Strahlenbelastung durch Körperscanner am Flughafen

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Körperscanner

Mit der Einführung der neuen Röntgen-Körperscanner auf Flughäfen fragen sich viele Passagiere und auch Experten, wie sicher in Bezug auf den Strahlenschutz diese Geräte sind. Reisende und Flugpersonal fürchten nicht nur gesundheitliche Schäden, sondern auch die Verletzung von Persönlichkeits- und Datenschutzrechten. Derzeit sind in den Vereinigten Staaten über 400 Ganzkörperscanner an etwa 80 Flughäfen im Einsatz. Beim 25. Europäischen Radiologenkongress im Austria Center in Wien diskutieren Spezialisten aus dem Bereich der medizinischen Bildgebung die neuesten Erkenntnisse der Forschung zu diesem Thema.

Körperscanner, die mit Röntgenstrahlung arbeiten, werden auf Flughäfen dazu benutzt, verdächtige Objekte, die von Passagieren direkt am Körper getragen oder versteckt werden, zu erkennen. Die Technik, die hierbei verwendet wird, ist dieselbe, auf ionisierender Strahlung basierende, wie sie auch in der Medizin und Wissenschaft zum Einsatz kommt. Diese Art der Strahlung ist von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als karzinogene, also krebserregende, Substanz klassifiziert. Abschwächend muss hier aber erwähnt werden, dass das hiermit verbundene Risiko in engem Zusammenhang mit der Stärke der Strahlenbelastung steht, welche bei den Körperscannern in einem sehr niedrigen Bereich liegt.

„Die effektive Strahlendosis, welcher die Passagiere bei einem dieser Scans ausgesetzt sind, liegt bei rund 0.05-0.1 mSV, was wiederum etwa der Strahlenbelastung entspricht, welcher man während eines zweiminütigen Flugs in einem Flugzeug in Reiseflughöhe ausgesetzt ist. Nur damit Sie das weiter in Relation setzen können, eine Stunde Flugzeit stellt eine Belastung von 40-80 Scans dar, ein Thorax-Röntgen 1.000-2.000 Scans und eine CT sogar 50.000-100.000 Scans“, so Prof. Vock, Experte für Strahlenschutz vom Universitätsspital Bern.

Weitere Vergleichswerte: eine medizinische Röntgenuntersuchung der Brust entspricht demnach der Strahlendosis von etwa 1000 Flughafen-Scans, bei einem Mammogramm wären es 4000, bei einem CT von Bauchraum und Becken sogar 200.000 Scans. Die Strahlenlast durch die Kontrollen stehe demnach in keinem Verhältnis zu jener Dosis, die während des Flugs in großer Höhe auftritt.

Forscher kalkulieren im Fachblatt „Archives of Internal Medicine“, dass die Detektoren bei 100 Millionen Fluggästen, die pro Jahr 750 Millionen Flüge absolvieren, im Lauf des Lebens etwa sechs Krebserkrankungen auslösen. Diese sechs Erkrankungen müssten jedoch im Kontext jener 40 Millionen Krebsfälle betrachtet werden, die in der Lebensspanne eintreten würden. Dennoch ist der biologische Einfluss solcher geringen Dosen nicht bekannt, ob er vernachlässigbar ist müssten weitere Untersuchungen klären, so Prof. Vock ergänzend.

Risiken und Nutzen müssen abgewogen werden

Wenn man sich das linear-no-threshold Modell (LNT) ansieht, ein international anerkanntes Standardsystem für Strahlenbelastungen, geht allerdings daraus hervor, dass stochastische Strahlenmengen sich proportional zur jeweiligen Dosis ohne unteres Limit verhalten und somit auch bei geringster Menge ein Restrisiko bleibt. Allerdings gibt es noch keine Belege, inwiefern dieses Modell auf die Strahlenmenge anwendbar ist, welche bei Körperscannern zum Einsatz kommt.

Wenn man dies nach dem ALARA Prinzip (As Low As Reasonably Achievable) betrachtet, welches den Grundsatz des Strahlenschutzes darstellt, müssen immer zuerst Risiken und Nutzen abgewogen worden, um zu erkennen, ob die jeweilige Strahlenbelastung in Kauf genommen wird oder nicht, so Prof. Vock.

„Die Strahlenmenge, die bei den Körperscannern zum Einsatz kommt, eignet sich sehr gut, um fremdartige Objekte wie z.B. Waffen, die an der Körperoberfläche versteckt werden, aufzuspüren. Weitaus weniger geeignet ist die Methode, um Objekte, die in Körperhöhlen versteckt sind, anzuzeigen bzw. können diese teilweise auch ganz übersehen werden. Bedingt durch diesen doch eher geringen Nutzen, erklären sich auch die Diskussionen über die Strahlenmenge und die Bedenken beim Scannen von kleinen Kindern und schwangeren Frauen.

Mittlerweile hat auch die EU, nach einer Testphase von drei Jahren, diese Scanner wieder verbannt, und es sollen nun Geräte auf Mikrowellenbasis eingesetzt werden“, zeigt sich Prof. Vock nicht vom Nutzen der herkömmlichen Körperscanner überzeugt.

Nacktscanner: Passagiere beklagen Verlust der Privatsphäre

Viele Passagiere machen sich aber deutlich mehr Gedanken über den Verlust Ihrer Privatsphäre als über die anfallende Strahlendosis. Körperscanner sind in der Lage, detailliere Bilder der Körperoberfläche zu erstellen und so wurde immer wieder vermutet, dass hier auch „Nacktbilder“ entstehen. Um Missbrauch vorzubeugen, gibt es keinen Sichtkontakt zwischen den Passagieren und den auswertenden FlughafenmitarbeiterInnen, die Bilder werden nicht gespeichert, es sind Filter installiert, die wiedererkennbare Körperdetails ausblenden und oft wird das Auswerten auch gänzlich von Computerprogrammen erledigt. Diese Befürchtungen und auch die lange Scanzeit, haben die Verantwortlichen in den USA jedoch davon überzeugt, von Röntgenscannern auf solche, die auf Mikrowellenbasis arbeiten, zu wechseln.

An weniger frequentierten Flughäfen sind zwar noch die alten Geräte im Einsatz, die Passagiere haben hier aber die Möglichkeit, sich auf Wunsch einem herkömmlichen Sicherheitscheck durch Metalldetektoren und Abtasten zu unterziehen.
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Quelle:

¹ European Society of Radiology

Linktipps

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