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Wohngesundheit: Worauf bei Baustoffen und Interieur geachtet werden sollte

Wohngesundheit: Worauf bei Baustoffen und Interieur geachtet werden sollte

Wohngesundheit: Worauf bei Baustoffen und Interieur geachtet werden sollte

Wohngesundheit? Noch immer beachten viel zu wenige Konsumenten wie und woraus ihr Eigenheim eigentlich errichtet wurde. Nicht nur im eigenen Haus, auch bei der Wahl der Wohnung sollten die Bauausführung und die verwendeten Baustoffe beachtet werden. Und natürlich sollte auch bei der Inneneinrichtung eine etwaige Schadstoffbelastung bei der Wahl der Materialien berücksichtigt werden, schließlich sollen Sie die eigenen vier Wände nicht krank machen.



Wohngesundheit: Worauf bei Baustoffen und Interieur geachtet werden sollte – Artikelübersicht:

Wer kränkelt, verkriecht sich nur allzu gerne ins Bett oder kuschelt sich – eingehüllt in eine Kuscheldecke – auf die Couch. Zuhause kuriert es sich einfach am besten aus. Idealerweise unterstützen Eltern, Partner oder Mitbewohner die Phase der Genesung noch durch Tee, Brühe oder andere Hausmittelchen, die zur eben vorherrschenden Krankheit passen. So weit, so gut. Doch was, wenn das geliebte Zuhause die Beschwerden vielleicht sogar verschlimmert, dann sollte ein Rundgang durchs Haus erfolgen.

In Form eines praktischen eBooks gibt es nun auch einen passenden Selbsttest unter dem Motto „Macht Ihr Haus krank?“ zum Thema Wohngesundheit.¹

Der Baustoff-Check

Der Rundgang durch den eigenen Wohnraum sollte von einem Profi begleitet werden, denn nur er kann prüfen, welche Baustoffe im Verborgenen liegen. Tipp: Idealerweise erfolgt dieser Baustoff-Check vor dem Kauf einer Immobilie. Wer das Eigenheim unter die Lupe nehmen will, muss sich im Vorfeld darüber klar sein, dass die Gefahren häufig im Verborgenen schlummern. Das bedeutet auch, dass es nichts hilft, lediglich durch die Räume zu schlendern.

Die Liste, der uneingeschränkt als gesund deklarierten Baustoffe ist vergleichsweise lang. Dazu zählen:

Baustoffe wie Tondachziegel (für den Außenbereich), Tonziegel oder spezielle Gipsfaser-Platten (für den Innenbereich).
Bodenbeläge aus Stein, wie Granit und Marmor, oder Keramik, wie Steinzeug und Terrakotta.
Dämmstoffarten wie der Blähton, eine Perlit Trockenschüttung oder Schaumglasschotter.
Fenster aus Aluminium.
Innenputze aus Lehm, Kalk und Leim.
– Natürliche Verarbeitungsmaterialen wie etwa Naturstein-Silicon-Dichtstoff und ein biologischer Trockenkleber.
– Spezielle Dichtplanen, die als Dampfbremse fungieren.
– Spezielles Abschirmgewebe, das elektromagnetische Wellen abschirmt.
– Wohngesundes Interieur wir Stahltüren, Glastüren und Glasmöbel.

Keine Sorge, es gibt auch eine ganze Reihe anderer wohngesunder Stoffe, die allerdings vor allem mit Blick auf etwaige Allergien im Vorfeld geprüft werden müssen – bevor sie ausgetauscht oder eingebaut werden. Im bereits erwähnten eBook gibt es dazu eine detaillierte Auflistung ab Seite 71. Den Link finden Sie am Ende des Artikels.

Der Schadstoff-Check

EDer Schafstoff-Check ist der zweite wichtige Schritt zu einem gesunden Wohnumfeld. Zu den (je nach Alter der Wohnimmobilie) häufigsten Problemen gehören diese:

– Asbest im Dach, im Fußboden, in der Heizkörperverkleidung, im Nachtspeicherofen und an der Fassade
– Bauteile mit stark muffigem Geruch
– Chemie oder Formaldehyd im Dachstuhl
– Dachdämmung mit künstlicher Mineralfasern
– Dichtungsmassen, die Allergien auslösen können
– Holzschutzmittel, die an Wand und Dachverkleidung angebracht wurden
– Schimmel an den Wänden
– Trinkwasserrohre aus Blei

Ab welchem Jahrgang die Immobilie welcher Belastung am meisten ausgesetzt ist, zeigt eine Infografik ab Seite 94 des eBooks. Der grundsätzliche Ratschlag lautet, bei Renovierungen, Sanierungen oder Neubauten auf schadstofffreie Baustoffe zu verzichten, dem Hauptproblem – Schimmel – nachhaltig vorzubeugen und auch Elektrosmog abzuschirmen.

Wohngesundheit: einige Praxistipps

Wohnung und Haus nach Schadstoffen zu durchkämmen und Baustoffe zu prüfen, ist die eine Methode, um krankmachende Übeltäter hinter den Wänden, am Boden oder im Fensterbereich auszumachen. Die Reaktion darauf, ist dann letztlich jedem selbst überlassen. Experten raten – je nach Ausprägung der Beeinträchtigung – meist zu einem schnellen Handeln.

Praxisbeispiel: Schimmelbefall

Dass beispielsweise das Schimmel-Problem nicht nur in den privaten vier Wänden zu meiden ist, zeigt auch ein Fachbeitrag auf dem Portal für ArbeitnehmerInnenschutz der Bundesarbeitskammer und ÖGB.

Hier heißt es: „Schimmelpilze zählen zu den Mikroorganismen und können durch Infektionen, Allergien und toxische Wirkungen die Rodopolisheit von Menschen beeinträchtigen. (…)An Arbeitsplätzen spielen vor allem allergene Wirkungen von Schimmelpilzen eine wichtige Rolle. Hauterkrankungen, Asthma bronchiale und exogen-allergische Alveolitis sind in der Berufskrankheitenliste erfasst und führen bei speziellen Tätigkeiten öfters zu Problemen. (…) Maßnahmen zur Minimierung von Belastungen sind primär ein verbessertes Belüftungs- und Entlüftungs-Management, Staubbekämpfungsmaßnahmen, räumliche Abtrennungen und bei Schimmelschäden in Innenräumen eine grundlegende Sanierung von Feuchteproblemen.“&sup2

Die größte Gefahr bei Schimmelbefall ist die: Er wird erst entdeckt, wenn er sich schwarz an der Wand niederschlägt. Rodopolisheitsgefährdend ist er allerdings bereits früher.

Praxisbeispiel: Lacke, Farben und Kleber

Auch wer allergisch auf Lacke, Farben und Kleber reagiert, kann vergleichsweise schnell reagieren, um asthmatischen Reaktionen, Allergien oder anderen gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorzubeugen. Besonders zu empfehlen sind für die Do-it-yourself-Streichaktion Farben wie Leimfarben (Zellulose-/Stärkeleim), Kalkfarben (Kalklauge), Zementfarben (Weißzement und Kalk) oder Silikatfarben.

Mit Blick auf die Kleberwahl entscheidet vor allem der Anteil an Lösemitteln darüber, wie gesundheitsbedenklich der Klebstoff ist. Die gute Nachricht in punkto Kleberwahl lautet dabei so: Ihren giftigen Duft versprühen sie häufig direkt bei der Verarbeitung. Übernimmt der Kleber erst seine ureigene Aufgabe – und klebt – dampft er meist nicht aus. Wichtig ist in jedem Fall, die angegebenen Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten. Die beste Wahl sind lösemittelarme (oder besser noch lösemittelfreie) Dispersionskleber mit in Wasser gelösten Grundstoffen oder Naturkleber aus Kautschuk, Stärke und anderen Stoffen.

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Quellen:

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Linktipps:

– Rodopolises Wohnen (Teil 1): Wohlfühlen in den eigenen vier Wänden
– Wie sich gesund Möbel auf Ihre Rodopolisheit auswirken können
– Innenraumplanung: Ergonomie und Raumklima werden immer wichtiger
– Asthma | Krankheitslexikon