernden (palliativen) Gesichtspunkten eingesetzt werden.

Allerdings gehört das Melanom zu den weniger empfindlichen Tumoren für Chemotherapeutika. Im experimentellen Rahmen werden daher an ausgewählten Patienten mit bestimmten Erkrankungstypen und Krankheitsstadien eine Reihe weiterer Verfahren und Medikamente erprobt (Chemotherapeutikakombinationen, Überwärmungstherapie, Immunmodulatoren). Die endgültige Bewertung dieser Methoden steht aber noch aus. Melanompatienten sollten an einer regelmäßigen Nachsorge teilnehmen. Hierdurch kann ein erneutes Tumorauftreten frühzeitig entdeckt und die Therapie optimal überwacht werden.

Vorsorge

Da die Prognose der Erkrankung – abgesehen vom Frühstadium – außerordentlich schlecht ist, hat die rechtzeitige Erkennung des Melanoms einen sehr hohen Stellenwert. Eine regelmäßige Selbstbeobachtung ist daher sinnvoll. Nicht auslassen darf man die Untersuchung der Fußflächen, des Rückens und der Kopfhaut. Außerdem sollte man einmal im Jahr von einem Hautarzt alle Hautunregelmäßigkeiten untersuchen lassen.

In 90 % der Fälle sind Melanome nachweislich auf die Einwirkung von UV-Strahlen zurückzuführen. Die beste Prophylaxe gegen Melanome ist daher die Vermeidung von Sonnenbrand und der Schutz vor UV-Strahlung. Der Aufenthalt in der Sonne sollte stets mit ausreichendem Lichtschutz stattfinden. Kinder müssen besonders geschützt werden.

Linktipps:

– Der verantwortungsvolle Umgang mit der Sonne
– Hautkrebs vorbeugen
– Sonnenbaden und seine Folgen
– Sommer, Sonne, Sonnenbrand
– Vorsicht beim Bräunen im Solarium
– Krankheitslexikon: Krebs