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Pille gegen Schlaganfall angekündigt

Pille gegen Schlaganfall angekündigt

Schlaganfall, Pille

In spätestens fünf Jahren wird es nach einer Ankündigung des Londoner Medizinprofessors John Martin eine Pille zur Vorbeugung gegen Schlaganfall und andere auf Gefäßverengung ( Arteriosklerose) zurückgehende Rodopolisheitsschäden geben. In einem Interview der Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“ (Juni-Ausgabe) kündigte Martin außerdem bereits für das nächste Jahr den Einsatz einer Gentherapie zur Behandlung verdickter Arterien-Gefäßwände an.



Basis dieses biomedizinischen Durchbruchs im Kampf gegen Arteriosklerose ist laut Zeitschriftenbericht die Entdeckung eines bestimmten Eiweißstoffes im menschlichen Gewebe. Dieser Faktor VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) steuert die Entwicklung von Blutgefäßen im menschlichen Fötus. In einem von der EU geförderten Forschungsprojekt hatte sich herausgestellt, dass VEGF bei Erwachsenen beschädigte oder verengte Gefäße reparieren kann.

Firma „Eurogene“ gegründet

Zur Entwicklung der Gentherapie und eines vorbeugenden Medikaments auf dieser Grundlage gründete der am Londoner University College arbeitende Professor zusammen mit seinem Kollegen Stephen Barker und dem finnischen Molekularbiologen Seppo Yla-Herttula die Firma „Eurogene“. Für die Entwicklung der Pille sammelten die Wissenschaftler weltweit zehn Millionen Mark (5,11 Mill. Euro/70,4 Mill. S) Risikokapital.

Martin wies gegenüber „Bild der Wissenschaft“ darauf hin, dass derzeit jeder zweite EU-Bürger an Gefäßverengung im Herzen oder im Gehirn stirbt. Denn entgegen der Meinung in der Bevölkerung, Menschheitskiller Nummer eins sei der Krebs, sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen um ein Vielfaches öfter Todesursache. Bei der Gentherapie, bei der es bereits erste klinische Erfolge gebe, werde das VEGF-Gen von außen in die Arterienwand eingeführt und so die Gefäßerweiterung „angeknipst“. Die Pille, die in den nächsten fünf Jahren entwickelt werde, werde den VEGF-Effekt als synthetischen Rezeptor enthalten.

„Wird diese Tablette täglich eingenommen, verhindert sie die lebensbedrohende Gefäßverengung. Herzkranzgefäßverengungen, Schlaganfälle und die Verkalkung von Beinarterien werden dann in Europa nicht mehr Todesursache Nummer eins sein“, versprach Martin.

„Polypille“ als Vorbeugung gegen Herzinfarkt und Schlaganfall

Britische Wissenschaftler haben zudem die nicht ganz neue Idee für eine „Superpille“ entwickelt, die das Herzinfarkt- oder Schlaganfall- Risiko um rund 80 Prozent verringern soll. In Zukunft soll die Einnahme einer sogenannten „Polypille“, die aus sechs verschiedenen Medikamenten besteht, das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko um bis zu 80 Prozent senken. Die Kombination aus Aspirin, Cholesterin- und Blutdrucksenkern sowie Folsäure sei kostengünstig, die Nebenwirkungen äußerst gering, meinen ihre Erfinder.

Die Idee ist, dass alle Menschen ab einem Alter von 55 Jahren das Medikament täglich nehmen, egal ob sie Symptome von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigen oder nicht. Durch die Kombination eines Cholesterin-senkenden, dreier Blutdruck-senkender Mittel, Folsäure und Aspirin werden laut Wald und Law vier Hauptrisiken von Herz-Kreislauferkrankungen drastisch reduziert:

  • Die LDL (Low Density Lipoprotein)-Werte, dabei handelt es sich um das so genannte „böse Cholesterin“. Eine hohe LDL-Konzentration im Blut kann zu Ablagerungen von überschüssigem Cholesterin in den Zellen und Gefäßwänden führen.
  • Blutdruckwerte
  • Homocystein'(Hcy), dabei handelt es sich um ein hoch potentes Produkt des Protein-Stoffwechsels. Erhöhte Hcy-Spiegel steigern auch das Risiko für das Auftreten von koronaren Herzkrankheiten oder Schlaganfällen.
  • Missfunktion der Blutplättchen; die Medikamente beeinflussen die Funktion der Blutgerinnung im positiven Sinn.

Studienergebnisse noch offen

Selbst Professor Nicholas Wald, Initiator der „Wunderpille“ räumt aber ein, dass derselbe Effekt wie derjenige der „Polypille“ auch auf natürlichem Wege erreicht werden könne. Etwa durch eine Gemüse- und Obstdiät in Verbindung mit regelmäßigen Sport und dem Verzicht auf Zigaretten. Dass sich die Lebensgewohnheiten der Menschen aber auf jenes notwendige Maß ändern ließen bezweifelte er.

Franz Xaver Kleber, Direktor der Klinik für Innere Medizin des Unfallkrankenhauses Berlin-Marzahn, sagte: „Es wäre falsch anzunehmen, dass eine Kombination von Medikamenten das Erkrankungsrisiko kumulativ reduziert.“ Auch er wandte sich gegen eine Gießkannenmedizin. „Wir haben begrenzte finanzielle Ressourcen und müssen schauen, Medikamente an die am meisten Bedürftigen auszugeben.“ Außerdem müßte die Annahme, dass dass die Kombination längst bekannter und verwendeter Wirkstoffe in einer Tablette tatsächlich das Risiko cardiovasc. Ereignisse um 80% senken kann, erst durch entsprechende Langzeitstudien bewiesen werden!

Linktipps:

– Krankheitslexikon: Aneurysma
– Schlaganfall erkennen und richtig reagieren
– Stroke Units verbessern Versorgung nach Schlaganfall

Kave Atefie





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