Tetanus (Wundstarrkrampf) | Krankheitslexikon

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Wundstarrkrampf

Tetanus ist eine durch Giftstoffe von Bakterien verursachte Erkrankung, die weltweit auch bei Bagatellverletzungen übertragen werden kann. Weltweit werden jährlich etwa 300.000 – 500.000 Erkrankungen geschätzt. Erreger der auch Wundstarrkrampf genannten Krankheit sind Bakterien der Art Clostridien tetani. Diese Bakterien kommen überall vor, so auch in der Erde und im Staub. Für ihre Vermehrung bevorzugen sie eine sauerstoffarme Umgebung. Eintrittspforte für diese Bakterien sind meist Verletzungen von Haut und Schleimhaut, es genügen schon minimale Abschürfungen. Die Bakterien produzieren ein Toxin (Gift), das über die Blutbahn oder entlang der Nerven ins Gehirn gelangt und durch seine Auswirkung auf die Nerven zu Krämpfen führt.

Symptome

Die Verletzung kann schon längst verheilt und vergessen sein. Daß die Wunde mit den Clostridien Bakterien infiziert wurde, bemerkt man nicht. Erst 3-60 Tage nach der Verletzung (Inkubationszeit) kommt es zu Auswirkungen des Bakteriengiftes. Die ersten Symptome sind uncharakteristisch. Es sind Kopfschmerzen, Mattigkeit, Muskelschmerzen und Schweißausbrüche. Bald entwickeln sich aber für den Tetanus charakteristische Symptome. Durch Steifigkeit der Kaumuskulatur kommt es zu Kiefersperre (Trismus), durch Befall der Rückenmuskulatur ist der Körper nach hinten gekrümmt (Opistotonus) und die verkrampfte Gesichtsmuskulatur verleiht den Erkrankten ein grinsendes Gesichtsausdruck (Risus sardonicus).

Es folgen schmerzhafte Krämpfe, die sich in Minutenabständen wiederholen können und die so stark sind, dass sie Knochenbrüche verursachen. Die Krämpfe werden zusätzlich durch geringste äußere Reize wie Licht, Geräusche oder auch das Versorgen des Patienten ausgelöst. Die Krämpfe verursachen einen Fieberanstieg auf über 40!°C.
Ohne Behandlung sterben 25-30% der Erkrankten.

Therapie

  • Penicillin – bekämpft die Erreger
  • Tetanus-Antitoxin – hebt die Wirkung der Giftstoffe auf
  • Krampflösende Medikamente
  • Ausschneiden der Wunde, da die Erreger an der Eintrittspforte meist liegen beleiben
  • Quetschwunden an Zehen z. B. müssen überhaupt entfernt werden
  • Früherkennung ist extrem wichtig, denn sobald der Erreger im Nervensystem ist, kann man ihn nicht mehr beeinflussen.

Prophylaxe (vorbeugende Verhütung)

Gegen Wundstarrkrampf gibt es eine problemlose und sehr wirkungsvolle Impfung. Nach einer 3fachen Impfung besteht ein voller Schutz. Eine Auffrischung ist nach 10 Jahren nötig, im Verletzungsfall wird sie nach 5 Jahren durchgeführt.
Im Rahmen der Vierfachimpfung (Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Hämophylus) ab dem 3. Lebensmonat möglich.
Kommt es zu einer Verletzung und es ist kein vollständiger Impfschutz gegeben, besteht die Möglichkeit einer passiven Immunisierung = Injektion mit fertigem Antitoxin, wo der Schutz schon nach wenigen Stunden eintritt. Seine Wirkung hält aber nur eine kurze Zeit an, deshalb sollte auf die anschließende Vervollständigung des Impfschutzes nicht verzichtet werden.

Linktipps

– Standardschutzimpfungen
– Kombinations-Impfungen

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