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Schulangst bei Kindern und Jugendlichen

Schulangst bei Kindern und Jugendlichen

persönliche Attacken aus dem Netz nehmen ständig zu

Viele Schulkinder leiden regelmäßig an Beschwerden wie Bauch- oder Kopfschmerzen. Eltern sollten in diesem Fall daran denken, dass diese Beschwerden möglicherweise auch Ausdruck von Schulangst sein können. Kinder können dem Angst machenden Schulalltag oft nur entgehen, wenn sie krank werden.



„Schulangst ist eine spezielle Erscheinungsform der Angst. Sie ist eine Reaktion auf Gefahren oder Bedrohungen in Bezug auf Schule und kann vielfältige Ursachen haben.“¹

Wie äußert sich Schulangst?

Die Symptome von Schulangst sind von Kind zu Kind verschieden. Sobald sie zu Hause bleiben dürfen, sind die Symptome weg. Sie können auch eine Reaktion auf ganz andere seelische Belastungen darstellen, etwa auf Spannungen zwischen den Eltern, einen Umzug oder auch einen Todesfall. Die häufigsten Symptome sind:


  • („Schul-Bauchweh“), zeitweise verbunden mit Übelkeit und Erbrechen
  • Andauernde Müdigkeit aber auch Unruhe, Erschöpfungszustände, Konzentrationsstörungen
  • Lustlosigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Zittern, Schweißausbrüche, Nervosität
  • nächtlicher Urinverlust Bettnässen
  • Schlafstörungen, auch Angst- und Alpträume
  • Überempfindlichkeit, Gereiztheit
  • Stottern oder Stammeln, wenn das Kind vom Lehrer aufgerufen wird
  • „Verhaltensauffälligkeiten vom Trödeln vor der Schule über Aggressionen oder auch Depressionen, neuerliches Nägelkauen oder Einnässen bzw. -koten bis hin zur totalen Schulverweigerung.“¹

Formen von Schulangst

  • Prüfungsangst: Angst vor schlechten Noten, Sitzen bleiben und/oder Versagen
  • Angst vor Bloßstellung oder Lächerlichmachen
  • Angst vor Trennung
  • Angst vor Strafe
  • Angst vor anderen, wie zum Beispiel vor Lehrkräften oder Mitschülern = soziale Angst
  • Angst vor Konflikten
  • Angst vor der Institution Schule (vor der Hierarchie, der Größe)

Eine weitere Form der Schulangst ist die Schulphobie, die sich mit Panikreaktionen bei Schulbesuch äußert. Diese Form dürfte jedoch weniger mit der Schule, sondern eher mit Problemsituationen in der Familie verbunden sein.

Und zuletzt eine Form der Schulverweigerung, die kaum Ängste zur Ursache hat, sondern wobei die als mühsam empfundene Schulsituation gegen andere, interessanter empfundene Aktivitäten getauscht wird, das Schulschwänzen.

Ursachen herausfinden – was kann dahinter stecken?

Liegt es an den Mitschülern, wird ein Schulkind regelmäßig wegen fehlerhafter Antworten ausgelacht? Liegt es am Lehrer in Verbindung mit einem bestimmten Fach? Soziale Konflikte mit Mitschülern oder Lehrern sind eine wesentliche Ursache, ebenso die Strukturen der Schule oder des Unterrichtes.

Noten- bzw. Versagensängste stecken möglicherweise ebenso hinter einer Schulangst, die durch übertriebenen Leistungsdruck der Eltern entstehen können. Ebenso sind dadurch Konzentrations- und Lernstörungen möglich. „Die Bildungserwartungen und -ansprüche in unserer Gesellschaft steigen ständig. Daraus resultiert, dass auch Eltern das Leistungsverhalten ihrer Kinder wichtig ist. Die Schule nimmt somit einen hohen Stellenwert im Familienalltag ein und prägt die innerfamiliären Beziehung.“²

Ebenso tragen Gewalterfahrungen an der Schule oder auf dem Schulweg, Kränkungen durch Mitschüler oder Lehrer sowie ein möglicher Außenseiterstandpunkt zur Entstehung einer Schulangst bei.

Diagnostik

Die Diagnostik der Schulangst erfolgt hauptsächliche durch Fragebögen. Andere Erhebungsmethoden, wie zum Beispiel die Beobachtung, haben sich nicht bewährt. Schulangst spielt sich im Inneren des Kindes ab, was eine Beobachtung zusätzlich erschwert.

Was können Eltern gegen Schulangst tun?

  • Kein Vergleich mit Noten und Leistungen anderer Kinder -) dadurch Vermeidung eines zu hohen Stressfaktors, welcher das Lern- und Leistungsvermögen der Kinder behindert
  • Dem Kind Ansprechpartner zum Mitteilen seiner Gefühle sein
  • Kein Zwang oder Strafen auf Seiten der Eltern in Bezug auf Schulangst, sondern Wahrnehmung und Anerkennung kindlicher Nöte
  • Stärkung des Kindes, sich Herausforderungen zu stellen und gemeinsame Lösungswege
  • Förderung von Lebensfreude und Selbstbewusstsein des Kindes

Weder Eltern noch Kinder dürfen es als Schande empfinden, sich bei Bedarf an einen Psychologen oder an Beratungsstellen zu wenden.

Kinder benötigen von Seiten der Eltern und der Familie einen Raum, indem sie eine starke Persönlichkeit entwickeln, wo in der Erziehung die Entwicklung der Persönlichkeit des Kindes gefördert wird und sie sich frei entfalten dürfen, ohne Angst vor Fehlern. Die Entstehung von Schulangst und anderer gravierender Ängste sollen somit gar nicht entstehen. Es ist allerdings sehr wichtig, mögliche Schulängste von Kindern wahr- und ernst zu nehmen, sie auch zu verstehen und die Kinder zu unterstützen.

[nicer]

Quelle:

¹ – Schulangst
² – Ratgeber MAG ELF: Angst vor der Schule

Linktipps:

– Schulstress bei Kindern und Jugendlichen reduzieren
– Schulphobie – krankhafte Angst vor der Schule
– Richtig essen gegen Schulstress
– Bettnässen: Schulbeginn setzt Kinder unter Druck
– Prüfungsangst
– ADHS die konstruierte Erkrankung? Gibt es ADHS wirklich?
– Psychopharmaka als Allheilmittel bei seelischen Problemen?