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Qualitätskriterien in der Plastischen Chirurgie

Qualitätskriterien in der Plastischen Chirurgie

Schönheitschirurgie auf dem Prüfstand

Nur das Beste für die Schönheit: Entscheidet sich ein Patient für eine Operation, ist die Wahl des passenden Chirurgen besonders wichtig, um ein optimales Ergebnis in Richtung des gewünschten Schönheitsideales zu erzielen. Denn nicht jeder Chirurg in Österreich, der Schönheitsoperationen durchführt, hat auch die entsprechende Ausbildung dafür, kritisiert auch die Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie, Prof. Dr. Maria Deutinger im Interview mit rodopolis.info.



Plastische Operationen boomen in Österreich. Derzeit werden geschätzte 40.000 Eingriffe im Jahr vorgenommen. Besondere Vorsicht sollten die Patienten bei der Wahl des richtigen Arztes walten lassen. Denn der Begriff Schönheitsschirurgie ist in Österreich nicht rechtlich geschützt, das bedeutet, dass Fachärze auch ohne die 6 jährige Ausbildung zum Facharzt für plastische Chirurgie Schönheitsoperationen anbieten können. Eine Tatsache, über die die wenigsten PatientInnen bescheid wissen. Die Gefahr an einen unzureichend ausgebildeten Gynäkologen oder Dermatologen zu kommen, der sich selbst als Schönheitschirurg bezeichnet, aber sein Wissen lediglich über Seminare erworben hat, ist daher groß. Univ. Prof. Prim. Dr. Maria Deutinger plädiert genau aus diesem Grund dafür, von dem Begriff Schönheitschirurgie abzurücken:“Grundsätzlich sollte man vom Begriff Schönheitschirurgie Abstand nehmen. Korrekter ist es, von plastisch-ästhetischer Chirurgie zu sprechen.“

Für die Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktie Chirurgie entsprechen Brustvergrößerungen, die von Dermatologen durchgeführt werden oder Fettabsaugungen durch den Gynäkologen nicht den heutigen Qualitätsansprüchen. „Zu unserem Leidwesen und zum Nachteil der Patienten gibt es derzeit keine gesetzlichen Regelungen, welche Fachärzte diese Operationen durchführen dürfen. In der Praxis heißt das, dass alle Ärzte, die sich dazu berufen fühlen, Hand anlegen dürfen.“ kritisiert die Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie.

Der plastische Chirurg Dr. Manfred Frey warnt zudem vor Billiganbietern, seien sie aus Österreich oder aus dem Osten. „Qualität ist nur durch spezialisiertes Personal und bestausgebildete plastische Chirurgen zu erreichen. Oft wird sogar aufgrund der räumlichen Entfernung auf die wichtige Nachbehandlung verzichtet, obwohl gerade diese entscheidend ist. Bei einer Brustvergrößerung zum Beispiel kann es ohne entsprechende Nachsorge zu schmerzhaften Nachblutungen, Infektionen oder zu einer Abkapselung des Implantates kommen. Die Patientin braucht in dieser Zeit unbedingt einen Arzt, den sie jederzeit kontaktieren kann“, so Frey.

Eine fundierte Ausbildung gibt mehr Sicherheit

„Alle ordentlichen Mitglieder der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie haben eine spezielle sechsjährige Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und sind daher seriöse Ansprechpartner auf dem Gebiet der plastischen Chirurgie.“, erklärt Maria Deutinger. Diese 6 Jährige Ausbildung umfasst neben einer vierjährigen Ausbildung im Fachgebiet auch eine Ausbildung in Intensivmedizin, Unfallchirurgie und eine psychologische Schulung. Die Ärzte lernen im Zuge ihrer intensiven Ausbildung einzuschätzen, ob eine Operation durchführbar ist. Nicht nur medizinische Kriterien, beispielsweise muss sich der Patient in der entsprechenden gesundheitlichen Verfassung befinden, müssen vor einem Eingriff erfüllt werden.

„Eine weitere Voraussetzungen ist eine realistische Erwartungshaltung des Patienten, die operativ zu verwirklichen ist. Natürlich können wir Unmögliches nicht möglich machen. Wenn ich als Fachärztin erkenne, dass hinter unrealistischen Vorstellungen andere, vielleicht psychische Probleme, stecken, wird der Eingriff auch nicht das erwünschte Ergebnis für den Patienten bringen. Eine Operation wäre dann sicher nicht sinnvoll. In diesen Punkt lohnt es sich,viel Zeit zu investieren und mitunter auch die Expertise eines Psychologen einzuholen.“, erklärt Prof. Dr. Maria Deutinger die wichtigsten zu bedenkenden Aspekte, bevor ein Eingriff durchgeführt werden kann. Wichtig ist auch abzuklären, ob die Operation rein dem Wohlbefinden des Patienten dient oder ob die Wünsche auf psychischen Ursachen, Erwartungen anderer oder einem falschen Selbstbild fußen.

OP missglückt – was tun?

Kein Patient ist vor Fehlern seines Arztes gefeit. Genaue Zahlen gibt es keine, klar ist aber, dass es immer wieder zu menschlichen Versagen kommen kann und ein gewisses Risiko nie ausgeschlossen werden kann. Sollte ein Patient mit dem Ergebnis einer Operation unzufrieden sein, so kann er sich an die Fachgesellschaft für Plastische, Ästhethische und Rekonstruktive Chirurgie wenden. „Unsere Fachgesellschaft bietet verunsicherten Patienten nach bereits erfolgten ästhetischen Eingriffen die Möglichkeit, auf unkomplizierte Art und Weise kostenlos eine kompetente fachliche Meinung einzuholen.“ erklärt Prof. Dr. Deutinger. Patienten, welche diese Hilfe in Anspruch nehmen wollen, können sich unter der Hotline Nummer 0820 820 600 informieren und anmelden, ein Antragsformular für diese kostenlose Beratung wird anschließend zugeschickt.

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