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Sicherheitskontrollen: eine Gefahr für den Herzschrittmacher?

Sicherheitskontrollen: eine Gefahr für den Herzschrittmacher?

Sicherheitskontrollen: Eine Gefahr für den Herzschrittmacher?

In vielen Bereichen wie Flughäfen, großen Kaufhäusern oder öffentlichen Einrichtungen wurden in jüngster Zeit weltweit die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Ob die dabei eingesetzten Geräte eine Gefahr für Menschen mit Herzschrittmachern oder implantierten Defibrillatoren darstellen können, diskutierten Experten beim europäischen Kardiologenkongress in Wien.



Metalldetektoren und elektronische Sicherheitssysteme spielen nicht nur auf Flughäfen eine wichtige Rolle, aufgrund vermehrter Sicherheitssorgen werden sie vielfach auch in öffentlichen Gebäuden oder Einkauszentren eingesetzt. Grund genug für viele Herzpatienten sich zu sorgen, dass derartige Gerätschaften ihren Herzschrittmacher oder implantierten Defibrillatoren negativ beeinflussen könnten. Solche Interferenzen seien bei normalem Kontakt äußerst unwahrscheinlich, sagten Experten beim Europäischen Kardiologenkongress, zu dem 25.000 Teilnehmer nach Wien gekommen sind.

Vorsicht im Kaufhaus?

Aktuelle Studien haben gezeigt, dass die herkömmlichen Metalldetektoren, wie sie auf den meisten Flughäfen verwendet werden, keinerlei Einfluss auf Herschrittmacher und implantierte Defibrillatoren haben , sagte beim Wiener Kongress Prof. Hugo Ector vom Universitätsspital Gathuisberg im belgischen Leuven.

Was Anti-Diebstahlsysteme in Kaufhaeusern betrifft, so legten die bisherigen Empfehlungen, wie sie etwa auch in den USA die Food and Drug Administration veröffentlicht habe, betroffenen Patienten nahe, sich nicht länger als notwendig in der Nähe solcher Einrichtungen aufzuhalten und und jeden direkten Kontakt zu vermeiden. Prof. Ector: In neueren Untersuchungen wurde jetzt auch einer möglichen Interferenz von Diebstahl-Sicherungssystemen in Kaufhäusern mit der Funktion von medizinischen Geräten wie Herzschrittmachern oder Defibrillatoren nachgegangen. Klinisch relevante und gefaährliche Komplikationen sind bei einem normalen Durchgehen durch die Geräte nicht beobachtet worden. Sie kommen nur bei abnormalem, direkten Kontakt oder bei einer ungewöhlich langen Belastung vor wie sie in der üblichen Praxis nicht vorkommen , sagte Prof. Ector.

Entwarnung am Airport

Dass die üblichen Metalldetektoren, wie sie jedenfalls überall in Europa und Nordamerika auf Flughäfen eingesetzt werden, für Herzpatienten unbedenklich sind, zeigte zuletzt auch eine Studie des Deutschen Herzzentrums an der Technischen Universitaet München. Es war die erste grössere Untersuchung dieser Art, berichtete Studienleiter Dr. Christof Kolb. Die Stoeranfaelligkeit medizinischer Geraete durch andere Quellen wie etwa Mobiltelefone wurde bereits ausführlich untersucht. Daten über den Einfluss von Metalldetektoren waren bisher eher dünn gesät. Mit möglicherweise problematischen Konsequenzen für betroffene Patienten. Denn stören Wellen oder Geräte einen Herzschrittmacher, kann es zu einer Beschleunigung oder Verlangsamung des ventrikulären Schrittmacher-Rhythmus kommen. Wird ein Defibrillator negativ beeinflusst, so gibt das Gerät völlig unnötige, schmerzhafte Schläge ab.

Jetzt können die Experten aber Entwarnung geben, berichtete Dr. Kolb: Unsere Studie hat gezeigt, dass bei keinem Schrittmacher-Patienten Reprogrammierungen oder sonstige Veränderungen festzustellen waren. Auch bei keinem Defi-Patienten kam es zu inadäquaten Reaktionen des Gerätes.

Österreichische Kardiologen: Patienten Angst nehmen

Wir begrüssen es sehr, dass jetzt Daten vorliegen, die zeigen, dass Sicherheitskontrollen keine Gefahr für Herzpatienten darstellen , kommentierte Univ.-Prof. Dr. Dietmar Glogar, Präsident der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG) die Untersuchungen. Damit können wir vielen Patienten, die einen implantierten Defibillator oder einen Herzschrittmacher benötigen, die Angst nehmen, dass ihre Bewegungsfreiheit dadurch beeinträchtigt wäre. Reisen und Einkaufen sind kein Problem. Allerdings, forderte Prof. Glogar, sollten neue Sicherheitssysteme in Zunkunft auf ihre Unbedenklichkeit im Hinblick auf Defibrillatoren oder Herzschrittmacher geprüft werden, bevor sie überhaupt auf den Markt kommen. Hier sei eine europaweite Standardisierung wünschenswert, betonte der ESC-Präsident.

Linktipps:


– Nacktscanner als Rodopolisheitsrisiko?
– Das Herz – Körperatlas
– Medizinlexikon: Herz [Organe]

Kave Atefie





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