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Schöllkraut | Heilpflanzenlexikon

Schöllkraut | Heilpflanzenlexikon

Schoellkraut, Goldwurz, Heilpflanzen

Das Schöllkraut ist eine zwei- bis mehrjährige Pflanze, die die Nähe von Häusern liebt und gern unauffällig an Mauern wächst. Von vielen wird sie daher für Unkraut gehalten. Allerdings verfügt das Schöllkraut über eine starke Heilwirkung. Beim Abbrechen des Stängels tritt ein gelblicher Saft aus, welcher zwar giftig, aber eben auch medizinisch wirksam ist.



Bereits im Altertum wurde das Schöllkraut beispielsweise von Dioskurides erwähnt. Im Mittelalter nutzte Paracelsus die Heilkraft der Pflanze gemäß der Signaturenlehre (die Lehre von den Zeichen in der Natur) wegen ihres gelben Saftes bei der Behandlung von Gelbsucht. Ferner wurde das Schöllkraut als Mittel gegen Warzen und bei Leberleiden eingesetzt. Auch Hieronymus Bock beschreibt das Schöllkraut in seinem Kräuterbuch.

Der an Malaria erkrankte Albrecht Dürer wurde angeblich durch die Heilkraft des Schöllkrauts geheilt, weswegen er ein Bild von diesem malte, welches sich heute in Wien in der Albertina befindet.

In der heutigen Zeit ist die Anwendung des Schöllkrauts sehr umstritten. Aufgrund der Giftigkeit der Pflanze warnen viele Experten vor der innerlichen Anwendung (siehe auch Warnhinweise). Andere schwören weiterhin auf die Kraft des Schöllkrauts. So ist es z. B. Hauptbestandteil des äußerst umstrittenen Krebsmittels Ukrain.

Kenndaten

  • Wissenschaftlicher Name: Chelidonium majus
  • Familie: Mohngewächse (Papaveraceae)
  • Wuchshöhe: bis zu 1 m
  • Farbe der Blüten: Gelb
  • Sammelzeit: Kraut: April – Juli, Wurzeln: August – Oktober
  • Vorkommen: Europa, Mittel- und Nordasien
  • Standorte: Wegesränder, Schuttplätze, Hausmauern, Mauerspalten bis ins Gebirge
  • verwendete Pflanzenteile: Kraut, Wurzel

Synonyme

Afelkraut, Aflkraut, Augenkraut, Blutkraut, Bockskraut, Drudenmilch, Gelbes Millkraut , Gelbkraut, Gilbkraut, Gilbwurzel, Goldkraut, Goldwurz, Goldwurzel, Gottesgabe, Gschwulstkraut, Herrgottsblatt, Herrgottsgnade, Hexenmilch, Himmelsgabe, Krätzenkraut, Maienkraut, Maikraut, Marienkraut, Nagelkraut, Rotlaufgras, Schälerkraut, Schälkraut, Schellkraut, Schillkraut, Schindwurz, Schinnkraut, Schöllwurz, Schönkraut, Schwalbenkraut, Schwalbenwurz, Spinnkraut, Teufelskraut, Teufelsmilchkraut, Trudenmilch, Trudenmilchkraut, Tüfelsmilch, Warzenkraut, Wulstkraut, Ziegenkraut

Wirksame Inhaltsstoffe

Alkaloide (Berberin, Chelerythrin, Chelidonin, Chelidoxanthin, Coptisin, Fumarin, Sanguinarin, Spartein), Bitterstoffe, Chelidoninsäure, Chelidonsäure, Flavonoide, Karotinoide, Saponine

Heilwirkung und Anwendungsgebiete

Das Schöllkraut wirkt antibakteriell, beruhigend, entkrampfend, fungizid, hautreizend, krampflösend, menstruationsregelnd, schmerzstillend, schweißtreibend sowie zellwachstumshemmend. Aufgrund dieser Eigenschaften findet es auf folgenden Gebieten Anwendung:

  • Akne
  • Allergien
  • Arteriosklerose
  • Asthma
  • Augenentzündungen
  • Ekzeme
  • Flechten
  • Gallenleiden
  • Gelbsucht
  • Geschwüre
  • Gicht
  • Grind
  • Hautkrankheiten
  • Hühneraugen
  • Krampfhusten
  • Krätze
  • Lebererkrankungen
  • Magen- und Darmkrämpfe
  • Magenschmerzen
  • Menstruationskrämpfe
  • Milzerkrankungen
  • Nesselsucht
  • Neuralgien
  • Ödeme
  • Reizhusten
  • Rheuma
  • Schuppenflechte
  • Schwielen
  • Verstopfung
  • Warzen


Preis: EUR 14,99
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Dosierung und Anwendung

Aus dem Schöllkraut kann man zur innerlichen Anwendung einen Tee herstellen, für die äußerliche Anwendung eignet sich das Schöllkraut bei der Behandlung von Warzen oder bei Bauchkrämpfen in Form von Umschlägen.

Die innerliche Anwendung ist allerdings sehr umstritten, da der Saft des Schöllkrauts leicht giftig ist (siehe auch Warnhinweise).

Tee:
1 TL Kraut mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Hilft bei Menstruationskrämpfen, Magenschmerzen und Reizhusten.

Gegen Warzen:
Den frisch gepressten Saft direkt auf die Warze tupfen.

Umschläge bei Bauchschmerzen:
4 EL Kraut mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten bei geschlossenem Deckel köcheln lassen. Danach abseihen, auf Körpertemperatur abkühlen lassen und damit ein Tuch tränken. Dieses 10 Minuten lang auf den Bauch legen.

Warnhinweise

Da der Saft des Schöllkrauts giftig ist, ist seine Anwendung sehr umstritten. Es empfiehlt sich jedenfalls, Schöllkraut und schöllkrauthaltige Präparate nur nach Rücksprache mit dem Arzt anzuwenden.

Besondere Vorsicht ist geboten

  • bei der Behandlung von Lebererkrankungen oder bei Patienten mit Leberschäden
  • während der Schwangerschaft und der Stillzeit
  • bei Kindern unter 12 Jahren

Ein Verschlucken der Pflanze in größeren Mengen kann zu schweren Reizungen des Magen-Darm-Trakts führen, welche Erbrechen, Schmerzen und blutigen Durchfall auslösen können. Bei schweren Vergiftungsfällen kann es zum tödlichen Kreislaufversagen kommen. Weiters kann der Saft des Schöllkrauts zu Hautreizungen führen.

Wichtiger Hinweis: Allfällige in diesem Artikel angeführte mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und Zubereitungen sind nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen und ersetzen keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

Linktipps:

– Feigwarzen trüben die Freude auf die Sauna
– Medizinlexikon: Ekzem

– Heilpflanzenlexikon – Index

Kave Atefie





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