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Salz: Lebensmittel mit großer physiologischer Bedeutung

Salz: Lebensmittel mit großer physiologischer Bedeutung

Natriumchlorid, Salz

Kaum eine Speise wird nicht mit Salz gewürzt. Nicht ohne Grund galt Salz lange Zeit als besonders wertvoll und hat sich so seinen Beinamen „Weißes Gold“ verdient. Doch oft werden die Speisen übersalzen und das kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Aber auch mit einem Salzmangel ist nicht zu spaßen.

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Heute kostet ein halbes Kilo Salz kaum 50 Cent, aber noch im 19. Jahrhundert war das Gewürz eines der begehrtesten und teuersten Güter. Über sehr lange Zeit bot Salz die einzige Möglichkeit, Fleisch, Fisch und Gemüse über einen längeren Zeitraum haltbar zu machen. Erst die Erfindung des Kühlschrankes änderte den Stellenwert des Gewürzes. Schon früh waren drei Methoden zur Gewinnung des Salzes bekannt. Meerwassersalz entsteht, indem das Wasser in einem Becken verdunstet wird, zurück bleibt eine Salzkruste. Steinsalz wurde in Salzminen abgebaut, aber auch aus Steinen an der Erdoberfläche konnte das weiße Gold gewonnen werden.

Im Salzburger Raum gab es, wie schon der Name verrät, besonders viele Salzminen. Die dritte Möglichkeit, Salz zu gewinnen, ist das Verfahren der Auslaugung. In Regionen abseits des Meeres, wo es keine alternative Möglichkeit der Salzgewinnung gab, wurde Salz aus Flüssen gewonnnen, die natürliche Salzlösungen enthalten.

Warum ist Salz das weiße Gold?

Der große Bedarf an Salz machte es unbestreitbar zu einem wichtigen und wertvollen Zahlungsmittel. In Europa wurde es bereits im 10. Jahrhundert vor Christus von den Kelten als Zahlungsmittel eingesetzt. Sie trieben Tauschhandel mit den Römern, diese bezahlten ihre Soldaten mit Salz. Das Wort Salär, „salary“, im Englischen, das Gehalt bedeutet, leitet sich übrigens von dem lateinischen Begriff „sal“, Salz, ab.

Sal kommt wiederum von „Salus“, dem römischen Gott für Weisheit, Wachsen und Gedeihen. Dass Salz denselben Wert hat wie Gold, ist allerdings eine Legende. Wenn Händler miteinander verhandelten, türmten sie ihre Gold- und Salzvorräte voreinander auf, dadurch entstand der Eindruck, Salz hätte denselben Wert wie Gold. Viele Städte wurden allerdings durch den Handel mit und dem Abbau von Salz reich. Im Kongo war Salz bis weit nach Ende des 19. Jahrhunderts ein beliebtes Zahlungsmittel. Die Stämme konservierten das Salz in den Blättern des Bananenbaums, durch Lecken an beiden Enden des dadurch entstandenen Salzbarrens überprüften sie die Qualität des Salzes.

Auch noch heute ist Salz eines der wichtigsten Gewürze und wird nicht nur für die Würze von Speisen gebraucht. Nur 3 Prozent des abgebauten Salzes werden für die Küche verwendet, der Rest wird für industrielle Zwecke gebraucht.

Zuviel, Zuwenig? – Die richtige Verwendung macht Salz gesund!

Zuviel Salz ist schlecht für die Nieren, die Knochen und das Herz, zu wenig Salz stört die Regulierung des Wasserhaushaltes. Laut Empfehlung der Ernährungswissenschafter sollten nicht mehr als 6 Gramm Salz täglich konsumiert werden, mindestens benötigt der Mensch aber 2 Gramm. Durchschnittlich nehmen wir aber etwa 10 Gramm Salz zu uns. Dabei handelt es sich meistens um Kochsalz. Besser ist es, jodiertes Kochsalz zu sich zu nehmen, aber auch Meersalz enthält Jod. Jod ist für uns lebensnotwendig, denn es wird zur Bildung der Hormone der Schilddrüse benötigt. Diese regeln wieder sowohl die körperliche, als auch die geistige Entwicklung und sind für viele Stoffwechselfunktionen verantwortlich.

Der Tagesbedarf an Jod liegt etwa bei 200 Milligramm für Erwachsene. Allerdings nimmt der Durchschnittsmensch nur etwa 70 Gramm Jod täglich durch seine Ernährung zu sich. Ein Jodmangel kann zahlreiche gesundheitliche Folgen haben: Zum einen kann sich ein Kropf bilden, Müdigkeit und Leistungsabfälle verursachen und zu Gewichtszunahme und Schwächung des Immunsystems führen. Jodiertes Salz enthält pro Gramm etwa 20 Mikrogramm Jod. Der empfohlene Konsum von maximal 6 Gramm täglich führt gleichzeitig zu einer Aufnahme von 120 Mikrogramm Jod. Rechnet man die durchschnittliche Jodaufnahme aus der Nahrung von 70 Mikrogramm dazu, so erreicht man fast den Tagesbedarf an Jod.

Gleichzeitig sollte darauf geachtet werden, dass das Jodsalz auch Fluorid enthält. Fluorid trägt nämlich zum Schutz der Zähne schon während des Essens bei. Die enthaltenen Mineralstoffe Natrium und Chlorid sind für die Gewebespannung und die Nervenerregbarkeit verantwortlich. Dennoch sollte sich der Konsum auf die empfohlene Höchstmenge beschränken. Salz lässt sich beim Kochen am besten durch andere, schmackhafte Gewürze ersetzen, die unseren Speisen zudem noch eine andere geschmackliche Note hinzufügen können. Zusätzlich gewöhnen sich die Geschmacksrezeptoren nach 2-3 Wochen an salzärmere Kost. Speisen, die in den ersten Wochen der Umstellung auf salzarme Kost eintönig schmecken, entfalten nach maximal drei Wochen ihren vollen Geschmack.

Von salzlosen Diäten sollten allerdings die Finger gelassen werden. Denn wenn der Körper auf Dauer zu wenig Salz bekommt, kann das zellschädigend wirken und Krebs mitverursachen. Untersuchungen deuten auch auf einen Zusammenhang zwischen Salzmangel und Osteoporose hin.

Wundermittel Salz – Was Salz noch alles kann!

Salz kann viel mehr als einfach nur Gewürz sein. Mundspülungen mit Salz wirken reinigend, Gurgeln mit einer Salzlösung bekämpft Halsschmerzen. Gegen Müdigkeit und schwere Beine hilft ein Bad bzw. Fußbad im Salzwasser. Peelings mit Salz sorgen für eine schönere Haut, Hautschüppchen können durch Einreiben mit Trockensalz entfernt werden. Therapien mit Salz helfen Allergikern, Asthmatikern und Neurodermitikern. Nasenspülungen mit meersalzhaltigem Wasser befreien verstopfte Nasen.

Vor allem im Haushalt kann Salz auf vielfältige Weise eingesetzt werden. Wasser wird schneller heiß, wenn Salz beigegeben wird, werden Nüsse in Salzwasser eingelegt, so lässt sich die Schale leichter lösen. Salz im Kaffee nimmt ihm die Bitterkeit, Zwiebelgestank an den Händen lässt sich durch Einreiben mit einer Weinessig Salz Mischung entfernen. Auch Gerüche in Kühlschrank lassen sich durch einfaches Hineinstellen einer Tasse Salz mildern. Doch nicht nur in der Küche ist Salz eine Geheimwaffe. Salz saugt Wein und Blut auf, auch aus Textilien, Rostflecken oder Flecken im Teppich lassen sich durch Salz Zitronen bzw. Salz Alkohol Gemische entfernen. Im Kamin hilft es gegen die Ansammlung von Ruß im Schornstein, dadurch entsteht eine schönere und hellere Flamme.

Wussten Sie, dass …

  • Hartkäse länger frisch bliebt, wenn man ihn in ein in Salzwassergetränktes Tuch wickelt?
  • Kaminfeuer schöm kistert, wenn man eine Handvoll Salz auf die Glut wirft?
  • die Borsten eines Besens besonders widerstandsfähig bleiben, wenn man sie vor dem ersten Gebrauch einige Stunden in einer Salzwasserlösung stehen lässt?
  • penetranter Ölfarbengeruch in geschlossenen Räumen gebannt wird, indem man im Zimmer eine Schale mit Salz aufstellt?
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