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Pille gegen Monatsblutung

Pille gegen Monatsblutung

Muss die Periode sein?

Ab dem Zeitpunkt der ersten Monatsblutung stehen Frauen in ihrem Leben durchschnittlich mehr als 2000 „Tage“ ins Haus, das entspricht ca. 6 vollen Jahren Regelblutung am Stück. Zugegeben, eine lange Zeit im Leben einer Frau. Ein Pharmafirma verspricht nun: Periode muss nicht sein und bringt die Pille gegen die Monatsblutung auf den Markt.



New York – Forscher in den USA haben der Menstruation den Krieg erklärt. Sie entwickeln neue Hormonpräparate, die die Anzahl der Blutungen pro Jahr von 13 auf vier reduzieren und so möglicherweise besser verträglich sein sollen als die normale Pille. Diese verhindert zwar den Eisprung und schont so den Körper, doch die monatliche Blutung, die aus Marketing-Überlegungen an die Pille gekoppelt wurde, ist nach Ansicht mancher Forscher völlig überflüssig. Der allmonatliche Ansturm der Hormone sei im Übrigen gar nicht so natürlich.

In einer Studie, in der Novemberausgabe der Fachzeitschrift Obstetrics and Gynecology, verglichen sie über fast 1 Jahr 24 Teilnehmerinnen, die einem typischen 28-Tage Zyklus folgten, mit 29 Frauen, die auf einen verlängerten 49-Tage Zyklus umgestellt wurden. Diese ließen nach den normalen 21 Tagen mit Pillen, die Hormone enthalten, einfach die 7 Placebos weg und nahmen durchgängig die aktiven Pillen weiter. Die Frauen mit dem längeren Zyklus hatten nicht mehr Durchbruchblutungen als die Probandinnen mit dem normalen Zyklus.

Darüber hinaus gaben sie pro Jahr sehr viel weniger Geld für Hygieneprodukte aus. Von der verlängerten Zeit ohne Blutung waren viele der Frauen so begeistert, dass die Hälfte von ihnen auch nach Studienende dabei blieb und auch 16% aus der Gruppe mit dem kürzeren Zyklus diese Methode ausprobieren wollten.

Im Rahmen der soeben vorgelegten „Yasmin Langzyklus Studie Deutschland“ wurden knapp 1500 Frauen über einen Zeitraum von 6 Monaten erstmals auf die Auswirkungen des Langzyklus hin untersucht. Die Ergebnisse der Studie sollen besonders in Bezug auf das Thema Regelbeschwerden bahnbrechend sein:

Wesentliche Reduktion von Wassereinlagerungen (Ödemen), kaum noch Schmerzen/Krämpfe während der Menstruation, hochsignifikante Verringerung von Brustspannen, wesentlich weniger Pickel. Die Pilleneinnahme im Langzyklus ist gesundheitlich völlig unbedenklich, sagen die Konzernsprecher.

Ist die Blutung wirklich so natürlich, wie es Perioden-Verteidiger behaupten? In der Tat muss man bezweifeln, dass die rund 450 Zyklen der modernen westlichen Frau (Menarche mit ca. zwölf Jahren, maximal zwei bis drei Kinder, kurze Stillzeiten, späte Menopause) von Mutter Natur wirklich so vorgesehen waren. Wirft man einen Blick zurück durch die Jahrhunderte, so wird deutlich, dass unsere Urahninnen (Menarche mit 16, viele Geburten, langes Stillen) nur etwa auf 160 Zyklen kamen.

Frau hat die Wahl

Die Unterdrückung der Regel sollte nur als Option verstanden werden, wird betont: Frauen, die von der Natürlichkeit der „Tage“ stark überzeugt sind, müssen mit ihrer Entscheidung akzeptiert, bzw. dürfen nicht diskriminiert werden. Doch jede sollte wählen dürfen, ob sie bluten will oder nicht. Manche wird vielleicht auch nur die Intervalle zwischen den Perioden strecken wollen, um sich in puncto „Natürlichkeit“ an ihre Urur-Oma anzunähern.

Linktipps:

– Tampon oder Binde? Hygieneartikel im Vergleich
– Hormone: Information

Kave Atefie





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