Thrombose | Krankheitslexikon

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Thrombose

Unter Thrombose versteht man den Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel. Am häufigsten sind die tiefen Bein- und Beckenvenen betroffen. Durch Verschleppung des Thrombus droht eine Lungenembolie, die im schlimmsten Fall tödlich endet. Risikofaktoren sind u. a. langes Sitzen (v. a. auf Reisen), Krampfadern und eine erhöhte Blutgerinnungsneigung nach einer Operation oder Entbindung.

Typische Zeichen sind Schmerzen und Schwellung der Wade oder des Beines, abhängig vom Sitz der Thrombose. Die Diagnose wird durch Ultraschall oder durch eine Phlebographie gestellt. Die Behandlung besteht aus Blutverdünnung (Heparin) und Anlegen eines Kompressionsverbandes. Zur Vermeidung weiterer Thrombosen und der Folgeschäden (ulcus cruris, Unterschenkelgeschwür) sind vorbeugende Maßnahmen zu beachten.

Definition

Der Begriff der Thrombose ist von dem griechischen Wort thrombosis abgeleitet, das man mit „Gerinnen“ übersetzen kann. Man versteht unter einer Thrombose die Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus) in einem Blutgefäß, die dadurch hervorgerufene Einengung bzw. Verstopfung dieses Gefäßes wird Embolie genannt.

Lokalisation

Am häufigsten finden sich Thrombosen in den Venen (Phlebothrombose). Betroffen sind hier bevorzugt die Venen der unteren Körperhälfte (tiefe Bein- und Beckenvenen). Thromben können allerdings auch in den Herzhöhlen entstehen. Thrombosen des arteriellen Gefäßsystems sind eher selten.

Ursachen

Die entscheidenden – eine Thrombose verursachenden – Mechanismen wurden schon 1856 von Rudolf Virchow beschrieben und als Virchow’sche Trias nach ihm benannt. Dabei handelt es sich um eine Schädigung der Gefäßwand, die Verlangsamung des Blutflusses und eine erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes infolge einer Veränderung der Blutzusammensetzung. Während für die venöse Thrombose (Phlebothrombose) die Verlangsamung des Blutflusses und eine erhöhte Gerinnungsneigung im Vordergrund stehen, ist bei der Entstehung der selteneren arteriellen Thrombose die Schädigung der Gefäßwand, meist als Folge der Arteriosklerose, mit der Ablagerung von Blutplättchen (Thrombozyten) von entscheidender Bedeutung.

Bei einer Vielzahl der Patienten lässt sich keine aktuelle Ursache finden. In seltenen Fällen liegt wiederholten Phlebothrombosen ein bis dahin unbekanntes Krebsleiden zu Grunde.

Häufigkeit

Verlässliche Angaben zur Häufigkeit von Thrombosen liegen nicht vor. Man schätzt, dass ca. 2 von 1000 Frauen jährlich neu erkranken. Männer sind seltener betroffen. Das Risiko, ein zweites Mal an einer Thrombose zu erkranken, ist dann um ein Vielfaches erhöht.

Risikofaktoren für venöse Thrombose

– länger dauernde Bettlägerigkeit
– Bewegungsmangel, z. B. langes Sitzen bei Fernreisen im Flugzeug oder im Auto
– erhöhte Blutgerinnungsneigung, z. B. nach großen Operationen, Entbindungen
– Infektionskrankheiten, Verletzungen
– Bluterkrankungen mit erhöhter Blutviskosität, z. B. Polyzytämie
– Kreislaufschock
– Herzinsuffizienz
– Übergewicht

Risikofaktoren für arterielle Thrombose

– Gefäßwandveränderungen bei Arteriosklerose und deren Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck (Hypertonie), Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder Übergewicht (Adipositas)
– Medikamenteneinnahme, z. B. östrogenhaltige Hormonpräparate („Pille“)
– Gefäßentzündungen

Symptome

Die Beschwerden sind in der Anfangsphase der Erkrankung oft uncharakteristisch. Als deutliche Hinweise auf eine Beinvenenthrombose gelten spontane oder belastungsabhängige Schmerzen, die sich durch Hochlagerung bessern, Druckschmerz an der Innenseite des Fußes (Payr-Zeichen) und im Verlauf der thrombosierten Vene, Wadenschmerzen bei Beugung des Fußes (Homans-Zeichen), Wadenschmerzen auf Druck (Meyer-Zeichen), zunehmende Schwellung mit Zunahme des Beinumfanges sowie eine verstärkte Zeichnung oberflächlicher Venen (Warnvenen). Thrombosen am Arm sind häufig sehr schmerzhaft, der Arm ist geschwollen und zeigt eine verstärkte Venenzeichnung an der Oberfläche.

Diagnose

Besteht aufgrund der Beschwerden des Patienten der Verdacht auf eine Phlebothrombose, sind sofort bildgebende Verfahren zur Sicherung der Diagnose einzusetzen, da der Erfolg der Therapie entscheidend vom Alter der Thrombose abhängt.

Die am besten geeignete Methode zum Nachweis einer Thrombose sowie zur Feststellung ihrer Ausdehnung ist nach wie vor die röntgenologische Kontrastmitteluntersuchung (Phlebographie). Bei einem erfahrenen Untersucher sind spezielle Ultraschalluntersuchungen (Dopplersonographie) ebenfalls geeignet. Seit kurzem sind Substanzen verfügbar, die eine verbesserte Darstellung des Blutflusses im Ultraschall erlauben. Ihr Einsatz in der Diagnostik von Thrombosen wird zur Zeit erprobt.

Therapie

Der Thrombus bleibt nur wenige Tage in seiner ursprünglichen Form erhalten. Nach einem Strukturwandel ist er in seinem Endzustand narbig umgewandelt und das Gefäß teilweise wieder durchgängig (rekanalisiert).

Das Ziel der Therapie ist in erster Linie die Wiederherstellung des Blutflusses. Diese Therapie ist vom Alter des Thrombus abhängig und nur innerhalb der ersten 10 Tage nach Entstehung des Thrombus erfolgreich. Die Wiederherstellung des Blutflusses kann zum einen durch eine medikamentöse Auflösung der Thromben (Thrombolyse) erfolgen. Zum anderen stehen chirurgische Methoden zur Verfügung: entweder die Beseitigung des Verschlusses durch Entfernung des Gerinnsels (Thrombektomie) oder die Überbrückung des verschlossenen Gefäßabschnittes durch eine Gefäßplastik (Bypass).

In zweiter Linie zielt die Therapie der Thrombose darauf ab, ein weiteres Wachstum des Thrombus zu verhindern und Spätfolgen bzw. Komplikationen zu vermeiden. Die Behandlung wird mit der intravenösen Gabe von Heparin begonnen und kann dann nach ca. einer Woche auf ein oral einzunehmendes Präparat (Marcoumar) umgestellt werden. Um eine Wiederholung der Thrombose zu vermeiden, sollte diese Therapie mindestens 6 Monate fortgeführt werden. Zusätzlich ist das Tragen von Kompressionsstrümpfen notwendig. Zur Beurteilung des Krankheitsverlaufes bietet sich eine regelmäßige Messung des Umfangs der betroffenen Extremität an.

Komplikationen

Die am meisten gefürchtete Komplikation einer Thrombose ist die Ausbildung einer Embolie durch Lösung und Fortschwemmung des Thrombus. Dieser kann mit dem Blut in die Lunge (Lungenembolie) oder in das Gehirn (Schlaganfall) gelangen und sogar zum Tode führen. Eine ebenfalls ernstzunehmende, weil lebensbedrohende Komplikation ist die Besiedlung des Thrombus mit Bakterien und die Ausbreitung dieser Entzündung auf dem Blutweg (Sepsis).

Eine sehr langwierige Komplikation stellt die Ausbildung von Krampfadern dar, wenn das thrombosierte Gefäß verschlossen bleibt und sich Umgehungswege über die oberflächlichen Venen bilden. Die dauerhafte Behinderung des Blutabstromes besonders aus den Beinen kann schließlich in der Bildung von Geschwüren (Ulcus cruris) münden, die eine sehr schlechte Heilungstendenz haben (so genanntes „offenes Bein“).

Prophylaxe

– Verwendung gerinnungshemmender Medikamente (Heparin s.c.)
– orale Antikoagulanzien (Marcoumar)
– Anwendung von Stützstrümpfen vor Operationen oder nach Entbindungen
– frühzeitige Bewegung
– Krankengymnastik
– allgemein Vermeidung von Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht oder die Einnahme der „Pille“
– Azetylsalizylsäure (ASS, Aspirin) bei arteriellen Thromboembolien
– ausreichende Flüssigkeitszufuhr
– nach einer überstandenen Beinvenenthrombose empfiehlt es sich, z. B. mit Hilfe eines speziellen „Venenkissens“, mit hochliegendem(n) Bein(en), und zwar 15 – 20 cm höher als das Herz zu schlafen

Prognose

Jeder Patient, der eine Thrombose durchgemacht hat, ist gefährdet, erneut eine Thrombose (Rezidiv) zu erleiden. Beim Vorliegen von Risikofaktoren ist in diesen Fällen auf eine konsequente Thromboseprophylaxe zu achten. In vielen Fällen entwickelt sich ein postthrombotisches Syndrom. Darunter versteht man eine bleibende Venenschwäche mit den entsprechenden Folgen: Wassereinlagerung ins Gewebe (Ödem), Entstehung von Krampfadern (Varizen), Entzündung der Haut (Dermatitis) und Bildung von Geschwüren (Ulcera).

Linktipps

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